Freihandelsabkommen mit Südkorea benachteiligt Europa
Köln – Nach dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen Europa und Südkorea hat Ford-Europachef Stephen Odell der EU-Kommission eine Benachteiligung der hiesigen Industrie vorgeworfen. „Selbst wenn der Automobilhandel zwischen Europa und Südkorea ohne tarifäre oder versteckte Handelshemmnisse ablaufen sollte, ist er beim Volumen absolut nicht ausgeglichen“, sagte Odell im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „Schließlich ist der südkoreanische Markt nur 1,5 Millionen Fahrzeuge groß, der Europäische aber zwischen 15 und 17 Millionen.“ Der Manager warnte davor, entsprechende Verträge mit Indien und Japan zu schließen, “ so lange wir nicht gegenseitig womöglich bestehende nicht-tarifäre Handelshemmnisse identifiziert haben und klar vereinbaren, sie zu beseitigen.“
Zugleich warf Odell Teilen der EU-Kommission eine „wachsende Industrie-skeptische Haltung“ vor. „Das wird zum Beispiel im jüngsten White-Paper zur Mobilität deutlich, aus dem eine regelrechte Anti-Auto-Haltung spricht. Mir wurde gesagt, dass es sich dabei um ein bewusst ‚provokatives‘ Papier handle. Aber wir brauchen keine provokativen Papiere, sondern eine Politik, die der Bedeutung der Automobilwirtschaft in Europa gerecht wird.“ Die Branche beschäftige direkt 2,3 Millionen Menschen und weitere 10,4 Millionen indirekt.
Berlin – Vor der entscheidenden Sitzung des Bundesrates zum geplanten CO2-Label hat die Länderkammer weit reichende Veränderungen vorgeschlagen. Nach bisherigen Entwürfen sollte die Fahrzeugmasse ausschlaggebend bei der Einstufung der Fahrzeuge sein. Nach Informationen der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche soll diese Regelung bereits in drei Jahren von Kriterien wie der Standfläche oder den Sitzplätzen abgelöst werden. Stuft man die Autos aufgrund ihrer Masse ein, könne es „zu verzerrten Darstellungen kommen, die Verwirrungen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern hervorrufen können“, schreibt der federführende Wirtschaftsausschuss gemeinsam mit den Ausschüssen für Verbraucherschutz, Umwelt und Verkehr dem Blatt zufolge.
Der französische PSA Peugeot Citroen-Konzern will seine globale Präsenz verstärken und nach 3,6 Millionen weltweit verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr den Absatz weiter steigern. „Dieses Jahr werden es sicher mehr, womit wir das nächste Alltime-High feiern können. Und der neue Rekord wird signifikant über dem des Vorjahres liegen“, sagt Markenchef Jean-Marc Gales im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe.
Renault-Nissan wird im Wettbewerbsvergleich bald die meisten Fahrzeuge auf nur einer globalen Fahrzeugarchitektur fertigen. Im vergangenen Jahr produzierte die Volkswagen Gruppe auf der bislang größten Plattform mit der PQ35/46-Architektur insgesamt 3,13 Millionen Fahrzeuge, darunter die Verkaufsschlager Golf, Audi A3 und Skoda Octavia. Der Nachfolger namens Modularer Querbaukasten (MQB) soll 2015 die Herstellung von rund 3,6 Millionen Autos ermöglichen. Demgegenüber wird ab 2015 die X85 Architektur von Renault Nissan bis zu 3,8 Millionen Fahrzeuge ermöglichen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern darauf rund 2,6 Millionen Renault Clio, Nissan Note und Dacia Logan gebaut, ermittelte PricewaterhouseCoopers im Auftrag der Fachzeitung.