11März/11

Mercedes verzichtet auf eigene Produktion in Russland

Stuttgart/Moskau – Mercedes verzichtet angesichts geringer Stückzahlen auf die Produktion seiner Fahrzeuge in Russland. „Wir haben das Thema einer Fertigung in Russland geprüft und sind zu dem klaren Schluss gekommen, dass sich eine solche Investition angesichts der Stückzahlen die wir dort haben, momentan nicht rechnet“, sagt Marketing- und Vertriebsvorstand Joachim Schmidt im Interview mit Automotive News Europe. Russland zählt für die Autoindustrie zu den stärksten Wachstumsmärkten der Zukunft. „2010 haben wir in Russland 19.700 Fahrzeuge verkauft, dieses Jahr rechnen wir dort mit weiterem Wachstum“, so Schmidt. Eine eigene Fertigung lohne sich „grundsätzlich erst ab 100.000 Einheiten im Jahr“, so Schmidt weiter.

Konkurrent Audi hatte seine Produktion im VW-Werk Kaluga im vergangenen Jahr beendet. „Derzeit gibt es keine konkreten Pläne für eine weitere Fertigung vor Ort“, sagte ein Sprecher auf Anfrage von Automotive News Europe. Insgesamt wurden im 2010 genau 7.148 Audi für den russischen Markt in Kaluga gefertigt. Die Auslieferungen in Russland beliefen sich 2010 auf 18.510 Automobile. Begonnen hatte die Audi-Montage in Russland erst im November 2009. Ein Sprecher erklärte: „Das Projekt war von Anfang an auf etwa ein Jahr befristet. Das hängt mit der im Vorfeld bekannten Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die SKD-(Semi Knocked down-) Fertigung zusammen.“ Demnach haben sich inzwischen die gesetzlichen Rahmenbedingungen – wie etwa bestehende Zollvorteile – verändert.

BMW lässt bei der Partnerfirma ZAO Avtotor in Kaliningrad Fahrzeuge montieren. 2010 waren es 5.544 Einheiten der Baureihen 3er, 5er, X5, X6. „Außerdem haben wir bis zum Auslauf den Vorläufer des aktuellen X3 dort gebaut“, ergänzte ein Sprecher. Verkaufen konnte BMW 2010 mehr als 20.000 Einheiten seiner Kernmarke in Russland.

11März/11

Mercedes prüft Chancen für bis zu drei weitere A- und B-Klasse-Derivate

Stuttgart/Moskau – Mercedes will im Kompaktsegment offenbar stärker auftreten als bisher bekannt. Bislang sprach der Hersteller immer nur von vier Varianten seiner „MFA-Familie“: den klassischen Nachfolgern der A- und B-Klasse, einem kompakten SUV und einem kompakten viertürigen Coupé. Daneben sind offensichtlich bis zu drei weitere Varianten in Prüfung. Vertriebs- und Marketingvorstand Joachim Schmidt sagte im Interview mit Automotive News Europe: „Wir haben hier in der Tat noch einige Ideen, die  denkbar wären – wie zum Beispiel einen 3-Türer der A-Klasse, ein Cabrio oder ein Shooting Brake. Beschlossen sind bislang nur die Nachfolger der A- und B-Klasse, sowie zwei weitere sportliche, emotionale Varianten.  Damit werden wir Rastatt und unser neues Werk in Ungarn gut auslasten.“ Den Anfang macht die nächste Generation der B-Klasse, die in Europa noch Ende 2011 in den Handel kommt.

Mit Kooperationspartner Renault-Nissan laufen weiterhin Gespräche über einen weiteren Ableger dieser Mercedes-Frontantriebsarchitektur (MFA) für den Premiumableger Infiniti. Wie ein solches Modell aussehen könnte, präsentierte die Nissan-Premiummarke auf dem Genfer Automobilsalon mit der Studie Ethera. Schmidt: „Ja, die Gespräche darüber, ein Einstiegsmodell mit Infiniti auf unserer Kompaktklasse-Plattform zu basieren, laufen noch. Entschieden ist aber noch nichts.“ Aus Verhandlungskreisen verlautet, dass bis Sommer eine Entscheidung zu erwarten ist.

11März/11

Kollegengespräch, Magazin + O-Ton: ISH beginnt in Frankfurt

Nach einer aktuellen Umfrage der Messe Frankfurt verschenken die Deutschen jährlich Energie für rund 16 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 278 Milliarden Kilowattstunden, viermal so viel, wie die gesamte Stadt Berlin pro Jahr benötigt. Damit sich Energie und damit Geld nicht in Luft auflösen, sollte man bei dem Kauf neuer Geräte genau auf die Energiesparklassen achten, rät Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband:

O-Ton: Also einerseits zum Beispiel über die Möglichkeit Geräte auszutauschen oder eben auch zum Beispiel zu überprüfen: Ist die elektrische Wärmepumpe richtig eingestellt oder ist die Heizungsanlage optimiert. Also da gibt es auch durchaus Möglichkeiten, den Kunden zur Energieeinsparung zu motivieren. – Länge 21 sec.

Mehr Informationen dazu gibt es entweder auf der Messe Frankfurt, dort beginnt am 15. März die Weltleitmesse ISH, oder beim Experten um die Ecke.

Magazin: ISH beginnt

Bei der Betriebskostenabrechnung merkt es jeder: Energie ist ein kostbares Gut! Beispielsweise kann veraltete Technik im Heizungskeller richtig ins Geld gehen. Mit modernen Lösungen dagegen ließen sich laut EU-Kommission sofort bis zu 50 Prozent Energie einsparen, allerdings wissen das nur die wenigsten. Ganze fünf Prozent der Bundesbürger.

Beitrag:
Die Zeiten, in denen Energiesparen als Nischenthema ökologischer Spinner belächelt wurde, sind vorbei. Und: Wer heute sein Bad nachhaltig modernisiert, muss auf schickes Design nicht verzichten:

O-Ton (Umfrage): Da merkt man, dass die Designer Spaß an ihrem Job haben. Wir wälzen gerade die Kataloge, es fällt schwer, sich zu entscheiden. – Länge 6 sec.

Der Dame kann geholfen werden. Denn die Weltleitmesse ISH beginnt in Kürze in Frankfurt – unter anderen mit der Erlebniswelt Bad. Für Sanitärexperten aus ganz Deutschland ein Pflichttermin. Und Handwerker, Energieberater oder Planer beraten dazu gern individuell, sowohl zu Neuheiten als auch zum Energieverbrauch. Und die Kosten? Günter Mertz:

O-Ton: Für den Vermieter ist das relativ einfach, dass er die Investitionen, die er in die Energiesparmaßnahmen tätigt, nachher durch eine höhere Kaltmiete wieder kompensieren kann. Für den Mieter bleibt es am Ende gleich: Der Anteil der Kaltmiete steigt, aber dafür sinkt der Anteil der Warmmiete. – Länge 17 sec.

Damit bleiben die Kosten gleich, dafür wird die Umwelt geschützt und man fühlt sich wohler. Im öffentlichen Bereich, so die grüne Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius, haben Studien ergeben:

O-Ton: Dass Schüler, die in Klassenräumen unterrichtet werden, die besser durchlüftet werden – und zwar durch Entlüftungsanlagen – einfach wesentlich aufnahmefähiger und leistungsfähiger sind. – Länge 9 sec.

Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband empfiehlt darüber hinaus.:

O-Ton: Wenn ein Produkt einen „Blauen Engel“ trägt, dann kann ich sicher sein, dass dieses Produkt unter Ressourcengesichtspunkten wirklich gut produziert wurde. – Länge 7 sec.

Mehr Informationen dazu gibt es entweder auf der Messe in Frankfurt oder beim Experten um die Ecke.

Absage.

Kollegengespräch ISH

Bei der Betriebskostenabrechnung merkt es jeder: Energie ist ein kostbares Gut! Beispielsweise kann veraltete Technik im Heizungskeller richtig ins Geld gehen. Mit modernen Lösungen dagegen ließen sich laut EU-Kommission sofort bis zu 50 Prozent Energie einsparen, allerdings wissen das nur die wenigsten. Ganze fünf Prozent der Bundesbürger. Mehr dazu und zum Energiesparen im Haushalt jetzt:

Antonia Esser in Frankfurt antwortet dazu auf folgende Fragen:

Begrüßung:

1. Wie viel kann man denn einsparen? Oder anders gefragt: Welche Summen verschenken die Bundesbürger pro Jahr?

Es gibt eine ganz aktuelle Umfrage der Messe Frankfurt, danach verschenken die Deutschen jährlich rund 16 Milliarden Euro – in Worten 16!! – die bei der Energie gespart werden könnten. Oder anders gesagt: 278 Milliarden Kilowattstunden Energie lösen sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auf. Zum Vergleich: Das ist in etwa viermal so viel, wie die gesamte Stadt Berlin benötigt. Und damit das nicht so bleibt, gibt es auf der ISH – der Weltleitmesse unter anderem für Gebäude-, Energie- und Klimatechnik – neben den Fachbesuchertagen auch einen Publikumstag. Dort kann man sich für das eigene Haus oder die Wohnung schlau machen.

2. Wo kann ich denn nun mit den neuesten Techniken Energie – und damit Geld – sparen?

Es gibt die kleinen Dinge im Haus, sagt Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband.:

O-Ton: Ist die elektrische Wärmepumpe richtig eingestellt oder ist die Heizungsanlage optimiert. Also da gibt es auch durchaus Möglichkeiten, den Kunden zur Energieeinsparung zu motivieren. – Länge 10 sec.

Und – Neuanschaffungen heute kosten zwar Geld, sind aber ein Investition in die Zukunft. Experte Günther Mertz:

O-Ton: Für den Vermieter ist das relativ einfach, dass er die Investitionen, die er in die Energiesparmaßnahmen tätigt, nachher durch eine höhere Kaltmiete wieder kompensieren kann. Für den Mieter bleibt es am Ende gleich: Der Anteil der Kaltmiete steigt, aber dafür sinkt der Anteil der Warmmiete. – Länge 17 sec.

Wichtig ist auf alle Fälle die Beratung beim Fachmann, da gibt es die ganz individuelle Lösung.

3. Und neben den Kosten?

Das Wohlfühlen spielt natürlich auch eine Rolle – privat wie im öffentlichen Bereich. Die grüne Bundestagsabgeordnete Bettina Herlitzius sagt, Studien hätten ergeben:

O-Ton: Dass Schüler, die in Klassenräumen unterrichtet werden, die besser durchlüftet werden – und zwar durch Entlüftungsanlagen – einfach wesentlich aufnahmefähiger und leistungsfähiger sind. – Länge 9 sec.

Die Effekte in den eigenen vier Wänden werden leider nicht erhoben, die spürt aber jeder selbst. Wer sich informieren will: In Kürze beginnt die Weltleitmesse ISH in Frankfurt. Für Fachleute wie Handwerker oder Planer aus ganz Deutschland ist das ein Pflichttermin – und sie geben dieses Wissen dann natürlich daheim auch weiter.

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Magazin, Kollegengespräch und O-Ton

Wenn Sie weitere O-Töne benötigen, senden Sie uns einfach eine Mail!

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Dabei entspricht (at) dem gewohnten Zeichen @, wir müssen aus Spam-Schutzgründen so schreiben

 

09März/11

Keine Kündigung wegen längeren Toilettenbesuchs

Paderborn/Berlin (DAV). Allein die Tatsache, dass ein langjähriger Mitarbeiter rund eine Viertelstunde für einen Toilettengang benötigt, rechtfertigt keine fristlose Kündigung. So entschied das Arbeitsgericht Paderborn am 21. Juli 2010 (AZ: 2 Ca 423/10), wie die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

Eine Gemeinde kündigte einem bei ihr seit über 20 Jahren angestellten Bauhofmitarbeiter. Sie begründete die Kündigung damit, dass der Mitarbeiter während der Arbeitszeit zur Bank gegangen sei und private Dinge erledigt habe. Der Mann erhob Kündigungsschutzklage und hatte Erfolg. Die Richter waren der Ansicht, dass der zehnminütige Bankbesuch nicht derart schwerwiegend sei, dass es für den Arbeitgeber unzumutbar sei, das Arbeitsverhältnis fortzuführen. Insbesondere wiesen die Richter dabei auf die kurze Dauer des Gangs zur Bank hin.

Einige Wochen später erhielt der Mitarbeiter wiederum eine Kündigung. Er hatte während der Arbeitszeit etwa 10 bis 15 Minuten im Hause eines Freundes auf der Toilette verbracht.
Das Aufsuchen einer Toilette während der Arbeitszeit – auch für einen längeren Zeitraum – sei keine arbeitsvertragliche Pflichtverletzung, so die Richter. Es rechtfertigte daher auch keine verhaltensbedingte Kündigung. Grundsätzlich wiesen sie darauf hin, dass die Erledigung privater Angelegenheiten während der Arbeitszeit durchaus eine Verletzung der Arbeitspflicht darstellen könne und darüber hinaus auch geeignet sei, das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und unter Umständen auch das Ansehen des Arbeitgebers zu beschädigen.

Informationen: www.ag-arbeitsrecht.de

09März/11

Auf den Hund gekommen

Köln/Berlin (DAV). Sieht der Mietvertrag vor, dass Haustiere nur mit Zustimmung des Vermieters gehalten werden dürfen, kann dieser fordern, dass ein Hund, der ohne vorherige Erlaubnis angeschafft wurde, wieder abgeschafft wird. Das gilt auch dann, wenn der Vermieter zuvor anderen Mietern die Hundehaltung erlaubt hat. Darüber informiert die Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien des Deutschen Anwaltvereins (DAV) unter Verweis auf ein Urteil des Landgerichts Köln vom 18. März 2010 (AZ: 6 S 269/09).

Der Mieter schaffte sich einen Hund an, ohne zuvor die Zustimmung des Vermieters einzuholen. Sein Mietvertrag sah die Haltung einer Katze oder eines Hundes nur mit vorheriger Zustimmung des Vermieters vor, die Haltung von Kleintieren war im üblichen Umfang gestattet. In der Wohnanlage waren bereits einige Hunde vorhanden. Trotzdem verlangte der Vermieter die Abschaffung des Hundes.

Die Richter in erster und zweiter Instanz gaben dem Vermieter Recht. Der Vermieter sei in seiner Entscheidung völlig frei, auch dann, wenn er anderen Mietern vorher die Erlaubnis gegeben habe, so die Richter. Der Mieter, der geklagt hatte, habe kein Recht auf Gleichbehandlung. Daraus resultiere, dass er auch keinen Anspruch auf Gleichbehandlung bezüglich der Tierhaltung habe. Die Richter führten aus, gerade wenn schon einige Tiere gehalten würden, könne es durch ein weiteres Tier zu Problemen oder Streitigkeiten unter den Mietern kommen. Eine solche „Selbstbindung“ des Vermieters könne daher nicht verlangt werden.

Informationen: www.mietrecht.net