Category Archives: Auto

22Jan./11

Audi-Chef Stadler: Absage an eigenen Kleinstwagen

Andere VW-Töchter wie Skoda werden auf der Basis des Up eigene Modelle auf den Markt bringen. Dagegen sieht Stadler nach dem Q5 sowie dem im Herbst folgenden Q3 noch Spielraum für ein Einstiegs-SUV, der nach Informationen von Automotive News Europe den Namen Q1 tragen könnte: „Die Q-Familie hat sicher noch Potenzial, sie ist noch nicht komplett.“ Eine finale Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, betonte der Manager. Derzeit verfügt Audi über 37 Karosserievarianten, bis 2015 sollen es 42 sein.

Optimistisch stimmt Stadler die Nachfrage nach dem aktuellen Einstiegsmodell A1: „Wir werden die Produktionskapazitäten im Werk Brüssel von 120.000 Einheiten dieses Jahr voraussichtlich voll ausschöpfen.“ Er fügte hinzu, dies werde mit nur einer einzigen Karosserievariante, dem Zweitürer, geschehen. Eine Einführung des Kleinwagens in den Vereinigten Staaten schloss Stadler unter Hinweis auf andere Märkte aus: „Wir haben also gar nicht die Kapazitäten, um den A1 jetzt auch in den USA einzuführen, obwohl es durchaus Begehrlichkeiten von unseren Händlern gibt. Aber wir wollen lieber mit den bereits in den USA angebotenen Baureihen das Marktpotenzial voll ausschöpfen, bevor wir weitere Modelle bringen.“

Derzeit kann Audi nach eigenen Aussagen in den USA nicht so viele Autos verkaufen, wie es die Nachfrage verlangen würde; die Verfügbarkeit von Audi-Modellen liegt nur noch bei 14 statt bei 30 Tagen. Stadler: „Ja, das ist korrekt. Das ist aber nicht nur in den USA der Fall, sondern weltweit.  Der Grund liegt bei unseren Zulieferern, die nicht alle  so gut durch die Krise 2009 gekommen sind wie wir. Während wir bei Audi das Jahr 2009 mit Kurzarbeit überbrückt haben, kam es bei unseren Zulieferern teilweise zu Entlassungen und Produktionsengpässen. Jetzt müssen die Kapazitäten erst einmal wieder hochgefahren werden. Ich glaube, dass sich diese Lage in sechs bis neun Monaten wieder normalisiert.“

22Jan./11

Stadler warnt vor übertriebener „Elektroauto-Euphorie“

Bei Elektrofahrzeugen ist Audi zögerlicher. Stadler: „Unseren Supersportwagen R8 präsentieren wir Ende 2012 in einer Kleinserie als e-tron-Variante. Wir sehen das auch als klares Technologieprojekt . Und am anderen Ende der Modellpalette, beim elektrisch angetriebenen A1 e-tron, planen wir ebenfalls einen Kleinserien-Versuch, den wir im Sommer 2011 in München starten werden – mit zunächst 20 Autos.“ Wann eine Großserienfertigung von Elektrofahrzeugen möglich sei, wollte Stadler nicht voraussagen: „Wir bewegen uns mit dem Elektroauto noch in einer Frühphase,  auch hinsichtlich der Vermarktung – im Leasing oder Verkauf als Collector’s Car. Erst einmal müssen Lithium-Ionen-Batterien industrialisiert werden; das passiert bei den Hybrid-Autos, die damit die Rolle einer Brückentechnologie einnehmen. Zudem sind noch viele Fragen der Reichweite, Leistungs- und Crash-Sicherheit nicht geklärt. Wir sollten es mit der Elektroauto-Euphorie also nicht übertreiben. Unsere Industrie befindet sich inmitten eines Systemwechsels und  wir haben noch etliche  Aufgaben zu lösen.“

22Jan./11

Porsche erwägt Diesel-Einführung in den Vereinigten Staaten

Ihre Weltpremiere werden die Diesel- und auch die Hybrid-Version des Flaggschiffs Panamera aller Voraussicht nach auf dem Genfer Automobilsalon im März feiern, der Marktstart soll zur Jahresmitte erfolgen, erfuhr Automotive News Europe aus Konzernkreisen. Der Geländewagen Cayenne ist bereits seit Anfang 2009 als Diesel erhältlich und seit vergangenem Jahr auch in einer Hybrid-Variante. Für den Hersteller von Premium-Sportwagen werden Hybrid- und Diesel damit eine wachsende wirtschaftliche Bedeutung bekommen. Maier: „Knapp 30 Prozent unserer Cayenne-Kunden haben sich in 2010 für eines dieser beiden Derivate entschieden. Wir gehen davon aus, dass der Diesel und Hybrid-Anteil laufenden Jahr weiter steigen wird.“

Auch der Gesamtabsatz soll laut Maier steigen: Im Jahr 2011 werden wir die Wachstumsstory von Porsche fortsetzen und unsere Auslieferungen auf über 100.000 Einheiten steigern. Dabei gehen wir von einem weiteren Wachstum in Asien aus. Aber auch die Regionen Amerika und Europa werden mit zum Wachstum beitragen.“ Porsche hat im Kalenderjahr 2010 mehr als 97.000 Neufahrzeuge ausgeliefert und mehr als 114.000 Auftragseingänge realisiert. Das entspricht einer Steigerung von 27 bzw. 49 Prozent gegenüber 2009. „Zugleich haben wir den höchsten Auftragsbestand in der Geschichte des Unternehmen und starten somit gestärkt in das neue Jahr“, ergänzte Maier.

Getrieben sei dieses Wachstum nicht zuletzt durch das generelle Marktwachstum: „Im Kalenderjahr 2011 rechnen wir weltweit mit einem Wachstum von bis zu 8 Prozent gegenüber Vorjahr auf 65 Millionen Fahrzeuge. Hauptwachstumstreiber dieser Entwicklung bleibt der chinesische Markt. Der Anteil China am Weltautomobilmarkt wird im Jahr 2011 auf rund 20 Prozent ansteigen.“ Eine ähnliche Entwicklung sieht Maier im Luxus-Segment: „Das Luxus-Segment wird in 2011 wachsen. In den für Porsche relevanten Segmenten rechnen wir weltweit mit ähnlichen Wachstumsraten wie für den Gesamtmarkt: In unseren Segmenten der Sportwagen Premium-SUVs und Premium-Limousinen rechnen wir mit einem Wachstum in Höhe von 5 bis 13 Prozent je nach Markt. Auch hier erweist sich China als Haupttreiber. Die Segmente der Sportwagen, SUV und Limousinen werden dort bis zu 30 Prozent gegenüber Vorjahr wachsen.“

22Jan./11

Daimler sieht Potenzial für günstige E- und Brennstoffzellen-Autos

Kohler fügte hinzu: „Das Preissenkungspotenzial von Brennstoffzellen ist noch größer als bei Lithium-Ionen-Batterien. Wir peilen an, dass die Brennstoffzelle bis 2015 in etwa so viel kosten wird wie eine Vierzylinder-Dieselhybrid mit Euro6.“ Angesichts dieser Entwicklung sagte Kohler, der zugleich auch Leiter E-Drive & Future Mobility des Konzerns ist: „Da wird ein batterieelektrisches Fahrzeug unter gleichen Randbedingungen kaum mithalten können.“

Deswegen erwartet Kohler ein gutes Absatzpotenzial: „Wir wollen schon ab 2013/2014 eine vierstellige Zahl an Brennstoffzellen-Fahrzeugen auf den Markt bringen.“ Bereits seit 2010 hat Daimler die Mercedes B-Klasse F-Cell bei Kunden im Alltagsbetrieb. „Bislang haben wir 100 B-Klasse F-Cells gefertigt und teilweise in Kundenhand übergeben, bis 2012 werden es 100 weitere sein. Die nächste Generation bringen wir dann 2013/2014 auf den Markt – dann schon auf Basis der nächsten Generation unserer MFA-Familie“, wie Daimler die nächste Generation der A- und B-Klasse-Familie nennt. „Machbar und denkbar ist ein Brennstoffzellenantrieb nicht nur bei der B-, sondern auch bei der C- und E-Klasse“, so Kohler.

Die Zusammenarbeit mit Toyota beim Thema Brennstoffzelle geht – entgegen anderslautender Spekulationen – nicht über „Gespräche über Basistechnologien“ hinaus. Kohler: „Das wollen wir auch fortführen. Eine engere Kooperation ist hier aber derzeit nicht in Sicht“.

Dagegen werde mit Linde „eng“ beim Thema Wasserstoff zusammengearbeitet. „Ich gehe davon aus, dass beginnend mit 2011 ein Netz von 1.000 Tankstellen in Deutschland ausgebaut werden kann“, erwartet Kohler. Damit ließe sich im Umkreis von 30 Kilometern Wasserstoff auftanken. Das Auftanken mit Wasserstoff ist laut Kohler für den Kunden so schnell und komfortabel wie mit Benzin, während E-Autos länger geladen werden müssten.

22Jan./11

Daimler: Führung bei alternativen Antrieben im Premiumsegment

„Rund die Hälfte investieren wir in grüne Technologien“, unterstrich Kohler.

Bislang hat Daimler nur Kleinserien von Elektrofahrzeugen im Markt, darunter den Smart ForTwo electric Drive, die Mercedes-Benz A-Klasse E-Cell sowie den Van Vito E-Cell. Anfang 2012 bringt der Konzern die dritte Generation seines Smart ForTwo Electric Drive: „Davon wollen wir im Schnitt jedes Jahr eine fünfstellige Zahl an Fahrzeugen verkaufen“, unterstrich Kohler. Im Jahr 2013 bringt Mercedes „den Supersportwagen SLS AMG in einer Elektroversion. Später folgt die S-Klasse als Plug-in-Hybrid“, so Kohler. Nach Informationen von Automotive News Europe aus gut informierten Konzernkreisen wird das Flaggschiff als Plug-in-Hybrid ab 2014 verfügbar sein.

Auch bei Mild- und Voll-Hybriden, die im Gegensatz zum Plug-in-Hybrid nicht an der Steckdose aufladbar sind, will Daimler stärker tätig werden. „Die S-Klasse Hybrid ist seit 2009 erfolgreich im Markt, die M-Klasse zudem ebenfalls seit 2009 exklusiv in den USA, wir werden den Hybridantrieb aber auch in die E- und die C-Klasse ausrollen“, erklärte Kohler. Während es sich beim aktuellen S400 Hybrid um einen Mild-Hybrid handelt, ist der aktuelle M-Klasse-Hybrid ein Full-Hybrid, der also auch rein elektrisch fahren kann. Auch bei den Hybrid-Varianten der E- und C-Klasse wird es sich um Vollhybriden handeln. Nach Informationen von Automotive News Europe werden diese bis 2013 verfügbar sein.

Die Kooperationen des Konzerns bei den neuen Technologien will Daimler zum Teil ausbauen: Für die Fertigung von Elektromotoren sucht Daimler einen Partner. Kohler: „Und es muss ein Zulieferer sein, der die Produktionskompetenz mitbringt. Denn unser technisches Konzept für einen Elektromotor steht bereits.“ Mercedes habe einen Elektromotor selbst entwickelt und erstmals im Jahr 2005 mit in dem Forschungsfahrzeugauto F600 eingesetzt und seitdem verfeinert. Die Entscheidung, mit wem wir in diesem Feld kooperieren werden, fällen wir noch in diesem Quartal.“

Um seine Lithium-Ionen-Batterien selbst zu entwickeln und zu produzieren, hat Daimler bereits ein Joint-Venture mit Evonik gegründet. Einen Verkauf dieser eigenen Batterien an Wettbewerber schließt Kohler nicht grundsätzlich aus: „Es haben schon mehrere Wettbewerber an unsere Tür geklopft, um Zellen Batterien von der Deutschen Accumotive zu kaufen. Man muss sich aber genau anschauen, in welchen Fällen das auch sinnvoll ist. Skaleneffekte können wir jedenfalls auch durch eigene Bedarfe erzielen– oder auch durch den denkbaren Verkauf an unsere Kooperation mit Renault.“

Die Beteiligung am US-Start-Up Tesla bezeichnete Kohler als „höchst fruchtbar“. „Allein unser Investment hat sich vervierfacht. Und wir werden die Zusammenarbeit Schritt für Schritt intensivieren.“ Der älteste Automobilbauer der Welt habe sich sehr erfolgreich mit dem jüngsten zusammen getan. Daimler sei sehr angetan von den Fortschritten bei Tesla: „Es wäre schön, wenn jeder Lieferant so pünktlich und zuverlässig liefern würde.“ Tesla liefert für Daimler die Batterien für die aktuelle Generation des Smart ForTwo electric drive.