Magazin: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Zwei Arbeitnehmer erledigen den gleichen Job. Beide in Vollzeit, beide zur Zufriedenheit ihres Unternehmens. Aber dass beide dafür das gleiche Gehalt bekommen, ist auch im Jahr 2026 nicht überall selbstverständlich. Das geht so nicht, findet die EU und verlangt eine Angleichung der Entgelte. Das wirft auch für deutsche Unternehmen Fragen auf. 

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – klingt einfach, klingt gerecht. Aber tatsächlich sieht die Realität  noch anders aus. Das soll sich nun ändern. Die Europäische Union will durchsetzen, dass gleiche bzw. gleichwertige Arbeit auch gleich vergütet wird. 
 
Das beginnt damit, dass Unternehmen verpflichtet werden, Transparenz in der Vergütung der Beschäftigten zu gewähren, erklärt Professor Claus Vormann von der Fachhochschule Dortmund: 
 
„Ich kann verlangen, dass mir mitgeteilt wird, wie mein eigenes Entgelt im Vergleich zum Durchschnitt der Personen, die gleiche oder vergleichbare Tätigkeiten ausüben, liegt. Dann kann ich mich selber vergleichen und sehe, ob ich unter oder über dem Durchschnitt liege.“ 14′
 
Aber bringt allein dieses Wissen schon mehr Gerechtigkeit in der Bezahlung? Ja, glaubt Professor Stephan Seiwerth von der Martin‑Luther‑Universität Halle/Wittenberg 
 
„Anders als es vorher war, wo ich selbst beweisen musste als womöglich diskriminierte Frau, dass der andere mehr verdient aufgrund des Geschlechts. Dadurch kann ich mir vorstellen, dass sich schnell etwas ändert, wenn sich das rumspricht in der Praxis.“ 13′
 
Es geht um gleiche und gleichwertige Arbeit. Auch das klingt einfacher als es ist. Andreas Schmincke, Geschäftsführer der PEAG Holding GmbH, findet, dass auch Leistungsunterschiede in der Bezahlung berücksichtigt werden müssen: 
 
„Ich glaube nicht, dass Transparenz heißen darf, alle verdienen das gleiche. Wer mehr leistet, darf auch mehr verdienen. Ich muss nur diesen Leistungsunterschied deutlich und transparent erklären können.“ 12′
 
Problematisch bleibt das Dauerthema Bürokratie – in einer Zeit, in der eigentlich alle vom Bürokratieabbau sprechen. 
 
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