Der Volkswagen-Konzern will die Zahl seiner Standorte weltweit bis 2018 deutlich erhöhen. „Rechnen wir die 31 MAN-Standorte hinzu, sprechen wir nicht mehr über 70 Standorte – sondern gehen bereits deutlich früher als 2018 auf insgesamt 100 Standorte zu“, sagte VW-Produktionsvorstand Michael Macht im Gespräch mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Er fügte hinzu: „In China arbeiten wir an neuen Standortprojekten in Foshan, Yizheng und Ningbo.“ Dazu sollen in der Region Komponentenwerke entstehen. „Wir schauen zudem verstärkt nach Südostasien, vor allem nach Malaysia. Und bekanntlich auch nach Nordamerika, wo wir bereits ein Komponentenwerk in Mexiko aufbauen und ein weiteres Fahrzeugwerk unter Audi-Führung untersuchen“, präzisierte Macht die VW-Pläne. Schrittweise bis 2018 die Produktionskapazität von 10 Millionen Einheiten sicherzustellen, sei eines der strategischen Kernziele in der neuen „Produktionsstrategie 2018“, so Macht.
Zugleich will der Konzern im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Opel (in Antwerpen) und Fiat (in Termini Imerese) keine europäischen Standorte schließen, obwohl 39 der aktuell weltweit 62 Pkw-Fahrzeug- und Komponentenwerke in Europe angesiedelt sind. „Im Gegenteil, unsere deutschen und europäischen Konzernstandorte sind und bleiben das Rückgrat für unseren weltweiten Erfolg. Deshalb investieren wir dort bewußt in neue Technologien und Kapazitäten, allein in Deutschland bis zum Jahr 2016 insgesamt rund 28 Milliarden Euro. Dies macht doch mehr als deutlich: Der Produktionsstandort Deutschland spielt bei Volkswagen im internationalen Vergleich ganz vorne mit.“
Derzeit habe Volkswagen nahezu 30.000 Zulieferer, davon seien 6.000 Serienlieferanten. Die Zahl der Zulieferer soll in den nächsten Jahren konstant bleiben: „Sie wird sich nicht wesentlich erhöhen, allein schon um unseren Aufwand hinsichtlich der Auditierung und Qualitätssicherung zu reduzieren. Es wird aber auch keine drastischen Einschnitte geben. Generell haben wir in 2011 gesehen, dass Wettbewerber, die zum Single Sourcing tendieren, von den Katastrophen in Japan und Thailand wesentlich stärker betroffen waren als wir“, unterstrich der VW-Manager.
Laut Macht beschäftigt VW in der Produktion „zwei Drittel der derzeit rund 500.000 Beschäftigten“ des Konzerns und fertigt derzeit mehr als 200 Modelle für seine 10 Konzernmarken. 2012 werde diese Zahl weiter gesteigert. „2011 haben wir 42 Neuanläufe gefahren, 2012 werden es insgesamt sogar 49 Neuanläufe sein – ohne MAN und Scania. Mit unserer Konzernproduktionsstrategie und mit absoluter Disziplin hinsichtlich unserer Baukastenstrategie werden wir diese Herkulesaufgabe stemmen.“
Der zum VW-Konzern gehörende tschechische Autohersteller Skoda will sich weltweit breiter aufstellen und seine Abhängigkeit vom europäischen Markt reduzieren. Das kündigte Marketingchef Jürgen Stockmann im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe an: „Heute verkaufen wir 60 Prozent unseres Absatzes in Europa und 40 Prozent außerhalb. Bis 2018 dürfte sich dieses Verhältnis komplett drehen“.
Der Volkswagen Group-Vorstand entscheidet zur Jahresmitte über den neuen Audi-Standort in Nordamerika. „Wir werden die Entscheidung voraussichtlich bis zum Sommer treffen. Danach brauchen wir rund 2,5 Jahre, bis das Werk seine Produktion aufnimmt“, sagt VW Group-Produktionsvorstand im Interview mit der Branchenzeitschrift Automotive News Europe. „Perspektivisch braucht Audi in Nordamerika ein Werk, und Volkswagen könnte ein SUV oberhalb des Tiguan, welches – analog zum US-Passat – exakt auf die Bedürfnisse nordamerikanischer Kunden zugeschnitten ist, gut zu Gesicht stehen“, so Macht. Beide Entscheidungen stünden „in engem Zusammenhang miteinander“.
München – Im deutschen Automarkt wurden im vergangenen Jahr 2,17 Milliarden Euro für Werbung ausgegeben und damit rund sieben Prozent mehr als 2010. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche unter Berufung auf das Hamburger Marktforschungsinstitut Nielsen. Das meistbeworbene Fahrzeug war 2011 mit 21,6 Millionen Euro der Opel Astra. Insgesamt wurden von diesem Kompaktwagen im vergangenen Jahr 86.579 Einheiten in Deutschland neu zugelassen, damit entfallen auf jeden zugelassenen Astra rund 250 Euro Werbegeld.
Stuttgart – Daimler, Volkswagen und Renault prüfen eine mögliche Zusammenarbeit bei Transportern. „Wir wollen mit VW in diesem Jahr entscheiden, ob wir unsere Kooperation bei den großen Transportern fortsetzen. Eine mögliche Option könnte dabei auch die Einbeziehung von Renault sein“, sagte Daimler-Transporterchef Volker Mornhinweg im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Durch eine solche Allianz ergäben sich seiner Ansicht nach weltweit ganz andere Möglichkeiten.