Das Bundesverfassungsgericht hatte das Gesetz zur Speicherung von Internet- und Telefonverbindungsdaten für nichtig erklärt und strengere Vorgaben gemacht. „Dieses Urteil ist wirklich sehr umfassend. Die Anforderungen an die Datensicherheit sind so komplex, dass man in Ruhe überlegen muss, wie man ihnen entsprechen kann“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Außerdem sei auf EU-Ebene „eine Evaluierung der Vorratsdatenspeicherungsrichtlinie seit Ende vergangenen Jahres im Gang“. Erst im Sommer werde in Brüssel ein Ergebnis vorgelegt. „Deshalb wird es mit mir keinen Schnellschuss geben“, betonte die Ministerin. Auf die Frage, ob sie noch vor der Sommerpause einen Entwurf vorlegen wolle, sagte Leutheusser-Schnarrenberger: „Ich nenne keinen Zeithorizont. Dazu ist die Angelegenheit zu komplex und zu schwierig“. Im Übrigen könne sie keine „Schutzlücke“ erkennen: „Wir haben nach wie vor die sogenannten Verkehrsdaten, die zu Abrechnungszwecken von den Telekommunikationsunternehmen gespeichert werden.“ Auf diese Daten sei der Zugriff zu Strafverfolgungszwecken für eine gewisse Zeit möglich.
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Künast sieht keine Annäherung der CDU an Grüne
Es handele sich um den Versuch der Christdemokraten, „nicht weiter zu schrumpfen“. Künast fügte hinzu: „Abgesehen davon: Es ist nicht mein Ziel, dass die CDU grün wird. Grün bin ich selber. Die wirklichen, die wahren Grünen sind wir.“ Merkel versuche zwar, ihre Partei jünger und weiblicher zu machen. „Aber die CDU ist im alten Denken verankert. Mental ist man in der Union innerhalb der alten Strukturen ins Wackeln geraten. Ich bezweifele jedoch, ob sie sich jemals in Bewegung setzen wird“, sagte Künast und betonte mit Blick auf Schwarz-Grün: „Ich halte es für ausgeschlossen, grüne Programmatik an Machtoptionen auszurichten.“
Nach den ersten Reden von Röttgen hätte man „meinen“ können, „dass dort eine sich vergrößernde Schnittmenge auftaucht“, räumte Künast ein. Faktisch aber rede der Umweltminister nur ein bisschen grün und „schwadroniere“ über Wachstum. „Ich zuckte schon zusammen, weil ich dachte, ‚anders leben, anders transportieren, anders produzieren‘ ist ein Künast-Zitat. Aber bei genauem Hinsehen wird deutlich, dass der Mann es nicht ernst meint“, sagte die Fraktionschefin. Bei der Atomenergie kämpfe er beispielsweise für eine Laufzeitverlängerung von acht Jahren.
„Mag sein, dass die Debatte CDU-intern als Fortschritt betrachtet werden kann“, sagte Künast. Ein schwarz-grünes Bündnis werde es aber mit einer Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke nicht geben: „Der derzeit gültige Ausstiegskompromiss ist das Mindeste. Das weiß Frau Merkel, das weiß die Industrie.“ Künast bekräftigte: „Am liebsten hätten wir in NRW Grün-Rot, denn wir haben die größten Schnittmengen mit der SPD. Mit ihr können wir am ehesten in einer Koalition zusammenkommen, obwohl nicht alle anderen Varianten
ausgeschlossen sind.“ Koalitionen seien Projekte mit befristeten Arbeitsaufträgen. „Dazu muss man nicht in allen Bereichen eine Schnittmenge haben, sonst hätten wir ja auch mit der SPD nicht koalieren dürfen“, sagte die Fraktionschefin.
Leutheusser rät Westerwelle zu internen Gesprächen
Die Botschaft der schwarz-gelben Koalition müsse nun lauten: „Wir wollen etwas Gemeinsames.“ Die Bürger wollten von einer Regierung, „dass gehandelt wird, dass Entscheidungen getroffen werden. Von Koalitionspartnern erwarten sie einen fairen Umgang miteinander. CDU, CSU und FDP sind zusammengegangen, weil wir wirklich etwas gemeinsam gestalten wollen. Das muss stärker sichtbar werden“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Auch Vizekanzler Westerwelle habe „ein großes Interesse, dass die Koalition vier Jahre lang erfolgreich arbeitet“.
Service nach Kundentyp
Einmalkunden seien durch eine sehr geringe emotionale Verbundenheit mit dem Unternehmen gekennzeichnet und entscheiden sich eher spontan für ein Produkt oder eine Dienstleistung. Oft handele es sich bei dieser Kundengruppe um Test- oder Verlegenheitskäufe. Dagegen kauften Gelegenheitskunden, was ihnen im Moment am besten gefällt. Sie entscheiden sich eher spontan für ein Produkt oder eine Dienstleistung, eine hohe Bindung zum Unternehmen gebe es nicht. Präferenzkunden haben eine Vorliebe für den besten Anbieter und zeichnen sich durch eine hohe Zufriedenheit aus.
Präferenzkunden gründen ihr Urteil auf Erfahrungen mit einem Anbieter und den Vergleich mit anderen. Eigenschaften von Produkten gehen genauso in die Bewertung ein, wie das Image des Anbieters oder Erlebnisse in der alltäglichen Geschäftsbeziehung.
Besonders treu gegenüber dem Unternehmen seien Stammkunden, hier würden in der Regel auch keine Alternativen geprüft. Sie zeichneten sich Vertrauen in das Unternehmen sowie in deren Produkte und Dienstleistungen aus. Die einzige Steigerung dazu seien Exklusivkunden, die als regelrechte „Fans“ des Unternehmens gelten. Sie sind dem Unternehmen gegenüber nicht nur treu, sondern auch sehr loyal.
Präparate ohne versprochene Wirksamkeit
Die Höchstpreise müssten von einem unabhängigen Institut festgelegt werden, „und wir könnten gegebenenfalls Rabatte verhandeln. Aber die absoluten Preisverhandlungen, die können wir nicht führen, weil wir auch nicht die Kosten-Nutzen-Analyse anstellen können.“ Kailuweits Fazit: „Die Verhandlung ist ein stumpfes Schwert!“
Zudem habe die Pharmaindustrie „kein hohes Interesse“ an entsprechenden Preisverhandlungen. „Heute sind alle Originalpräparate mit einem vermeintlichen Nutzen versehen“, betonte Kailuweit. Zugleich zweifelte er die versprochene Wirksamkeit der Medikamente an. „Wir schätzen, dass 70 bis 80 Prozent dieser neuen Präparate gar nicht den versprochenen Nutzen haben“. Damit seien vermutlich auch einige Preise überhöht. Die Pharmaindustrie werde aber versuchen, die Diskussion über diese Themen zu verhindern.
Die KKH-Allianz ist Deutschlands viertgrößte bundesweite Krankenkasse mit über zwei Millionen Versicherten.
Das Video zum Interview mit Ingo Kailuweit steht Ihnen kostenlos zum Download unter www.vitafil.de zur Verfügung.