Category Archives: Auto

02Jan./12

Mercedes will 2012 fast eine Million Pkw in Deutschland bauen

 Daimlers Kernmarke Mercedes-Benz will im kommenden Jahr die Rekordzahl von fast einer Million Fahrzeuge in seinen drei deutschen Werken fertigen. Die genaue Planzahl ist 988.110 Einheiten, was 65 Prozent der für 2012 geplanten, globalen Mercedes-Benz Cars-Fertigung von 1,52 Millionen Fahrzeugen entspricht. Das berichtet die Fachzeitschrift Automotive News Europe unter Berufung auf ihr vorliegende interne Daimler-Unterlagen. Ein Konzern-Sprecher wollte die Zahlen nicht kommentieren.

Im weltweit größten Mercedes-Werk in Sindelfingen sollen demnach 460.860 Fahrzeuge vom Band rollen, in Bremen 327.460 und in Rastatt 199.790. Zum Vergleich: Die Planzahl im größten Mercedes-Werk außerhalb Deutschlands, dem U.S.-Werk in Tuscaloosa, liegt laut Informationen von Automotive News Europe bei 185.900 Einheiten.

02Jan./12

Porsche will Absatz 2012 um mehr als 6,5 Prozent steigern

 Porsche will seinen Absatz 2012 um mehr als 6,5 Prozent steigern. Das kündigte Porsche Vertriebs- und Marketingvorstand Bernhard Maier im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe an: „Noch ist nicht klar wie und vor allem wie schnell die internationale Schuldenkrise gelöst wird. Die Unsicherheit in manchen Märkten ist groß. Porsche ist auf jeden Fall sehr gut vorbereitet und kann einen Auf- oder Abschwung in einem gewissen Rahmen abfedern. 2012 wird – in einem stabilen Szenario – ein Jahr werden, in dem der weltweite Pkw-Absatz laut (dem Marktforschungsinstitut) Polk um 6,5 Prozent auf 66 Millionen Einheiten steigen wird. Was immer passiert: Wir bei Porsche wollen uns nach alter Porsche-Manier besser entwickeln als der Markt.“

Porsche verbuchte 2011 ein Allzeithoch beim Absatz. “2011 ist das beste Jahr in der Geschichte unseres Unternehmens. Wir haben nach vorläufigen Zahlen ein Plus von mehr als 20 Prozent gegenüber Vorjahr erreicht. Unsere Auslieferungen werden bei über 115.000 Einheiten liegen“, sagt Maier. Porsches bisheriger Absatzrekord lag nach Unternehmensangaben bei 103.000 Auslieferungen im Kalenderjahr 2007. Im vergangenen Jahr verbuchte der Sportwagenhersteller mehr als 97.000 Auslieferungen.

Einer der Wachstumstreiber für den Absatzrekord 2011 war der US-Markt. „In den USA – unserem größten Einzelmarkt – haben wir im Jahr 2011 knapp 29.000 Verkäufe verbuchen können – ein Plus von knapp 15 Prozent. In 2012 werden wir vor allem in der zweiten Jahreshälfte weiter zulegen, wenn der neue 911 in Nordamerika voll verfügbar ist“, so Maier.

Die erfolgreichsten Wachstumsmärkte 2011 sind laut Maier aber China mit einem Plus von 67 Prozent, Südostasien mit 76 Prozent und Russland mit mehr als 40 Prozent. „Wichtig für uns ist, nicht von einzelnen Märkten abhängig zu sein, sondern unser Geschäft auf eine möglichst breite Basis zu stellen“, betonte Maier.

Mit dem Absatz soll auch die Zahl der Porsche-Vertriebspartner wachsen. Maier: „Bis 2018 planen wir unser weltweites Händlernetz von 700 auf rund 1.000 Porsche-Zentren bis 2018 auszubauen – vor allem in Wachstumsmärkten wie China und Lateinamerika.“ In China arbeite Porsche derzeit mit etwa 40 Händler, Ende 2012 sollen es 50 sein, bis 2014 schon 80.
In Europa verfügt Porsche über 336 Händler. „Bis Ende 2014 könnten es rund 400 werden“, so Maier.

Rund 50 Prozent des Porsche-Absatzes 2011 sei dem SUV Cayenne zu verdanken. „Unser viersitziges Flaggschiff, der Porsche Panamera, hat sich 2011 im Rekordtempo als feste Größe im Segment der Luxuslimousinen etabliert: 2011 haben wir über 27.000 Einheiten ausgeliefert, ein Plus von 21 Prozent zum Vorjahr“, so Maier.

19Dez./11

Zetsche: „Wir sind in guter Verfassung – und wir wachsen!“

 Daimler-Chef Dieter Zetsche schwört die Belegschaft in einem Weihnachtsbrief auf die Herausforderungen des kommenden Jahres ein. „Wir sind in guter Verfassung – und wir wachsen!“, zitiert die Fachzeitschrift Automotive News Europe aus einem ihr vorliegenden Schreiben Zetsches und des übrigen Daimler-Vorstands. Der Vorstandschef weist zugleich auf die Risiken hin: „Wahr ist aber auch, dass die gesamtwirtschaftlichen Risiken kaum zwei Jahre nach der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise massiv zugenommen haben: Bekommt die Eurozone die Schuldenkrise in den Griff? Springt in den USA die Konjunktur an? Noch kennt niemand die Antworten.“ Daimler plane daher für mehrere Szenarien: „Es geht um einen stabilen Wachstumskurs in einem volatilen Umfeld.“

Mit der neuen Wachstumsstrategie „Mercedes-Benz 2020“ seien die Weichen gestellt. Zetsche bekräftigte erneut das Ziel, bis „spätestens zum Ende des Jahrzehnts die Spitze des Premium-Segments erobern – bei Marke und Produkten genauso wie bei Absatz und Rendite.“ In der Pkw-Sparte würden 2012 sechs neue Modelle vorgestellt – von dem
Sportwagen SL und der neuen A-Klasse über die E-Klasse mit der Hybridantrieb zum Elektro-Smart. Bei den Nutzfahrzeugen werde die neue Actros-Familie ausgebaut. Zudem starte das Truck-Joint-Venture mit Foton in China, in Indien will der Konzern mit der neuen Lkw-Marke BharatBenz angreifen.

Das Fazit des Daimlerchefs: „Auch das „Jahr eins“ nach dem 125-jährigen Jubiläum wird nicht „langweilig“. Aber wir haben alle Chancen, es zum Auftakt eines weiteren Erfolgskapitels in der Geschichte von Daimler zu machen“.

19Dez./11

Daimler verschiebt Marktstart des Elektro-Smart

 Entgegen der Daimler-Ankündigung verschiebt sich die für das Frühjahr geplante Markteinführung des neuen Smart ForTwo Electric Drive auf den September 2012. Eine Daimler-Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der Fachzeitschrift Automotive News Europe: „Es handelt sich um eine Verzögerung von nur drei Monaten, die Auslieferung hätte ohnehin erst im Juni begonnen.“

Grund sei eine „Anlaufverzögerung“ beim Zellenlieferanten Li-Tec. Beim Hochlauf der Zellen-Produktion habe es fertigungstechnische Probleme gegeben. „Mit den Batterien selbst gibt es keine technischen oder qualitativen Probleme. Wir wollen aber keine Abstriche bei der Absicherung der Qualität machen, deswegen nehmen wir die Verzögerung in Kauf“, sagt die Sprecherin der Automotive News Europe.

Während für die zweite Generation noch eine Lithium-Ionen-Batterie von Tesla genutzt wurde, soll die dritte Generation auf jene des Daimler-Evonik Joint Ventures Deutsche Accumotive nutzen. Li-Tec, ein Joint-Venture von Evonik und Daimler mit Sitz im sächsischen Kamenz bei Dresden, ist der Vorlieferant der reinen Zellen.

In einer Pressemitteilung vom September 2011 zur IAA in Frankfurt hatte der Hersteller noch verkündet, die dritte Generation des Elektro-Smart ab Frühjahr 2012 werde in mehr als 30 Märkten weltweit verfügbar sein.

Die erste Testflotte von Elektro-Smarts startete 2007 in London, von der zweiten Generation wurden seit 2009 rund 2000 Einheiten gebaut, für die dritte Generation nannte Smart-Chefin Annette Winkler ein „fünfstelliges Produktionsvolumen“. Der ForTwo Electric Drive ist die wesentliche Produktneuheit der Marke im Jahr 2012.

19Dez./11

Opel plant Personalabbau in der Produktentwicklung

 Rüsselsheim – Opel plant mit Blick auf die Personalkosten einen spürbaren Stellenabbau in der globalen Produktentwicklung im Rüsselsheimer ITEZ (Internationalen Technischen Entwicklungszentrum). Laut einem internen Brief der IG Metall, der der Fachzeitschrift Automotive News Europe vorliegt, sollen die Jobs von bis zu 1.420 Vollzeitbeschäftigte im Bereich Product Engineering (PE) eingespart werden. Ein Opel-Sprecher bezeichnet die Zahl als „sachlich falsch und zu hoch gegriffen“, weil auch Dienstleister eingerechnet seien, die nicht zur Opel-Belegschaft zählen. Eine andere Zahl wollte der Sprecher aber nicht nennen. Der Sprecher bestätigte Automotive News Europe aber weitere Pläne, „um in der Produktentwicklung effizienter zu werden“, die darin resultieren würden, dass „der Personalbedarf geringer ausfallen wird“. Nach Informationen von Automotive News Europe aus Aufsichtsratskreisen will die Geschäftsleitung mindestens 200 Mitarbeitern eine Abfindung anbieten; rund 550 sollen aus der Abteilung Product Engineering ins Manufacturing Engineering verlagert werden. Dadurch würden in der Produktentwicklung also in Summe mindestens 750 Positionen wegfallen.

Der Opel-Sprecher nannte unisono mit der Gewerkschaft drei wesentliche Pläne zur Steigerung der Effizienz im Product Engineering:
– eine stärkere Konzentration auf die Kernaufgabe der Entwicklung und die Reduktion koordinierender Projektaufgaben;
– die verstärkte Nutzung von Modulen und Baukästen. „Wir haben zum Beispiel immer noch zu viele verschiedene Lenk- und Sitzsysteme. Hier müssen wir deutlich besser werden“, so der Sprecher.
– die stärkere und frühere Einbindung von Zulieferern. „Wir planen nicht etwa, unsere Zulieferer bei den Preisen zu knebeln. Vielmehr müssen wir uns stärker auf die Innovationskraft unserer Zulieferer verlassen“, so der Sprecher.

Laut der IG Metall sind zudem weitere Maßnahmen geplant, wie das Herausnehmen von Berichtsebenen, Änderungen im Entwicklungsprozeß zur Reduktion von Komplexität. Der „Global Vehicle Development Process soll verschlankt werden“, schreibt die Gewerkschaft.

Laut IG Metall-Angaben plant die Opel-Geschäftsführung keine Kündigungen, sondern „den Nichtersatz von Altersteilzeitabgängen und dem gezielten Angebot von Abfindungen“. Der Betriebsrat erwartet, dass daraus Nachteile für die Belegschaft resultieren: „Rentennahe Jahrgänge haben dramatische Nachteile bei der Überbrückung zur Rente. Die verbleibenden Mitarbeiter werden eine noch stärkere Leistungsverdichtung erfahren.“ Der Betriebsrat will diesen Plan verhindern und fordert in dem Schreiben, „unnötige Ausgaben für Abfindungen zu verhindern. Diese sollten besser in Qualifizierungsmaßnahmen und zusätzliche Projekte fließen.“

In dem IG Metall-Schreiben wird zudem „die Herausnahme von Projekten“ kritisiert. Nach Informationen von Automotive News Europe handelt es sich dabei um das Opel Coupé und die Elektroversion des künftigen Einstiegsmodells Junior. Zudem wird die Entscheidung über den innovativen RAKe, der als Konzept auf der IAA im September vorgestellt wurde, auf kommendes Jahr verschoben. Noch im Oktober versicherte Opel gegenüber Automotive News Europe, dass die Entscheidung noch dieses Jahr fallen solle.