All posts by Reporter

30Sep./11

Bei Hundestreit können beide Halter haften

 München/Berlin (DAV). Geraten zwei Hunde in Streit und wird eine Besitzerin gebissen, muss sie sich die Gefahr, die von ihrem Hund ausging, zurechnen lassen. Dies ist bei einer Berechnung des Schmerzensgeldes zu berücksichtigen, entschied das Amtsgericht München am 1. April 2011 (AZ: 261 C 32374/10), wie die Deutsche Anwaltauskunft mitteilt.

Zwei Münchnerinnen gingen mit ihren Hunden spazieren. Zwischen beiden Hunden, einem Labrador-Mischling und einem Ridgeback kam es zu einer Rauferei. Als die Hunde kurzzeitig voneinander losließen, hielt die Besitzerin des Labrador-Mischlings ihren Hund fest. Der Ridgeback lief auf sie zu und biss ihr in die Hand. Die Hundebesitzerin erlitt dadurch eine Blutvergiftung, hatte Fieber und erhebliche Schmerzen. Erst nach ungefähr drei Monaten war sie wieder uneingeschränkt arbeitsfähig. Zurück blieben allerdings Narben, eine Sensibilitätsstörung auf dem Rücken der Hand und Spannungsschmerzen. Sie verlangte daher Schmerzensgeld von der Halterin des Rigdebacks. Deren Haftpflichtversicherung bezahlte ihr daraufhin 750 Euro. Dies sei nicht ausreichend, meinte die Halterin des Labrador-Mischlings, und verlangte vor Gericht weitere 2.250 Euro.

Damit hatte sie größtenteils Erfolg. Das Gericht sprach ihr weitere 1.250 Euro zu. Grundsätzlich wäre ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.500 Euro angemessen, berücksichtige man nur die Verletzung und ihre Folgen. Allerdings sei die Tiergefahr des Hundes der Klägerin haftungsmildernd zu berücksichtigen. Die Aggression sei, dies stehe nach der Beweisaufnahme fest, letztlich von dem Labrador-Mischling ausgegangen. Unter Berücksichtigung dieser Umstände sei daher ein Abzug von einem Fünftel zu machen. Der Klägerin stehe somit ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 Euro zu. Hiervon seien die gezahlten 750 Euro abzuziehen.

Informationen: www.anwaltauskunft.de

30Sep./11

Fahrtenbuchauflage schon nach erstmaligem Verkehrsverstoß möglich

 Trier/Berlin (DAV). Die Anordnung einer Fahrtenbuchauflage ist bereits möglich, wenn der Fahrzeughalter seinen ersten Punkt in Flensburg erhält. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behörde den Fahrzeugführer nicht feststellen kann. Das ist auch dann der Fall, wenn der Fahrer nicht innerhalb der für die Festsetzung des Bußgeldes geltenden Verjährungsfrist von drei Monaten ermittelt werden kann. Dies entschied das Verwaltungsgericht Trier am 9. März 2011 (AZ: 1 L 154/11), wie die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilen.

Der zuständige Landkreis hatte angeordnet, dass der Fahrzeughalter für die Dauer von sechs Monaten ein Fahrtenbuch führen müsse. Er hatte zuvor die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb einer geschlossenen Ortschaft von dort 50 km/h um 24 km/h überschritten. Der Fahrzeughalter hatte in seiner Anhörung als Beschuldigter den Verkehrsverstoß zunächst zugegeben, dann jedoch im Einspruchsverfahren gegen den Bußgeldbescheid bestritten, der Fahrer zu sein. Er gab an, sein Sohn habe zu der Zeit den Wagen gefahren. Da zwischenzeitlich die Verjährungsfrist abgelaufen war, konnte kein Bußgeld mehr gegen den Sohn verhängt werden. Daraufhin wurde die Fahrtenbuchauflage erlassen.

Informationen: www.verkehrsrecht.de

30Sep./11

Fahrerlaubnis freiwillig abgegeben? – Punkte in Flensburg bleiben!

 Leipzig/Berlin (DAV). Man könnte meinen, dass Autofahrer, die ihren Führerschein freiwillig abgeben, auch von ihren Punkten in Flensburg „befreit“ werden. Das ist allerdings nicht automatisch so. Dies entschied das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig am 3. März 2011 (AZ: 3 C 1.10), wie die Verkehrsrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilen.

Das zuständige Landratsamt verlangte vom späteren Kläger aufgrund zahlreicher Verkehrsverstöße im Oktober 2005 die Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens. Es wies darauf hin, dass man ansonsten von seiner mangelnden Fahreignung ausginge und ihm die Fahrerlaubnis entziehen müsse. Der Mann gab an, nicht über die finanziellen Mittel für ein solches Gutachten zu verfügen und ohnehin ein Fahrverbot antreten zu müssen. Er verzichtete deshalb auf seine Fahrerlaubnis und gab den Führerschein im Februar 2006 bei der Behörde ab. Nach der Teilnahme an einem Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung erhielt er im September 2006 eine neue Fahrerlaubnis. Da der Mann kaum ein Jahr später 16 Punkte im Verkehrszentralregister erreicht hatte, ordnete das Landratsamt die Teilnahme an einem Aufbauseminar an. Hiergegen wandte der Mann ein, dass wegen seines Verzichts auf die Fahrerlaubnis die zuvor eingetragenen Punkte zu löschen gewesen seien.

Die Vorinstanzen gaben ihm mit unterschiedlichen Begründungen Recht. Das BVerwG änderte diese Entscheidungen und wies die Klage ab. Die Regelung, dass bei Entzug der Fahrerlaubnis die Punkte für die vor dieser Entscheidung begangenen Zuwiderhandlungen gelöscht werden, sei nicht auf die Fälle eines Verzichts auf die Fahrerlaubnis übertragbar. Dem stehe entgegen, dass der Gesetzgeber bei Verzichtsfällen bewusst von einer Löschung der Punkte abgesehen habe. Die vom Gesetzgeber festgelegte Differenzierung zwischen einem Verzicht auf die Fahrerlaubnis und deren Entziehung durch die Fahrerlaubnisbehörde sei sachlich gerechtfertigt.

Informationen rund ums Verkehrsrecht: www.verkehrsrecht.de

26Sep./11

O-Ton Guilia Siegel: „Raucher werden behandelt wie Hunde“

 Berlin – Schauspielerin und DJane Guilia Siegel beklagt die mangelnde Toleranz von Nichtrauchern gegenüber Rauchern. „Wir werden behandelt wie Hunde“, sagte sie am Montag in der Sat.1-Sendung „Eins gegen Eins“ (Ausstrahlung am Montagabend um 23.30 Uhr). Die Moderatorin machte geltend, dass Raucher für ihr Laster vor die Tür gingen oder im Restaurant darauf achteten, ob in ihrer Nähe jemand esse. „Es wäre wichtiger, die Aufklärung zu verstärken, als mit Gesetzen das Rauchen zu verbieten“, meinte Siegel.
Die Schädlichkeit des Rauchens stehe außer Frage. „Ich komme auf die Welt und warte bis ich 18 bin, damit ich wählen kann, damit ich offiziell Alkohol trinken kann, damit ich rauchen kann. Und dann wird es mir wieder verboten?“, fragte Siegel.

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Ohne Nikotin weltweit bis zu 30 Prozent weniger Krebsfälle

Berlin – Durch konsequentes Nichtrauchen könnte nach Ansicht von Medizinern die Zahl der weltweiten Krebserkrankungen um 25 bis 30 Prozent sinken. „Die Häufigkeit von Lungenkrebs könnte um 85 bis 90 Prozent gesenkt werden, wenn aktiv und passiv nicht geraucht werden würde“, sagte Prof. Eckart Laack, Chef des Ambulante Krebszentrums Hamburg, am Montag in der Sat.1-Sendung „Eins gegen Eins“ (Ausstrahlung am Montagabend um 23.30 Uhr).
Der Mediziner plädierte für einen deutschlandweit einheitlichen Nichtraucherschutz. „Unter freiem Himmel könne gern geraucht werden.“

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20Sep./11

O-Töne + Magazin: Glücksatlas 2011 vorgestellt

 Anmoderation: Die glücklichsten Deutschen leben in und um Hamburg, die unglücklichsten sind in Thüringen zu finden. Das ist das Ergebnis der ersten Glücksstudie, die die Deutsche Post heute in Berlin vorgestellt hat. Und: Der Abstand zwischen Ost und West ist gering geworden.

Beitrag:

Die Lebenszufriedenheit der Deutschen ist deutlich gestiegen. Und warum ist das wichtig für die Deutsche Post DHL? Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes:

O-Ton: Wir sind einer der größten Arbeitgeber auf diesem Planeten, wir sind einer der größten Arbeitgeber in Deutschland mit 200.000 Mitarbeitern. Und wenn Glück jeden angeht, dann geht es auch uns an. – Länge 11 sec.

Landläufig sagt man: Geld allein macht nicht glücklich. Und deshalb gibt es auch deutlich mehr Kriterien, die die Grundlage für den Glücksatlas gebildet haben. Professor Bernd Raffelhüschen von der Uni Freiburg.

O-Ton: Glücklich machen eigentlich die vier „G“: Erstens zunächst erst einmal die Mentalität, die Genetik. Da wo einer ein volles oder halbvolles Glas sieht, sieht der andere ein Glas, das ist leer. Das zweite G ist einfach Gesundheit und die ist ganz, ganz wichtig. Dann die Geselligkeit, also die Frage, ob man in intakten Beziehungen lebt, ob man Freunde hat. Und dann kommt das Geld. Tatsächlich macht Geld vielleicht nicht allein glücklich, aber es zu haben, schadet nicht. – Länge 20 sec.

Allerdings: Der alleinige Blick auf das Bruttoinlandsprodukt als Wohlstandsindikator wird immer kritischer gesehen. Der Glücksatlas ist nun die umfangreichste und aktuellste Bestandsaufnahme in Deutschland. Und natürlich ist das kein Selbstzweck, sondern spiegelt sich auch in den Unternehmen wieder. Auch da sind glückliche Mitarbeiter zufriedener – und leistungsbereiter. Der Glücksatlas 2011 hilft zu verstehen, was den Deutschen für ihre Lebenszufriedenheit tatsächlich wichtig ist, betont Jürgen Gerdes:

O-Ton: Unsere eigenen Werte liegen – Stand 2010 – bei 74 Prozent allgemeiner Arbeitszufriedenheit, was ein sehr, sehr guter Wert ist. Und die beste Botschaft daran ist: Wir haben es im letzen Jahr um acht Prozent gesteigert, davor um sieben Prozent. Die aktuelle Befragung läuft gerade. Ich bin mal gespannt, was da im November rauskommt. – Länge 18 sec.

Alle Ergebnisse im Detail gibt es unter www.gluecksatlas.de.

Absage.

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O-Ton: Glücksatlas

Die glücklichsten Deutschen leben in und um Hamburg, Berlin ist nur auf Platz 15. Das ist das Ergebnis der ersten Glücksstudie, die die Deutsche Post DHL heute in Berlin vorgestellt hat. Bislang wurde das Bruttoinlandsprodukts als einziger Wohlstandsindikator betrachtet, das wird heute zunehmend kritischer gesehen. Neben Geld gehören Gesundheit, Geselligkeit und die eigene Mentalität dazu.
Professor Bernd Raffelhüschen von der Uni Freiburg:

O-Ton:

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Abmoderation: Alle Ergebnisse im Detail gibt es unter www.gluecksatlas.de zum Nachlesen.

Kollegengespräch: Glücksatlas

Die glücklichsten Deutschen leben in und um Hamburg, die unglücklichsten sind in Thüringen zu finden. Das ist das Ergebnis der ersten Glücksstudie, die die Deutsche Post DHL heute in Berlin vorgestellt hat. Bislang wurde das Bruttoinlandsprodukts als einziger Wohlstandsindikator betrachtet, das wird heute zunehmend kritischer gesehen. Neben Geld gehören Gesundheit, Geselligkeit und die eigene Mentalität dazu.
Jürgen Gerdes, Mitglied des Konzernvorstands der Deutschen Post DHL antwortet dazu auf folgende Fragen:

1. Warum engagiert sich die Deutsche Post DHL beim Thema Glücksatlas?
2. Was bedeutet das für das Unternehmen konkret?
3. Was war für Sie die größte Überraschung bei der Studie?

Alle Ergebnisse im Detail gibt es unter www.gluecksatlas.de zum Nachlesen.

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