Paris – Renault-Nissan CEO Carlos Ghosn erwartet für die europäische Autobranche ein hartes Jahr 2012 und unternimmt Schritte zum Schutz seiner Konzernmarken vor dem Abschwung. „Es gibt keinen Zweifel, dass der Markt im kommenden Jahr zurück geht … Die einzige Frage wird sein, wie groß der Einbruch sein wird“, sagte Ghosn der Fachzeitschrift Automotive News Europe und fügte hinzu: „Wir sind da sehr vorsichtig“.
Diese Vorsicht bedeute vor allem die Verschiebung bei Investitionen: „Zurückhaltung beim Kapital, Zurückhaltung bei den Beschäftigten, Zurückhaltung bei den Gehältern, Zurückhaltung bei allem. Ich versuche, mein Unternehmen zu schützen, wo ich kann.“
Trotz der europäischen Schuldenkrise und entgegen der Volatilität der Finanzmärkte erwartet Ghosn eine dauerhafte Lösung der Probleme: „Europa ist ein Gebiet des Wissens und der Erfahrung sowie anspruchsvoller Menschen“, sagte er. „Ich denke nicht, dass sie einfach Armageddon geschehen lassen ohne ihren besten Schuss zur Abwehr einzusetzen“.
Renault werde nach Ghosns Darstellung nicht in den US-amerikanischen Markt eintreten und auch seine Fahrzeuge dort nicht unter dem Label Nissan anbieten: „Aus strategischer Sicht ist es wichtiger für Renault, den chinesischen Markt zu entwickeln als sich in die USA expandieren „, betonte der CEO.
Los Angeles – Der Sportwagenbauer Porsche plant offenbar neben den bisherigen vier sowie dem geplanten Cajun mindestens eine weitere neue Baureihe. „Wir denken über weitere Modelle nach und planen, den Lebenszyklus unserer bestehenden Modelle besser aufeinander abzustimmen. Ziel ist es, jedes Jahr ein Produkt-Highlight zu haben“, kündigte Porsche-Chef Matthias Müller im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche an. Auf Nachfrage nach einer weiteren Baureihe konkretisierte Müller: „Da fällt uns sicher noch etwas ein. Vorstellbar wäre beispielsweise ein Modell zwischen dem 911 Carrera und dem 918 Spyder.“ Mit der Unternehmenseigenen „Strategie 2018“ will Porsche weiterhin profitabelster Automobilhersteller der Welt bleiben, „mit einer Umsatzrendite von mindestens 15 und einer Kapitalrendite von 21 Prozent“, unterstrich Müller.
München – Dank seiner Baukastenstrategie hat der Münchner Autobauer BMW bei der neuen Dreier-Limousine die Herstellkosten im Schnitt um sieben bis neun Prozent gesenkt. Das Unternehmen habe „deutliche Fortschritte im Hinblick auf Effizienz und Kosten gemacht“, sagte BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Für die gesamte Dreier-Baureihe rechnet der Manager zudem mit „weiteren Potenzialen zur Senkung der Herstellkosten“. Mit Blick auf andere Modelle fügte Eichiner hinzu: „Wir nutzen im gesamten Produktportfolio und speziell beim Einser eine Vielzahl von gleichen Bauteilen und Elementen“. Dies führe zu deutlichen Skaleneffekten beim Einkauf, einer effizienteren Entwicklung und einer besseren Qualität.
Wolfsburg – VW-Konzernlenker Martin Winterkorn stimmt das Management der Kernmarke Volkswagen auf unsichere Zeiten ein und warnt vor Selbstzufriedenheit. „Wir werden unsere Mach-18-Ziele nur in einem breiten gesellschaftlichen Konsens erreichen“, warnen Winterkorn und VW- Personalvorstand Horst Neumann in der Einladung zur „Management Konferenz 2011“ am 15. Dezember in Dresden, die der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche vorliegt. Die Wachstumsstrategie Mach 18 soll Volkswagen spätestens im Jahr 2018 zum größten und angesehensten Autobauer weltweit machen. „Im gesamten Kollegium wird diese Konferenz schon mit größter Spannung erwartet“, sagte ein VW-Topmanager dem Blatt. „Ob Zwist mit Suzuki oder Ausbau unseres Lkw-Geschäfts – es gibt nun mal eine Vielzahl offener Fragen, die wir dringend zu erörtern haben.“
Barcelona – Nach Jahren der Krise will die spanische Volkswagen-Tochter Seat ab 2013 wieder schwarze Zahlen schreiben und dazu im kommenden Jahr eine Reihe neuer Modelle auf den Markt bringen. „Bei der Produktoffensive, die wir starten, werden wir an unsere Kapazitätsgrenze stoßen“,