Nach dem Abbau von 300 Mitarbeitern im Jahr 2010 hat die spanische VW-Tochter Seat „den Boden erreicht“ und dieses Jahr wieder kräftig mit Neueinstellungen begonnen. „Bis Jahresende werden wir mehr als 1.000 Mitarbeiter neu eingestellt haben“, sagte Seat-Chef James Muir im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe.
Ende 2010 verfügte Seat nach eigenen Angaben über 12.951 Mitarbeiter, heute sind es nach Aussagen eines Seat-Sprechers etwas mehr als 13.600 und bis Jahresende werden knapp unter 14.000 Mitarbeiter erwartet. Muir fügte hinzu: „Und in Spanien sind das schon signifikante Zahlen, wenn man bedenkt, dass die Arbeitslosigkeit bei über 20 Prozent liegt. Und bei Menschen unter 30 Jahren sogar bei 40 Prozent.“
Allein 2011 würden „mehr als 300 Millionen Euro ins Produktportfolio“ investiert, unterstrich der Manager und kündigte an: „In den kommenden vier Jahren sind es weit mehr als eine Milliarde Euro.“ Damit sei Seat der drittgrößte Investor Spaniens, das Geld fließe allein in Forschung und Entwicklung.
Das Hauptwerk im spanischen Martorell habe nach Muirs Worten eine „installierte Kapazität“ bei rund 500.000 Einheiten: „Und mit Einführung der neuen Modelle können wir dann auch künftig die Vollauslastung verkünden“, unterstrich der Seat-Chef.
Muir will die Marke, die 2010 einen Verlust von 311 Millionen Euro verbucht hat, wieder zurück zur Profitabilität führen: „Unser oberstes Ziel ist es, dass Seat wieder in die schwarzen Zahlen kommt. Und zwar nachhaltig und so bald wie möglich. Im übernächsten Jahr, also 2013, wollen wir die Gewinnschwelle überschreiten. Und wir sind auf gutem Weg. Seit einiger Zeit erreichen wir unsere Planzahlen sicher. Wir haben das Ruder fest im Griff.“
Der Absatz soll bis 2018 auf 800.000 Einheiten mehr als verdoppelt werden. 2010 verkaufte Seat weltweit 340.000 Einheiten. Dieses Jahr soll dieser Wert laut Muir erhöht werden.
Oberpfaffenhofen – Trotz sich eintrübender Konjunkturprognosen rechnet die deutsche Automobilbranche lediglich mit weniger Wachstum und nicht mit einer tiefgreifenden Krise. „Wir legen die Bremsbeläge schon mal leicht an, um auf eine mögliche Verzögerung vorbereitet zu sein“, sagte Boschs Automotive-Chef Bernd Bohr der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. „Wir sehen schon, dass sich das Wachstum abflacht.“ Das höchste Wachstum habe Bosch dieses Jahr im ersten Quartal gehabt. „Wenn wir uns die Abrufe ansehen, spüren wir aber noch keinen Abschwung – bis auf einzelne Märkte.“
München – Volkswagen hat im dritten Quartal 2011 in Deutschland 60,1 Millionen Euro in Werbung investiert, eine Steigerung von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dahinter folgen Renault (38,3 Millionen Euro), Opel (33,2), Daimler (30,8) und Toyota (29,4), berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche unter Berufung auf das Marktforschungsinstitut Nielsen Research. Insgesamt hat der Kfz-Markt im dritten Quartal 496,8 Millionen Euro für Werbung in TV, Hörfunk, Zeitungen, Zeitschriften, Kino, Plakat und Internet ausgegeben. In den ersten neun Monaten wurden insgesamt 1,535 Milliarden Euro investiert, das entspricht einer Steigerung um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zum Kfz-Markt zählt Nielsen Pkw, Nutzfahrzeuge, Zweiräder, Reisemobile, Autohandel und -zubehör sowie die Reifenbranche.
Berlin – Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) macht zu wenig weibliche Vorbilder in den Führungsetagen der Industrie für das mangelnde Interesse von Frauen für technische Studiengänge verantwortlich. „Wer stellt sich schon an einer Schlange an, in der nichts vorwärts geht?“, sagte die CDU-Politikerin im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Zudem gebe es in „den unteren Hierarchieebenen technischer Unternehmen“ einen „ganz ordentlichen Frauenanteil“. Dieser Prozentsatz müsse so gefördert werden, „dass er auch in die Chefetage vorrückt.“
Oberpfaffenhofen – Führende Frauen der Autobranche haben sich in einer Umfrage der Automobilwoche gegen die Einführung einer Frauenquote ausgesprochen. „Wir wollen die Quote nicht und halten sie nicht für hilfreich. Die Unternehmen können immer nur so weit sein, wie die Gesellschaft ist“, erklärte Brigitte Kasztan, Diversity-Managerin bei Ford of Europe und Ford Deutschland, der Branchen- und Wirtschaftszeitung. Rita Forst, Entwicklungschefin von Opel, sagte: „Ich habe Karriere gemacht, weil ich gut bin und nicht weil ich eine Frau bin.“ Die Frage zu einer Frauenquote erübrige sich nach ihrer Meinung damit.