Category Archives: Auto

25Juni/11

BayWa baut Autogeschäft aus

 München – Nach dem offiziellen Verkauf seiner Autohandelssparte vor zwei Jahren forciert der im MDAX gelistete Agrarkonzern BayWa nun offenbar wieder sein Kfz-Geschäft. Der Münchner Konzern erwirbt zum 1. Juli über seine hundertprozentige Tochter bhg Autohandelsgesellschaft eine Firma in Reutlingen, die bislang zur Wellergruppe gehörte, einem der größten deutschen Automobilhandelsunternehmen. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.
Zudem hat sich dem Blatt zufolge die BayWa nie völlig von dem Autogeschäft getrennt, obwohl Analysten stets einen Rückzug auf die Kernkompetenzen Agrar, Bau und Energie gefordert hatten. Über eine komplizierte Beteiligungsregelung blieb die Sparte als Finanzbeteiligung im Geschäftsbericht bestehen.

Vor zwei Jahren hatte die BayWa zwei Prozent ihrer AHG Autohandelsgesellschaft, die das Kfz-Geschäft bündelt, an die ZG Raiffeisen verkauft. 49 Prozent gingen an die deutsche Raiffeisen-Warenzentrale (DRWZ). Da die BayWa selbst mit 37,8 Prozent an der DRWZ beteiligt ist, werden ihr auch deren Anteile zugeschlagen, damit kommt sie auf 98 Prozent an der AHG.
Seit der offiziellen Lossagung haben sich die Autohäuser an insgesamt 29 Standorten bestens entwickelt. Mit 5.950 verkauften Neuwagen im Jahr 2010 rangieren sie auf Platz 29 der deutschen Händler. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 304 Millionen Euro, beim Ausstieg im August 2009 waren es 247 Millionen Euro. Nach dem Amtsantritt bei Europas größtem Agrarkonzern hatte BayWa-Chef Klaus Josef Lutz bereits einen Kfz-Umsatz von einer Milliarde Euro ins Spiel gebracht.

25Juni/11

Car2go startet Elektroflotte

 Stuttgart – Die Daimler-Tochter Car2go will in wenigen Wochen erstmals reine Elektro-Fahrzeuge zur Miete anbieten und so die nächste Entwicklungsstufe des innovativen CarSharing-Konzepts einleiten. „Es handelt sich um einen Praxistest mit zunächst nur einer handvoll Fahrzeugen“, zitiert die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche eine mit dem Vorgang vertraute Person. Eingesetzt wird der vollelektrische Smart-Fortwo miLithium-Ionen-Batterie.

Bei Car2go können Kunden – nach einer einmaligen Registrierung – im Stadtgebiet verteilte Fahrzeuge spontan mieten und an jedem beliebigen Ort wieder abstellen. Bezahlt wird nach der Nutzungsdauer. Nun soll getestet werden, unter welchen Voraussetzungen dieses Mietmodell funktionieren kann, wenn Elektrofahrzeuge mit einer begrenzten Reichweite genutzt werden und wie die Ladeinfrastruktur beschaffen sein muss. Heutige Kunden von Car2go erhalten zum Beispiel eine Zeitgutschrift, wenn sie ihr Fahrzeug mit herkömmlichem Verbrennungsmotor betanken.
Der Praxistest findet in Ulm und Neu-Ulm statt. Dazu bauen die Stadtwerke SWU ein flächendeckendes Netz von Stromzapfsäulen. Technologiepartner ist Ladesäulen- und Steckerspezialist Mennekes sowie die Beteiligungsgesellschaft FG Green Tech.
Zum Jahresende will Car2go in Amsterdam mit 300 Elektro-Smarts im kommerziellen Betrieb an den Start gehen.

22Juni/11

PSA will in China mehr Autos verkaufen als in Frankreich


Gales: Abhängigkeit von Europa reduzieren – Lateinamerika und Russland im Visier

Paris – Der französische PSA-Konzern will in den nächsten neun Jahren seinen Marktanteil in China von derzeit 3,3 Prozent auf insgesamt acht Prozent mehr als verdoppeln. „China wird für unseren Konzern mittelfristig sicher der größte Absatzmarkt – noch vor Frankreich, wo wir 2010 rund 870.000 Fahrzeuge verkauft haben. In China waren es 370.000, Tendenz steigend“, sagte der Markenchef von Peugeot Citroën, Jean-Marc Gales, im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Er fügte hinzu: „Dieses Jahr wollen wir in China schon auf 450.000 Einheiten kommen. Aber wenn der Markt auf 20 Millionen Einheiten im Jahr anwächst, können Sie sich ausrechnen, dass wir mit acht Prozent Marktanteil bei mindestens 1,6 Millionen Einheiten liegen werden.“

Zudem plant PSA auch in anderen Märkten stärker als bisher aktiv zu werden. In Lateinamerika will der Konzern nach jahrelangen Verlusten 2011 „erstmals profitabel“ sein: „Unseren Marktanteil wollen wir mittelfristig von 5,4 auf acht Prozent steigern.“ Gales unterstrich: „Insgesamt wollen wir dank Märkten wie China, Brasilien aber auch Russland unsere Abhängigkeit von Europa reduzieren.“ Der Manager nannte dazu im Interview mit Automotive News Europe ambitionierte Ziele: „Im vergangenen Jahr haben wir 39 Prozent unseres weltweiten Absatzes außerhalb Europas verkauft, schon 2015 werden wir diesen Anteil auf 50 Prozent erhöhen.“

Der Marktanteil in Europa soll bei 14 Prozent gehalten werden. Eine Steigerung wollte Gales nicht ausschließen, „vorausgesetzt natürlich, dass dieses Wachstum profitabel geschieht.“

Gales erwartet 2011 eine Stagnation im europäischen Markt – sprich „das 2010er Level von rund 15 Millionen Fahrzeugen für Europa EU30“. Langfristig rechnet der Manager „mit einer leichten Steigerung. Und 2020 sollte der Markt wieder auf 18 Millionen Einheiten anziehen.“

22Juni/11

Kia plant rasantes Wachstum in Europa


Kia hat seine rasanten Wachstumsziele in Europa bekräftigt und sieht sich auf einem guten Weg, mehr als 70 Prozent Wachstum innerhalb von zwei Jahren zu realisieren. Kia Europe COO Paul Philpott bestätigte im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe, der Absatz in Europe solle dieses Jahr um 15 Prozent auf 300.000 Einheiten gesteigert werden und auf 450.000 im Jahr 2013. Philpott: „Im vergangenen Jahr hatte Kia einen Marktanteil von 1,9 Prozent in Europa, jetzt sind wir bei vier bis fünf Prozent in den Segmenten, in denen wir erfolgreich operieren.“ Philpott fügte hinzu: „In diesem Jahr erneuern wir unsere Angebote in drei Schlüsselsegmenten – Kleinwagen, Kompakte und Mittelklassewagen – die zusammen 75 Prozent des europäischen Marktes abbilden. Daher denke ich nicht, dass unsere Ziele überambitioniert sind. Sie sind einfach ambitioniert“.

Der boomende Markt in Deutschland gleiche nach Philpotts Worten die Unsicherheiten im südlichen Europa aus. Der Manager räumte ein, dass die Produktion in Europa „kritisch“ für die Verkäufe werde. 2010 wurden rund 60 Prozent der in Europa verkauften Fahrzeuge hier gefertigt. Dies seien die Modelle Venga, Cee’d compact und Sportage. Dagegen kämen die verbleibenden 40 Prozent – Picanto, Rio, Sorento und Carnival – aus Südkorea.

„Die Wartezeit für unseren neuen Sportage beträgt derzeit rund sechs Monate, das ist zu lang“, erkärt Philpott. Darum soll die Produktion des Kia-SUV im Sommer vom Hyundai-Werk im tschechischen Nosovice ins Kia-Werk Zilina in der Slowakei verlagert werden. „2009 verkauften wir rund 20.000 Einheiten vom früheren Sportage – und wir dachten, eine Zahl von 50.000 sei schon ein mutige Planung. Inzwischen läuft die Nachfrage auf 70.000 Einheiten hinaus, deswegen brauchen wir die zusätzliche Produktionskapazität.“ Die technische Kapazität in Zilina liege bei 300.000 Einheiten im Jahr (über alle Modell-Linien hinweg). Vergangenes Jahr hatte Kia dort 230.000 Einheiten produziert.

Philpott kündigte an, weiter in die Bekanntheit der Marke zu investieren: „Wir setzen unser Sponsoring der Fußball-Weltmeisterschaften bis 2022 und der Europameisterschaften bis 2016 fort“. Der spanische Tennisprofi Rafael Nadal bleibe zudem der globale Markenbotschafter von Kia.

19Juni/11

Daimler verschiebt Entscheidung über Maybach

 Neben Kooperation mit Aston Martin oder Schließung gibt es nun eine dritte Option: die Weiterführung als Mercedes-Submarke analog zu AMG

Stuttgart – Die Entscheidung über die Zukunft der Luxusmarke Maybach verschiebt sich nach Informationen der Automotive News Europe um etwa einen Monat. Die Fachzeitschrift zitiert eine mit dem Vorgang vertraute Person mit den Worten: „Ich gehe davon aus, dass die Entscheidung noch vor der Sommerpause (Anfang August) erfolgt“. Zugleich sagte ein Daimler-Aufsichtsratsmitglied der Automotive News Europe: „Maybach spielt nur eine kleine Rolle für das Daimler-Geschäft, da sind andere Themen viel wichtiger. Aber ich erwarte einen Bericht auf der nächsten Aufsichtsratssitzung.“ Die Daimler-Aufsichtsratssitzung findet am 27. Juli statt. Ursprünglich wollte Daimler-Chef Dieter Zetsche eine Entscheidung bis Ende Juni herbei führen.

Neben der Schließung oder einer Kooperation mit dem britischen Hersteller Aston Martin wird nun als dritte Option der Verbleib der Luxusmarke im Konzern diskutiert. Damit könnte Maybach als edle Submarke für die Top-Modelle von S-Klasse, GL-Klasse und CL-Klasse positioniert werden – analog zu AMG für die sportlichsten Modelle der Marke Mercedes Benz.

Unabhängig davon arbeitet Aston Martin gerade angeblich nicht nur an einer Studie für ein Nachfolgermodell, wie es Daimler-Chef Dieter Zetsche vor zwei Wochen gegenüber Automotive News Europe bestätigte, sondern an einer ganzen Maybach-Familie von vier Modellen, die weitgehend auf der Architektur der nächsten S-Klasse-Generation basieren.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte auf Nachfrage von Automotive News Europe Gespräche mit Aston Martin bestätigt und gesagt, eine Milliarde Dollar für die Entwicklung des Maybach wären „kein gutes Investment für ein Auto mit geringem Absatzvolumen“ gewesen. Maybach verkaufte nach Untersuchungen von IHS Automotive im vergangenen Jahr insgesamt 157 Autos. Ursprüngliche Prognosen waren von 1.500 verkauften Einheiten ausgegangen.

Maybach may roll forward as M-B subbrand

FRANKFURT — Daimler AG has delayed a decision on the future of Maybach by about a month and now is considering turning the luxury nameplate into a subbrand of Mercedes-Benz. According to three company sources Automotive News Europe reports, Daimler is still considering a partnership with British carmaker Aston Martin in which Aston Martin would produce the second-generation Maybach. Aston Martin has created four concepts for Daimler based on the next-generation S-class architecture.

A third option is to kill the Maybach brand, the sources said.

Daimler CEO Dieter Zetsche confirmed this month that Daimler has been in discussions with Aston Martin. No other potential partner has emerged.

Daimler originally said it would decide the fate of Maybach by July 1. That decision has been delayed until late July, when the Daimler supervisory board is next scheduled to meet.

Folding Maybach into Mercedes is now under consideration. Under that scenario, Maybach would be a subbrand, like AMG, and the Maybach name would be used for Mercedes’ top-of-the-line versions of its S-, GL- and CL-class vehicles with only minor design changes.

Spokeswomen for Daimler and Aston Martin declined to comment on the future of Maybach.