Rüsselsheim – Bei den Plänen zum Konzernumbau steuert die Opel-Mutter General Motors auf eine harte Konfrontation mit den Beschäftigten zu. Vor der für diesen Montag anberaumten Betriebsversammlung sagte Opels neuer Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche: „Lohnverzicht ist die primitivste Form der Einsparung. Da reden wir über maximal zweistellige Millionenbeträge. Bei Material- und Produktkostenverbesserungen reden wir dagegen über dreistellige Millionensummen.“ Schäfer-Klug will die GM-Führung zudem zu Investitionen in den Export animieren: „Wenn sie heute nichts tun, um in vier bis fünf Jahren außerhalb von Europa Erfolg zu haben, dann bleiben sie im europäischen Markt eingeschlossen.“ Weiterhin setzt er auf die Fertigung von europäischen Chevrolet-Modellen in Opel/Vauxhall-Werken: „Die Politik von GM ist, dort zu fertigen, wo man verkauft. Und da reden wir über ein erhebliches Volumen.“
Den Betriebsräten zufolge will GM die Astra-Produktion ab 2015 von Rüsselsheim nach Polen oder England verlagern, Rüsselsheim soll demnach primär Insignia-Standort werden. Als Ausgleich soll dem Stammwerk die Produktion des bislang in Bochum gefertigten Zafira in Aussicht gestellt werden, berichtet die Automobilwoche.
GM erwartet von den deutschen Belegschaften weiteren Lohnverzicht und eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden. Darüber hinaus sollen bis zu 200 Verwaltungsstellen wegfallen.
München – Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie weiten die Gewerkschaften ihre Warnstreiks neben den Autoherstellern nun auch auf die Zulieferindustrie aus. Nach einem Bericht der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche ruft die IG Metall Baden-Württemberg in der kommenden Woche die Belegschaften unter anderem bei Getrag, Valeo, Mann + Hummel, ZF, Mahle, Bosch, Behr und Voith zu Arbeitsniederlegungen auf. Auch bei Mercedes laufen weitere Kundgebungen.
Wolfsburg – Im Rahmen der VW-Entwicklungsstrategie Modularer Querbaukasten (MQB) sollen bei den Volkswagen-Zulieferern in den nächsten Jahren weltweit Zehntausende neuer Arbeitsplätze entstehen. „Verglichen mit den Plattformen wird sich das Beschaffungsvolumen für den MQB bis 2018 nahezu verdoppeln“, zitiert die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche aus einer vertraulichen Analyse des Wolfsburger Konzerns. „Orientiert am MQB-Rolloutplan“ werde das Unternehmen global „neue Beschaffungsmärkte und Lieferantenstandorte“ erschließen. „Für die Zulieferer bedeutet dies ein milliardenschweres Investitionsprogramm sowie die Einstellung und Qualifikation von rund 200.000 zusätzlichen Mitarbeitern“, kündigt das Management in dem Schreiben an. Demnach sollen „fast zwei Drittel“ des massiv gesteigerten Beschaffungsvolumens „außerhalb Europas produziert“ werden. Zugleich will der Konzern die Bindungen zu den Lieferanten verstärken, die beim Programm MQB vertreten sind.