Category Archives: Auto

09Okt./11

BMW-Vorstand Arndt: Auslastung 2011 bei über 110 Prozent

 München – Der Münchner BMW-Konzern wird seine Werke in diesem Jahr über der Vollauslastung fahren. „Die Auslastung wird für das gesamte Jahr 2011 über 110 Prozent liegen – gemessen an der Harbour-Definition einer Vollauslastung im Zweischichtbetrieb an fünf Tagen die Woche. Wichtiger als die prozentuale Auslastung ist aber, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Kapazitäten am richtigen Standort bereitstellen zu können“, sagte BMW-Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt im Gespräch mit Fachzeitschrift Automotive News Europe. Selbst auf jeden denkbaren Abschwung sei das BMW-Produktionsnetzwerk vorbereitet. Arndt: „Ich denke, wir können Schwankungen zwischen 20 und 30 Prozent abfedern.“

Arndt erklärte, dass BMW „2011 deutlich mehr als 1,6 Millionen Fahrzeuge produzieren“ werde. Diese Zahl entspreche jedoch nicht der Maximalkapazität, da durch das Auslaufen der 1er und 3er Reihen noch Reserven bestünden. Zudem will BMW die Kapazitäten an seinen bestehenden Standorten in China, Indien, Südafrika und den USA erweitern und liebäugelt mit einem (CKD-)Montagewerk in Brasilien. Entgegen anderslautender Medienspekulationen sei diese Entscheidung aber noch nicht gefallen. Arndt: „Diese Entscheidung wird vorbereitet und ich bin zuversichtlich, dass wir sie dieses Jahr noch treffen werden.“ Derzeit konkurrierten „noch einige Standorte“ miteinander und BMW wolle prüfen, unter welchen Rahmenbedingungen der Konzern wo am besten produzieren könne.

„Allein durch die Ausschöpfung der so erweiterten Netzwerkskapazität sind wir also in der Lage, die zwei Millionen Einheiten zu produzieren, die wir gemäß unserer Strategie Number ONE 2020 absetzen wollen. Erst wenn wir unser Absatzziel über diese zwei Millionen erhöhen, ergibt sich die Notwendigkeit für einen weiteren Standort“, unterstrich der Manager.

09Okt./11

Opel-Betriebsrat Franz: Langfristig 40.000 Mitarbeiter in Europa halten

 Rüsselsheim – Opel-Betriebsratschef und –Aufsichtsratsvize sieht die Restrukturierung als beendet an und erwartet für Opel ein „profitables Wachstum“. Die um rund 8.000 Stellen reduzierte Belegschaft soll langfristig gehalten werden. „Wir beschäftigen jetzt 40.000 Mitarbeiter in ganz Europa. Und diese Zahl wollen wir langfristig konstant halten“, sagte Betriebsratschef Klaus Franz im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Altersbedingte Austritte würden für strukturelle Verbesserungen und mehr Ingenieure genutzt. Allein dieses Jahr seien es „unter dem Strich rund 160 Neueinstellungen, nach 250 in 2010″, so der Betriebsrat.

Franz bestätigt frühere Aussagen der Geschäftsführung, in diesem Jahr eine „schwarze Null“ zu schreiben. „Ab 2012 sieht der Unternehmensplan wieder nachhaltige Gewinne vor“, ergänzte Franz. Insgesamt wolle Opel/Vauxhall in diesem Jahr rund 1,3 Millionen Fahrzeuge verkaufen, davon den größten Teil in Europa. 2010 waren es 1,2 Millionen.

Im Stammwerk Rüsselsheim werde seit September erstmals – neben dem Flaggschiff Insignia – der kompakte Opel Astra in der fünftürigen Version produziert: „Im ersten Quartal 2012 werden wir in Rüsselsheim die dritte Schicht flächendeckend einführen“. Insgesamt sollen in diesem Jahr in Rüsselsheim über 20.000 Astra vom Band laufen. Franz kündigte weiter an: „2012 werden wir bis zu 50 Prozent des Fünftürer-Volumens in Rüsselsheim fertigen, sprich 80 – 90.000 Einheiten. Die technische Kapazität des gesamten Werkes liegt bei 272.000 Einheiten (Insignia und Astra) im Dreischichtbetrieb.“ Die andere Hälfte des Astra-Fünftürer-Volumens läuft im polnischen Gliwice und britischen Ellesmere Port von Band – zusammen mit dem Dreitürer, GTC und Stufenheck. Der Sportstourer kommt komplett aus Ellesmere Port.

Auch die Entwicklung im ostdeutschen Opel-Werk Eisenach stimmt Franz zufrieden: Das für 2013 geplante Einstiegsmodell „Junior“ werde „mit einem Volumen von bis zu 90.000 Einheiten pro Jahr zusammen mit der nächsten Generation Corsa den Standort Eisenach langfristig absichern.“

Zur langfristigen Sicherung des Werkes Bochum stellte Franz eine Forderung auf: „GM-Chef Dan Akerson hat recht damit, dass Chevrolet auch in Europa produziert werden sollte, getrau der Philosophie „Die Produktion folgt dem Markt“. Wir plädieren dafür, dass die nächste Generation des Antara zusammen mit dem Chevrolet Captiva ab 2014 in Bochum gefertigt wird, den sie basiert ebenso wie der dort ohnehin gefertigte Zafira auf der Compact High Roof Architecture.“

01Okt./11

BMW-Handel lagert Mini aus

 München – BMW-Händler müssen künftig für die Marke Mini eigene Verkaufsräume bauen. Grund: Der Münchner Autohersteller strebt zugunsten seiner neuen Kleinwagenfamilie im deutschen Handel eine deutliche Trennung von seiner Marke Mini an. „Wenn ein BMW-Händler heute noch Mini in seinem Showroom hat, sollen diesen Platz künftig die Fahrzeuge der unteren Klasse von BMW einnehmen“, sagte BMW-Deutschlandchef Karsten Engel im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. BMW will mit der „unteren Klasse“ eine neue Modellfamilie mit Frontantrieb unterhalb des Einser einführen, die dem Mini technisch ähnlich ist. „Im gleichen Showroom wird es keine anderen Marken geben, das geht nicht“, unterstrich Engel. Die strengere Markentrennung wird in neuen Verträgen besiegelt und soll den Händlern mit einem Baukostenzuschuss von bis zu 300.000 Euro schmackhaft gemacht werden.

Die Händler sehen dies positiv. „Wenn Mini jährlich 30.000 bis 40.000 Autos in Deutschland verkauft ist die Markentrennung sinnvoll“, sagte Werner Entenmann, Präsident des Verbands der BMW-Vertragshändler, der Automobilwoche. Die untere Klasse sei Konkurrenz zum Mini „und wir möchten uns keine Konkurrenz im eigenen Haus machen“, erklärte Entenmann.

Für beide Marken soll es getrennte Eingänge geben, reine Mini-Verkäufer sollen künftig ebenso wie Mini-Serviceberater zahlreicher werden. BMW geht dabei auf Gegebenheiten beim Händler vor Ort ein. „Natürlich ist für uns ein gegenüberliegendes Gebäude oder Mini als Exklusivbetrieb an einem eigenen Standort das maximal Mögliche, das heißt aber nicht, dass es zwingend notwendig ist. Es wird nichts aufoktroyiert“, sagt eine BMW-Sprecherin.
In Deutschland gibt es 225 Mini-Betriebe, davon 32 in Niederlassungen und 193 bei BMW-Partnern. Exklusive Mini-Betriebe gibt es bislang nicht, laut Entenmann haben sich aber zwei Händler dafür beworben.

01Okt./11

Bentley-Chef Dürheimer: Bis Ende des Jahres wieder profitabel

 Frankfurt/Main – Die zum VW-Konzern gehörende Luxusmarke Bentley wird nach Angaben von Vorstandschef Wolfgang Dürheimer Ende des Jahres wieder schwarze Zahlen schreiben. „Wir befinden uns mit Bentley auf einem guten Weg. Bis zum Ende des Jahres wollen wir wieder profitabel sein“, sagte der Manager im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „In den ersten acht Monaten des Jahres 2011 verzeichnen wir beim Absatz einen Zuwachs von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis Jahresende gehen wir davon aus, dass wir weltweit mit einem Plus 40 Prozent abschließen können und 7.000 Einheiten verkaufen.“

Das Unternehmen verfüge mit seinen drei Angeboten Mulsanne, dem neuen Continental GT sowie dem Cabriolet über „eine sehr junge, attraktive Modellpalette“, betonte Dürheimer. Der Restrukturierungsplan für Bentley sehe „Veränderungen quer durch alle Bereiche“ vor, erklärte der frühere Entwicklungschef von Porsche: „Wir haben bei Porsche jahrelang an der Erhöhung der Effizienz und der Verbesserung der Produktivität gearbeitet. Ich bin sicher, dass wir in diesen Kriterien auch bei Bentley in den nächsten ein bis zwei Jahren gut vorankommen werden.“

01Okt./11

Mäßiges Interesse an Daimlers MBtech

 Autohersteller verhandelt mit Magna und Engineering-Firma Akka – EADS alternative OptionSindelfingen – Daimler hat Schwierigkeiten, einen strategischen Partner für die Engineering-Tochter MBtech zu finden. „Es gibt in der Industrie kaum Interesse, obwohl das Unternehmen praktisch allen namhaften Dienstleistern angeboten wurde“, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Derzeit verhandele der Autohersteller mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna und der französischen Engineering-Firma Akka. Zum potenziellen Interessentenkreis soll auch der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gehören. Dies bestätigte ein weiterer Insider dem Blatt. Daimler will sich derzeit von seinem 15-prozentigen EADS-Anteil trennen. An einem Einstieg hat die Qatar Holding, ein Staatsfonds des arabischen Emirats, Interesse signalisiert. Auf Nachfrage der Automobilwoche wollte der Autohersteller wollte zum Thema MBtech keine Stellung nehmen.

Daimler versucht schon seit längerem, seine kommerziell enttäuschende Engineering-Tochter neu auszurichten. Noch immer ist MBtech mit weltweit 2.900 Mitarbeitern und einem Umsatz von 300 Millionen Euro fast ausschließlich für den Mutterkonzern tätig. Aufträge von anderen Herstellern gibt es aufgrund der Nähe zu Daimler kaum. Deshalb sucht Daimler-Forschungs- und Entwicklungsvorstand Thomas Weber in seiner Funktion als Chefkontrolleur für MBtech einen strategischen Partner, der die Mehrheit und die unternehmerische Führung übernimmt. Der Stuttgarter Autohersteller will langfristig mit einem Minderheitsanteil beteiligt bleiben.

In der Branche gilt MBtech im Vergleich zu unabhängigen Engineering-Dienstleistern wie AVL und EDAG als zu wenig kosteneffizient. Als Klotz am Bein erweisen sich technische Einrichtungen wie Prüfstände und die Teststrecke in Papenburg. „Das sind sehr kapitalintensive Assets, die am freien Markt ausreichend zur Verfügung stehen“, so ein Branchenkenner. Dagegen zählt die Consulting-Sparte mit ihrer technischen Services zu den Perlen von MBtech, berichtete ein weiterer Informant. Nach Informationen der Automobilwoche haben die Beratungshäuser PriceWaterhouseCoopers (PwC) und ATKearney die Daimler-Tochter breit im Markt angepriesen. Vor allem für die in Deutschland kaum bekannte französische Firma Akka könnte der MBtech-Einstieg attraktiv sein. Der börsennotierte Engineering-Dienstleister ist in der Autobranche kaum vertreten. „Hierzulande hat Akka es nie geschafft, Fuß zu fassen“, heißt es bei Experten.