Category Archives: Auto

07Sep./11

Bosch: 2011 erstmals 30 Milliarden-Euro-Marke bei Kfz-Technik knacken

 Stuttgart – Der weltgrößte Autozulieferer Bosch will in diesem Jahr neue Rekorde beim Umsatz aufstellen. „Wir erwarten für 2011 ein Wachstum von mindestens zehn Prozent und würden somit beim Umsatz mit Kraftfahrzeugtechnik erstmals die Schwelle von 30 Milliarden Euro übertreffen“, bestätigte Bernd Bohr, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik, im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe eine frühere Prognose. Wachstumstreiber seien vor allem die Produkte für Umwelt- und Unfallschutz.

Allerdings gebe es auch neue negative Signale: „Im weltgrößten Automobilmarkt China sehen wir, dass das Wachstum dieses Jahr nicht in den Himmel schießen wird. Vor allem Chinas Nutzfahrzeugmarkt gestaltet sich momentan relativ schwierig“, betonte Bohr. Zudem erschwerten steigende Rohstoffpreise und zunehmende Volatilität das Geschäft. „Ich spreche nicht nur von Konjunkturzyklen, die Ausschläge sind schlicht größer als in Vergangenheit. Und die Zahl der Techniktrends ist so hoch wie nie zuvor“, meinte der Manager.

Bei der langfristigen Planung strebe die Bosch-Kfz-Sparte jedes Jahr ein Ergebnis von sieben bis acht Prozent vor Steuern an: „Das ist ein Korridor, aus dem wir solide unser Wachstum und unsere Innovationen finanzieren können.“

Die Mitarbeiterzahl im Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik werde in diesem Jahr voraussichtlich von 167.000 auf 177.000 steigen: „Dieser Zuwachs findet vor allem in der Region Asien-Pazifik, aber auch in anderen Teilen der Welt statt“, konkretisierte Bohr.

Um die Position als Innovationsführer zu verteidigen, investiert Bosch kräftig in Forschung und Entwicklung. Bohr: „Wir werden in der Kraftfahrzeugtechnik dieses Jahr gut 3,2 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgeben. Damit liegen wir klar über dem Durchschnitt der Branche.“

Das Geschäft mit Billigautos, um die es nach dem schwachen Start des Tata Nano ruhig geworden ist, besorgt Bohr nicht: „Nein, das Geschäft wird sich hier nur etwas verzögern. Wir sehen, dass Hersteller sich generell noch auf dieses neue Segment einstellen müssen, etwa hinsichtlich eines anderen Vertriebsnetzes und angepasste Finanzierungsangebote. Für uns ist es vor derzeit vor allem ein hervorragendes Lernfeld – auch für Vereinfachungen der Technik für etablierte Märkte. Und der Markt wird kommen. Gerade in China wird das ein hochspannendes Segment – weniger im Pkw-Bereich als bei Mini-Bussen, die um die 3000 Dollar kosten werden. Und wenn sich irgendwann in Afrika was tun sollte, dann wird auch das eher im Niedrigpreis-Segment sein.“

03Sep./11

BMW schafft 1.000 neue Jobs im Vertrieb

 München – Der Münchner Autohersteller BMW plant eine Qualitätsoffensive und wird dazu auch neue Stellen im Handel schaffen. „Für den Einstieg in die Elektromobilität und im Rahmen der Ausweitung unserer Modellpalette brauchen wir mehr Verkäufer und Servicemitarbeiter“, kündigte BMW-Deutschland-Chef Karsten Engel in der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche an. Er fügte hinzu: „Deswegen wird die BMW-Handelsorganisation von 2011 bis 2014 in Deutschland 1.000 neue Mitarbeiter einstellen.“

Hintergrund für die Offensive sind die Absatzerwartungen des Konzerns in Deutschland. „Der deutsche Gesamtmarkt wird in Zukunft kaum wachsen, sondern sich stabil zwischen 3,1 und 3,2 Millionen verkauften Neuwagen bewegen“, schätzt Engel. Darum sollen Kunden durch besseren Service in den Autohäusern enger an die Marke BMW gebunden werden. „Nur ein Kunde, der sich von seinem Autohaus gut betreut fühlt, kauft dort wieder einen Neuwagen“, betonte Engel. Mit einem ausgeklügelten System sollen die Bemühungen der Händler vom Hersteller künftig besser gewürdigt werden.

03Sep./11

GM bremst Opel in Übersee aus

 Duisburg/Bochum – Die Konzernmutter General Motors bremst die deutsche Tochter Opel in Übersee aus und favorisiert stattdessen Chevrolet. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche und zitiert Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke mit den Worten: „In Brasilien gehen wir nicht rein, das überlassen wir Chevrolet“. Auf Nachfrage wollte Stracke die Entscheidung aus Detroit nicht bewerten. Brasilien ist für GM nach China und den USA der drittwichtigste Markt, dank des rasanten Wachstums wird der brasilianische Automarkt in diesem Jahr Deutschland überholen.

Opel muss sich nach dem Willen der US-Konzernzentrale in Südamerika auf Argentinien und Chile beschränken. Dort werde an der Markterschließung gearbeitet, erläuterte Stracke: „Noch Ende diesen Jahres wollen wir die ersten Autos in Chile verkaufen.“ Auch nach Israel wollen die Rüsselsheimer liefern. In China, dem weltweit wichtigsten Wachstumsmarkt, darf Opel künftig zwar Autos verkaufen, aber nicht produzieren.

Für das Elektrovorzeigemodell Ampera gibt es noch mehr Beschränkungen. Er wird unter der Marke Opel nur in Europa verkauft. Außerhalb kommt das Auto ausschließlich als Chevrolet Volt zum Einsatz, räumte Opels Elektro-Manager Enno Fuchs im Gespräch mit der Automobilwoche ein. Auch in Russland wird es den Ampera nicht geben. Als Grund dafür nannte Fuchs die hohen russischen Einfuhrzölle.

03Sep./11

Getrag will bis 2015 Umsatz fast verdoppeln

 Untergruppenbach – Der Getriebe-Hersteller Getrag geht nach mehrjährigen Turbulenzen und einer erfolgreichen Neuausrichtung wieder auf Expansionskurs. „Bis zum Jahr 2015 wollen wir unseren Umsatz ausgehend von 2010 auf 4,5 bis fünf Milliarden Euro fast verdoppeln“, kündigt Getrag-Chef Mihir Kotecha im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche an. Im kommenden Jahr soll der Getriebehersteller die Mindestmarge von fünf Prozent erreichen. „Unser Ziel ist allerdings eine Vorsteuerrendite von zehn Prozent“, betonte der Manager. Im vergangenen Geschäftsjahr hat die Getrag Corporate Group, die in Untergruppenbach bei Heilbronn ihren Sitz hat, Erlöse von 2,6 Milliarden Euro erzielt und war operativ und netto wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Genauere Zahlen veröffentlicht das Unternehmen im Besitz der Familie Hagenmeyer nicht. Getrag beschäftigt insgesamt 13.500 Mitarbeiter.

Getrag war 2008 aufgrund einer hochgradig fremdfinanzierten Expansion in schwere Turbulenzen geraten. Zwischenzeitlich musste der weltweit sechstgrößte Getriebehersteller sogar eine Bürgschaft des Landes Baden-Württemberg in Anspruch nehmen. Nun sieht Kotecha sein Unternehmen wieder auf Kurs: „Wenn wir unsere Chancen richtig nutzen, dann können wir 2013/2014 ein attraktives Profitabilitätsniveau erreichen und nahe an das herankommen, was unsere Stakeholder zu Recht erwarten.“

Wachstumschancen sieht Getrag vor allem bei Handschaltern. In etablierten Märkten wird das Fünf-Gang- vom Sechs-Gang-Getriebe abgelöst. Zudem wird die hohe Pkw-Nachfrage in den Schwellenländern, in denen Fahrzeuge üblicherweise mit einer Handschaltung ausgestattet sind, zu einem weiteren Absatzboom, erwartet das Unternehmen.
Die Fertigungskapazitäten für Doppelkupplungsgetriebe baut Getrag derzeit stark aus. Im Jahr 2015 will die Gruppe auf ein Volumen von über fünf Millionen Getrieben insgesamt kommen, für das laufende Jahr plant der Konzern mit 3,6 Millionen Einheiten.
Außerdem kündigte Kotecha den Einstieg in die Volumenfertigung selbst entwickelter Doppelkupplungen an: „Ab 2013 werden wir jährlich 200.000 Einheiten produzieren“. Bislang kauft Getrag Doppelkupplungen bei spezialisierten Herstellern selbst zu.

03Sep./11

Audi will Latte beim Jahresziel „sauber überspringen“

 Ingolstadt – Die zum Volkswagenkonzern gehörende Audi AG hat die eigenen Erwartungen beim Absatz in diesem Jahr angehoben. „Wir erwarten, dass wir die Latte von 1,2 Millionen Verkäufen sauber überspringen werden und vielleicht noch etwas Luft dazwischen ist“, sagte Audi-Vorstandschef Rupert Stadler im Gespräch mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Er fügte hinzu: „Aber auch hier schauen wir schon über das Jahr 2011 hinaus: Mit der neuen Generation der A6 Modelle und dem Audi Q3, der im Herbst zu den Händlern kommt, schaffen wir die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Jahr 2012, wenn diese Modelle erstmals über alle zwölf Monate eines Jahres verfügbar sein werden.“

Im kommenden Jahr plane Audi nach Stadlers Worten „weiter zu wachsen“, um das Ziel von zwei Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2020 zu erreichen. Das ursprüngliche Ziel des Jahresabsatzes von 1,5 Millionen Fahrzeugen in 2015 werde „voraussichtlich schon 2014“ erreicht, sagte der Manager und ergänzte: „Wenn es etwas früher passiert, haben wir nichts dagegen.“

Zu dem Wachstum trügen erheblich die Auslandsmärkte bei. „Wir sind auch in den USA prima unterwegs und wollen unseren Absatz dieses Jahr zweistellig steigern…zwischen 10 und 20 Prozent“, betonte Stadler. 2010 hatte Audi in den Staaten erstmals die Schwelle von 100.000 Verkäufen durchbrochen: „Niemand hätte etwas dagegen, wenn wir unser Ziel von 150.000 – 160.000 Einheiten schon früher als im Jahr 2015 erzielen.“

Deutliche Zuwächse verzeichne Audi auch in China: „Man muss sich immer wieder die Dynamik dieses Marktes vor Augen führen. Für die erste Million verkaufter Automobile haben wir 22 Jahre gebraucht. Die zweite Million werden wir in nur drei Jahren verkaufen, zwischen 2011 und 2013“, unterstrich Stadler. Daher würden die Kapazitäten von derzeit 300.000 Einheiten in den nächsten Jahren weiter ausgebaut. Im Gesamtjahr 2011 werde China erstmals der größte Audi-Markt weltweit noch vor Deutschland sein: „Deshalb haben wir bereits angekündigt, dass wir neben dem A4 L, dem A6 L und dem Audi Q5 auch den Q3 lokal produzieren werden.“ Das genaue Timing dafür aber stehe nach Stadlers Angaben noch nicht fest.