Der zum VW-Konzern gehörende tschechische Autohersteller Skoda will sich weltweit breiter aufstellen und seine Abhängigkeit vom europäischen Markt reduzieren. Das kündigte Marketingchef Jürgen Stockmann im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe an: „Heute verkaufen wir 60 Prozent unseres Absatzes in Europa und 40 Prozent außerhalb. Bis 2018 dürfte sich dieses Verhältnis komplett drehen“.
Stockmann erwartet, „dass die absolute Verkaufszahl für Europa weiter steigen wird. Unser Marktanteil liegt in Westeuropa derzeit bei knapp drei Prozent. Ich sehe hier auf alle Fälle mehr Potenzial. In Russland, Indien und China wollen wir schlicht noch schneller wachsen.“ Fünf Jahre nach dem Start sei China bereits zum größten Markt für Skoda geworden. Das Unternehmen verkaufte dort 2011 mit 220.000 Fahrzeugen eines Viertel seines globalen Absatzes: „Derzeit sind wir fokussiert auf die drei Modelle Fabia, Octavia und Superb, die auch alle in China gefertigt werden. Es werden der Yeti und auch die neue kompakte Limousine folgen.“
Nach dem weltweiten Absatzplus im vergangenen Jahr von mehr als 15 Prozent sieht Stockmann das Unternehmen auf einem guten Weg. Stackmann bestätigte das Ziel, bis im Jahr 2018 weltweit 1,5 Millionen Einheiten Fahrzeuge zu verkaufen. „Ja, das haben wir uns für 2018 mindestens vorgenommen. Im vergangenen Jahr haben wir 879.200 Einheiten weltweit verkauft – ein Plus von 15,3 Prozent zum Vorjahr. Und 2012 wollen wir weiter wachsen.“
Skoda stecke gerade mitten in einer Modelloffensive: „In den kommenden Jahren bringen wir im Schnitt alle sechs Monate eine Produktneuheit zu unseren Händlern. Das schafft zusätzlichen Rückenwind“, so Stackmann. Lücken im Modellportfolio, die der Hersteller schließen möchte, seien „ein großer Bruder des Yeti im SUV-Bereich (…) und ein weiteres Derivat der kompakten Limousine, die wir in der zweiten Jahreshälfte in den Markt bringen.“
Das Wachstum werde von Neueinstellungen begleitet. „Wir haben heute rund 28.000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr betrug der Zuwachs rund 1.600 Arbeitsplätze. Und auch im laufenden Jahr stellen wir weiter ein“, so Stackmann. Zudem werde die VW-Tochter in den kommenden zwei bis drei Jahren alle 4.500 Händler weltweit auf eine neue Corporate-Identity umrüsten.
Der Volkswagen Group-Vorstand entscheidet zur Jahresmitte über den neuen Audi-Standort in Nordamerika. „Wir werden die Entscheidung voraussichtlich bis zum Sommer treffen. Danach brauchen wir rund 2,5 Jahre, bis das Werk seine Produktion aufnimmt“, sagt VW Group-Produktionsvorstand im Interview mit der Branchenzeitschrift Automotive News Europe. „Perspektivisch braucht Audi in Nordamerika ein Werk, und Volkswagen könnte ein SUV oberhalb des Tiguan, welches – analog zum US-Passat – exakt auf die Bedürfnisse nordamerikanischer Kunden zugeschnitten ist, gut zu Gesicht stehen“, so Macht. Beide Entscheidungen stünden „in engem Zusammenhang miteinander“.
München – Im deutschen Automarkt wurden im vergangenen Jahr 2,17 Milliarden Euro für Werbung ausgegeben und damit rund sieben Prozent mehr als 2010. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche unter Berufung auf das Hamburger Marktforschungsinstitut Nielsen. Das meistbeworbene Fahrzeug war 2011 mit 21,6 Millionen Euro der Opel Astra. Insgesamt wurden von diesem Kompaktwagen im vergangenen Jahr 86.579 Einheiten in Deutschland neu zugelassen, damit entfallen auf jeden zugelassenen Astra rund 250 Euro Werbegeld.
Stuttgart – Daimler, Volkswagen und Renault prüfen eine mögliche Zusammenarbeit bei Transportern. „Wir wollen mit VW in diesem Jahr entscheiden, ob wir unsere Kooperation bei den großen Transportern fortsetzen. Eine mögliche Option könnte dabei auch die Einbeziehung von Renault sein“, sagte Daimler-Transporterchef Volker Mornhinweg im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Durch eine solche Allianz ergäben sich seiner Ansicht nach weltweit ganz andere Möglichkeiten.
Stuttgart – Mercedes verzahnt seine Performance-Marke AMG stärker mit der Formel 1. „Ab der Saison 2012 startet das Silberpfeil-Werksteam unter dem Namen ‚Mercedes AMG Petronas Formel 1-Team‘“, sagte AMG-Chef Ola Källenius im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. „Die Formel 1 ist in den letzten Jahren vor allem in den Emerging Markets stark gewachsen. Durch das Branding in der Formel 1 haben wir die große Chance, die Bekanntheit unserer Marke in diesen Zukunftsmärkten aufzubauen und zu steigern.“ Die Nachfrage nach den Performance-Modellen von Mercedes kam bisher aus den USA, Deutschland und Japan. Nun entwickeln sich Schwellenländer wie China, Russland, Brasilien sowie Korea und Südafrika zu interessanten Märkten: „Wir haben dadurch und aufgrund der Mercedes-Modelloffensive bis 2015 überproportionale Wachstumschancen“, betonte Källenius.