Frankfurt/Main – Branchenexperten erwarten von der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA trotz Zuwächsen bei Ausstellern und Fläche keine neuen Rekorde. „Für die Autobranche sind die großen Märkte mit großen Wachstumspfaden wichtig. Und das ist mit Sicherheit nicht Deutschland“, sagte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „China ist das neue Zentrum der Autoindustrie und das spürt auch die IAA.“ Kein chinesischer Autobauer habe derzeit Pläne, in den nächsten 18 Monaten nach Deutschland zu kommen. „Warum sollten sie dann jetzt mit Riesenbudgets zur IAA gehen?“, unterstrich Dudenhöffer. Mit Changan ist in diesem Jahr nur ein chinesischer Hersteller erstmals auf der IAA vertreten.
Zudem wirken bei einigen Unternehmen nach Ansicht von Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der FHDW in Bergisch Gladbach, Sparprogramme aus den vergangenen Monaten nach. Er sagte der Zeitung: „Vor allem Marketingkosten werden bei den Unternehmen genauer hinterfragt als in den Zeiten vor der Krise“.
Die IAA findet in Frankfurt/Main vom 15. bis 25. September statt. Rund 900 Aussteller werden sich auf 210.000 Quadratmeter Fläche präsentieren. Im Vorkrisenjahr 2007 waren es 1.050 Aussteller und 220.000 Quadratmeter.

Stuttgart – Daimler-Chef Dieter Zetsche hat sich kurz nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen mit einer Kampfansage an Audi und BMW an die Belegschaft gewandt. „Einige unserer Wettbewerber wachsen aktuell schneller und profitabler als wir“, formuliert Zetsche in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das der Fachzeitschrift Automotive News Europe vorliegt. Weiter heißt es in dem vertraulichen Brief: „Zugegeben, das sind Momentaufnahmen – man muss sie nicht überbewerten (…) Ein zusätzlicher Ansporn sind die Erfolge der Konkurrenz allemal. Und auf Dauer können und werden wir uns nicht mit einem „guten zweiten“ oder gar „dritten“ Platz zufrieden geben.“
Stuttgart – Daimler will die kommerziell enttäuschende Engineering-Tochter MBtech neu ausrichten. „Wir suchen einen strategischen Partner, wollen aber langfristig wesentliche Teile an MBTech halten“, sagte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Seit geraumer Zeit kursieren in der 2.600 Mitarbeiter starken Belegschaft in Stuttgart und an anderen Standorten Gerüchte, wonach der Einstieg eines chinesischen Unternehmens kurz vor dem Abschluss steht. Dies dementiert Daimler entschieden.