Stuttgart – Die mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit bedroht die angestrebte Führungsrolle der deutschen Autoindustrie bei der Elektromobilität. „Verglichen mit China herrscht bei uns in der Autobranche zu viel Kleinstaaterei. Jeder tritt gegen jeden an“, sagte Gerhard Baum, IBM Vice President Automotive Industry, im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Baum engagiert sich zudem in der Nationalen Plattform für Elektromobilität. „Ich vermisse hier eine klare Rollenverteilung zwischen Hersteller und Zulieferer sowie einen Investitionsfokus auf Schlüsseltechnologien“, listete Baum die Defizite aus seiner Sicht auf.
Ähnliche Risiken sieht der Experte auch auf anderen Feldern: „Der Autosektor steht vor einem fundamentalen Umbruch.“ Das reiche von der Technologie wie der Vernetzung des Fahrzeugs mit dem Internet bis zu dadurch entstehenden neuen Dienstleistungen. „Die wachsende Komplexität werden wir mit dem heutigen Modell für Innovation in Deutschland nicht erfolgreich gestalten können. Die Gesamteffizienz der Branche muss besser werden.“
IBM ist seit den 50er-Jahren als IT-Dienstleister in der Autoindustrie tätig. Derzeit erforscht und entwickelt der Konzern neue Batterietechnologien wie Lithium-Luft-Akkus, die möglicherweise erst in zehn Jahren serienreif werden könnten.
Stuttgart – Daimler-Chef Dieter Zetsche prognostiziert für die weltweite Automobilindustrie in den nächsten Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum. „Noch vor fünf bis sechs Jahren galt die Autoindustrie als stagnierende, reife Branche. Die Sichtweise heute ist jedoch, dass wir über eine ganze Reihe von Jahren überdurchschnittlich wachsen werden – also mit Raten über dem weltweiten Brutto-Inlandsprodukt“, sagte er im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Zetsche fügte hinzu: „Das liegt natürlich vor allem an der Nachfrage aus den schnell wachsenden Schwellenländern.“
Stuttgart – Bei Porsche reichen die Pläne für einen Ausbau des Werks Leipzig weiter als bisher bekannt. Neben dem kompakten Geländewagen Cajun, der dort 2013 vom Band laufen soll, könnte ab 2016 auch die zweite Generation des Sportcoupés Panamera komplett in Leipzig hergestellt werden. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche unter Berufung auf Konzernquellen. Mit einem neuen Karosseriebau und einer Lackiererei, für die noch 2011 die Bauarbeiten beginnen sollen, entstehen mindestens 1.000 neue Arbeitsplätze. „Eine Erweiterung dieser Größenordnung würde sich für nur ein Modell kaum rechnen“, sagte ein Porsche-Manager dem Blatt. „Neben dem Cajun sollte zumindest ein weiterer Typ in Leipzig gebaut werden“.