
Hamm/Berlin (DAV). Verkehrsschilder, die zugewachsen sind, entfalten keine Wirkung. Autofahrer müssen aus der Umgebung – beispielsweise durch die Art der Bebauung – nicht ahnen, dass sie durch eine Tempo-30-Zone fahren. Auf die Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm vom 30. September 2010 (AZ: III-3 RBs 336/09) weist die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.
Ein Autofahrer wurde zu einer Geldbuße wegen Überschreitung der Geschwindigkeit in einer Tempo-30-Zone um 40 km/h verurteilt. Das entsprechende Verkehrsschild war jedoch durch Laub verdeckt und objektiv nicht erkennbar, weswegen der Fahrer klagte. Das Amtsgericht führte aus, dass der Autofahrer aufgrund der örtlichen Verhältnisse wie etwa die Art der Bebauung und einer verengten Fahrbahn hätte erkennen können, dass der Bereich als Tempo-30-Zone ausgestaltet war.
Das sah das Oberlandesgericht anders. Maßgebend für die Verbindlichkeit von Verkehrsschildern sei deren Erkennbarkeit. Ebenso gelte der Sichtbarkeitsgrundsatz. Da das Geschwindigkeitsschild durch Laub verdeckt gewesen sei, habe es keine Wirkung entfaltet. Es bleibe daher bei einem Geschwindigkeitsverstoß wegen Überschreitung der innerorts zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, also einer Überschreitung um „nur“ 20 km/h.
Wegen der geringeren Höhe des Bußgeldes und da es für eine Geschwindigkeitsüberschreitung in dieser Höhe keine Punkte in Flensburg gibt, ist hier eine Abänderung des Bußgeldbescheides für den Betroffenen besonders wichtig, erläutern die DAV-Verkehrsrechtsanwälte.
Informationen: www.verkehrsrecht.de



Rüsselsheim – Die defizitäre GM-Tochter Opel plant für 2012 mit einem höheren Gewinn als erwartet. „Wir werden 2012 einen substantiell dreistelligen Millionen-Euro-Gewinn einfahren“, berichtet die Fachzeitschrift Automotive News Europe unter Berufung auf Konzernkreise. Offiziell wollte Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke dies im Interview mit der Fachzeitschrift noch nicht im Detail bestätigen: „Unser Ziel ist es, ab dem nächsten Jahr nachhaltig profitabel zu sein“, wiederholte Stracke frühere Aussagen. „Konkrete Zahlen möchte ich nicht nennen, aber mit der jetzt deutlich verbesserten Kostenstruktur, die 2012 zum ersten Mal für das gesamte Jahr zum Tragen kommt, und den angepeilten höheren Verkaufszahlen, sind wir zuversichtlich, unser Ziel zu erreichen.“ Für das Gesamtjahr 2011 betonte Stracke das Ziel, „operativ mindestens mit einer schwarzen Null abzuschließen.“