Dafür sei zwar eine längere Übergangszeit erforderlich. „Ich kann mir das Jahr 2018 vorstellen oder 2020. Auf jeden Fall aber muss in dieser Legislaturperiode der Beschluss gefasst werden, das Prinzip der doppelten Amtssitze zu beenden“, betonte Merkel. Nach ‚Cicero’-Informationen räumen auch Haushaltspolitiker der Koalition mittlerweile ein, dass das Bonn-Berlin-Gesetz reformiert werden dürfte, dass „im Laufe der Jahre“ alle Stellen, die für ein effizientes Arbeiten der Regierung erforderlich sind, nach Berlin gezogen werden. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, sieht bereits die „Lobby der Umzugsgegner kleiner“ werden. „Der Komplettumzug wird kommen! Je früher, desto besser. Die schwarz-gelbe Koalition sollte deshalb schleunigst einen Schlussstrich ziehen und den Umzug einleiten“, forderte Däke und rechnete vor. „Die derzeitigen Doppelstrukturen kosten nach unseren Schätzungen jährlich rund 23 Millionen Euro.“
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Ischinger wirft Afghanistanpolitik „Kurzatmigkeit“ vor
In Berlin herrsche nicht einmal Klarheit darüber, warum die deutschen Soldaten überhaupt in Afghanistan sind. Es reiche jedenfalls nicht aus, permanent den Satz des früheren SPDVerteidigungsministers Peter Struck zu wiederholen, Deutschlands Sicherheit werde am Hindukusch verteidigt. Erforderlich sei eine „sicherheitspolitische Debatte, die strategisch denkt und mehr ist als kurzatmiges Reagieren auf das Tagesgeschehen. Nur so werden wir mit der Krise fertig werden können“, sagte Ischinger.
EU-Verteidigungsminister zweifeln
Frankreichs Verteidigungsminister Hervé Morin sagte ebenfalls: „Die afghanische Demokratie kann keine Kopie unserer liberalen westlichen Demokratien sein“. Ungarns Ressortchef Imre Szekeres warnte, ein „Hineindrängeln“ in die besonderen afghanischen Umstände, in ihre Traditionen, könne „auf lange Sicht nicht erfolgversprechend sein“.
Auch der tschechische Verteidigungsminister Martin Barták sagte dem Magazin: „Es ist nicht die Ambition der Verbündeten, in Afghanistan eine Demokratie nach westlichem Muster zu errichten. Das wäre unrealistisch und widerspräche den örtlichen Traditionen.“ Sein britischer Amtskollege Bob Ainsworth fügte hinzu: „Wir haben auch nie behauptet, eine westliche Demokratie in Afghanistan aufbauen zu wollen.“ Spaniens Verteidigungsministerin Carme Chacón stellte klar: „Letztlich entscheiden die Afghanen über das Gesellschaftsmodell, das sie errichten wollen.“
Schlingensief prangert „Wimmerton“ der Kirchen an
In den Gemeinden gebe es unzählige wunderbare Mitglieder und gute Hilfsprojekte. „Im Großen und Ganzen habe ich aber das Gefühl, dass die Kirche mir keine Freude vermittelt“, kritisierte der Regisseur. Sowohl die katholische als auch die protestantische Kirche hätten sich „auf eine Art Abgesang“ eingelassen. „Alles kommt mit einem Wimmerton daher.“ Die Kirchen seien „in ihren Ritualen hängen geblieben, es sind Absitzrituale. Wenn man böse wäre, würde man sagen: Die Rituale sind nicht mehr als Sesselhockerei. Das ist natürlich viel zu wenig“, bedauerte Schlingensief.
Enoch zu Guttenberg erwartet von der Politik „nicht viel“
„Leider fehlt es uns an den großen Köpfen, die in der Öko-Problematik klare Meinungen haben, und diese auch philosophisch und wirtschaftspolitisch untermauern können“, betonte der Dirigent. Selbst die Grünen seien „nie wirklich perspektivisch“ gewesen. „Wenn man sich deren Bundestagsreden anhört, versteht man, dass sie den meisten auf die Nerven gehen“, sagte zu Guttenberg.
Der 63-jährige Mitgründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland fügte hinzu, Schloss Guttenberg sei „heute weitgehend klimaneutral“ und werde „mit Energiesparlampen beleuchtet, auch wenn das Licht scheußlich ist. Und die gesamte Anlage mit allen Gebäuden wird mit Hackschnitzeln beheizt“. Zugleich bekräftigte er seine Ablehnung der Kernenergie. „Für mich ist heute noch jedes Atomkraftwerk eine schlafende Atombombe“, sagte zu Guttenberg.