Category Archives: Auto

06Feb./11

Zulieferbranche: Akquisitionen noch unter Vorkrisenniveau

Vor der Krise gab es 73 (im Jahr 2007) sowie 76 (im Jahr 2008) Übernahmen. Gezählt wurden dabei deutsche Unternehmen, die entweder als Käufer oder als übernommene Firma in Erscheinung getreten sind.

Nach Einschätzung der Unternehmensberater sei die Attraktivität für Übernahmen durch die Krisenverluste bei den Firmen gesunken. In der Folge wurden sie deutlich abgewertet, sagte Jochen Martini, Partner bei M&A, dem Blatt: „Doch zu einem solch geringen Unternehmenswert wollte kaum einer der Eigentümer verkaufen.“ Demgegenüber werde die Zahl der Akquisitionen vor dem Hintergrund der besseren Auftragslage nun deutlich steigen.

2008 wurden laut Martini noch Kaufpreise in Höhe des sieben- bis achtfachen vom Ebitda (Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte) gezahlt. „Bei normalen Wachstumsraten mit normalen Renditen kann das ein Unternehmen aber nicht verdienen.“ Martini erwartet daher, dass sich die Kaufpreise künftig im Bereich des fünf- bis sechsfachen des Ebitda bewegen werden.

04Feb./11

Volkswagen plant Personaloffensive auf breiter Front

Nach einer Prognose des Personalressorts müssen zudem „allein in der Marke Volkswagen 60.000 Mitarbeiter ersetzt werden, die in den nächsten acht Jahren das Unternehmen verlassen werden“. Da gleichzeitig die Komplexität wachse, komme es darauf an, „die benötigten Qualifikationen zur rechten Zeit am richtigen Ort verfügbar zu haben“. Allein in der Produktion etwa werde der Personalaufbau bei Volkswagen „mehr als 21.000 Mitarbeiter umfassen, darunter 400 Manager und 5.000 Ingenieure“.

Im Vertrieb von Volkswagen sind 4.700 neue Stellen geplant, dabei gilt der Kundendienst als eine Schlüsselaufgabe: „Beim Kundenerlebnis mit dem Service von Volkswagen kommt es noch zu häufig zur Nichteinhaltung des Markenversprechens“, wird in der Analyse moniert. „Signifikante Verbesserungen“ seien etwa bei der Kundenzufriedenheit notwendig. Weltweit haben „über 500.000 Menschen in Handel und Vertrieb unmittelbaren Kontakt mit unseren Kunden“, weiß VW-Personalvorstand Horst Neumann. Absehbar nimmt der Personalbedarf bei den Handelspartnern stark zu: „Bis 2018 werden 115.000 zusätzliche Mitarbeiter im Handel benötigt“, so die Analyse der VW-Führung.

Auslöser für die Planung umfangreicher Einstellungen ist die Wachstumsstrategie von Konzernchef Martin Winterkorn, mit der VW den japanischen Erzrivalen Toyota als Weltmarktführer ablösen will. „In den kommenden Jahren wird es in der Marke Volkswagen einen immensen Bedarf an Ausbildung, Qualifizierung und der Weitergabe von Kompetenzen geben“, kündigt die VW-Spitze an.  

Größten Wert legt Winterkorn auf Nachschub bei den Führungskräften. „Ab 2011 werden den Bereichen jährlich Sollzahlen für die Berufungen in den Management-Kreis vorgegeben“, heißt es in der VW-Zentrale. „Ein bereichsübergreifendes Assessment Center bewertet das unternehmerische Denken und Handeln der Kandidaten. Die Beobachter haben die Möglichkeit eines Vetos – aber nur bei maximal zehn Prozent der Kandidaten“. Das Versprechen der VW-Führung: „Die Berufung der neuen Manager erfolgt zeitnah durch einen Vorstandsbeschluss“.

04Feb./11

Frauenquote: Förderung statt starrer Vorgaben

Nach einer Umfrage des Blattes erreicht von den großen Autoproduzenten nur Opel mit zwei Frauen im siebenköpfigen Vorstand die 30 Prozent-Hürde. Bei Daimler soll in Kürze die erste Frau in den Vorstand einziehen und dort das neue Ressort Compliance besetzen.

Beim Frauenanteil im mittleren Management kommt VW immerhin auf zehn Prozent, BWM und Daimler liegen bei 8,7 bzw. 8,3 Prozent. Porsche und Ford erreichen dagegen nur rund fünf Prozent. In Zukunft sollen weibliche Führungskräfte in allen Unternehmen massiv gefördert werden. BMW etwa will bis 2020 einen Frauenanteil im Management von 15 bis 17 Prozent erreichen, Daimler hat sich 20 Prozent vorgenommen.
Die Unternehmen erhoffen sich dadurch auch einen besseren Zugang zu weiblichen Kunden.

04Feb./11

Audi will mit neuem A2 das BMW-Carbonauto MCV angreifen

BMW hat für 2013 sein Elektroauto Megacity Vehicle (MCV) mit einer Karosserie aus CFK, einem leichten Kohlestofffaser verstärkten Kunststoff, angekündigt. Als Gegenspieler will Audi einen superleichten A2 ins Rennen schicken. Bei dem offiziell noch nicht bestätigten Auto setzt Dick auf eine Mixtur verschiedener Werkstoffe: „Ob Aluminium, Magnesium, CFK, hochfeste oder wärmeausgehärtete Stähle – unsere Kompetenz liegt in der intelligenten Mischbauweise“. Der A2 werde „in seinem Segment beim Gewicht die Benchmark bilden – auch gegenüber Fahrzeugkonzepten im Wettbewerb, die ausschließlich auf CFK setzen“. Audi plant eine Elektro- und eine Hybridversion des A2.

29Jan./11

Daimler: Kompakt-Offensive in den USA

Mit MFA bezeichnet der Konzern die ´Mercedes-Frontantriebs-Architektur´, „zwei, möglicherweise auch drei, Modelle davon sind für Nordamerika geplant“. Damit will Daimler wie in Europa jüngere Kunden erreichen und sie vornehmlich den Konkurrenten Audi und BMW abjagen.

Nach Angaben einer Quelle bei Daimler soll das kompakte Coupé, intern als „Baby CLS“ bezeichnet, im Sommer 2013 in den Staaten auf den Markt kommen. Für das Jahr danach ist die Einführung eines kleinen SUV, des „BMW X1-Angreifers“ geplant. In Europa soll jedes dieser Modelle drei bis fünf Monate früher bei den Händlern stehen.

In Europa plant Mercedes zudem die nächste Generation der B-Klasse für Ende 2011, im Sommer kommenden Jahres soll dann die neue A-Klasse folgen. Nach den jetzigen Vorstellungen sollen diese beiden Autos in den USA nicht auf den Markt kommen: „Die Vereinigten Staaten sind nicht der typische Markt für kompakte Fließhecklimousinen“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person bei Daimler der Automotive News Europe. „Aber wenn die Nachfrage wachsen würde, könnten wir schnell reagieren und auch diese beiden Versionen in den USA einführen – und dies weitaus schneller als in der Vergangenheit.“

Der neue Mercedes-Partner Renault-Nissan hat nach Darstellung von Vertriebschef Schmidt bereits Interesse an der Mercedes-Frontantriebs-Architektur (MFA) angemeldet. Sie soll in einem neuen Einstiegsmodell des Infiniti eingesetzt werden. Die Gespräche laufen, „entschieden ist noch nichts“, so Schmidt. Aus Verhandlungskreisen verlautet, dass der Infiniti im Falle einer positiven Entscheidung nicht in Rastatt oder im neuen Mercedes MFA-Werk in Ungarn gebaut würde, weil Daimler davon ausgeht, die Kapazitäten dort selbst in vollem Umfang zu benötigen.