Wolfsburg – Neben intensiven Bemühungen um alternative Automobilantriebe setzt VW auch in Zukunft auf sparsame Verbrennungsmaschinen und will ihren Verbrauch nochmals deutlich reduzieren. „Zukünftige Diesel- als auch Ottomotoren bieten unter Einhaltung schärfster Abgasgrenzwerte in Kombination mit intelligenten Fahrzeug- und Triebstrangkonzepten signifikante Kraftstoffeinsparpotenziale im zweistelligen Prozentbereich“, sagte Volkswagen-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „Wesentliche Technologien sind dabei effiziente Brennverfahren, Downsizing, Verlustwärmenutzung, Thermomanagement, Hybridisierung“. Der Chefingenieur weiter: „Dazu kommen natürlich noch weitere Reduzierungen von Reibung und die Abschaltung beziehungsweise bedarfsgerechte Steuerung von Nebenaggregaten.“
Gerade bei der Verkleinerung der Hubräume, dem Downsizing, müssten allerdings zugleich hohe Anforderungen in Bezug auf den Komfort erfüllt werden: „In den Volumensegmenten werden Vier-Zylinder-Motoren nach wie vor dominieren. Aber auch Drei-Zylinder-Aggregate werden ein fester Bestandteil der Motorenpalette sein, und dies insbesondere im Rahmen der zunehmenden Hybridisierung“, betonte der VW-Chefingenieur. Mit Blick auf gasbetriebene Autos wie den Volkswagen Passat EcoFuel, den der Topmanager als „umweltfreundlichen und fahraktiven“ Pkw schätzt, räumte Hackenberg ein, dass „sich viele Kunden von der noch teils lückenhaften Tankstellen-Infrastruktur insbesondere an Autobahnen abschrecken“ lassen.
München – Für ein neues Werk in Nordamerika bevorzugt Audi einen Standort in Mexiko. Wegen der geringeren Lohnkosten und der Möglichkeit, die Autos zollfrei in die USA, nach Südamerika oder Europa zu exportieren, sei Mexiko derzeit die erste Wahl, erfuhr die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche aus dem Unternehmen. Michael Macht, Konzern-Produktionsvorstand der Audi-Mutter Volkswagen, bestätigte gegenüber dem Blatt, dass einiges für Mexiko spreche. „Es gibt aber auch Argumente dagegen“, so Macht: „Zieht man von dem Land die Gegenden ab, die Erdbeben- oder Hurrikan-gefährdet sind und wo die Sicherheitslage schwierig ist, bleibt nicht mehr viel.“ In den sicheren Gebieten existierten bereits einige Werke: „Dementsprechend hoch ist dort das Lohnniveau – und die Arbeitskräfte sind knapp.“ Eine Entscheidung über den Standort würde im nächsten halben Jahr fallen.
Wolfsburg – VW-Vorstandschef Martin Winterkorn will die Kernmarke Volkswagen für den 2012 absehbar schärferen Wettbewerb rüsten und den gesamten Konzern mit einer großen Technologieoffensive für die Zukunft wappnen. „Wir spüren eines immer deutlicher: Wer an der Spitze fährt, hat viele Gegner“, zitiert die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche aus einer Mitteilung Winterkorns an seine Führungskräfte. „Unsere Wettbewerber attackieren Volkswagen überall auf der Welt“. Der Topmanager sieht demnach VW inzwischen gar vor der „größten Herausforderung, die je ein Autohersteller zu bestehen hatte“. Winterkorn kündigt daher intern an: „Wir werden Volkswagen in den nächsten Jahren komplett neu aufstellen: ökonomisch und ökologisch! Mit neuen Technologien und Modellen, in neuen Märkten, mit neuen Fabriken und mit Investitionen in einem Ausmaß, wie es sie noch nie gegeben hat.“
München – Während die deutschen Premiumautobauer BMW, Audi und Mercedes ihre Weihnachtspause verkürzen, haben die Volumenhersteller VW, Ford und Opel eine meist zweiwöchige Produktionspause geplant. Die Werke bei BMW sind laut Produktionsvorstand Frank-Peter Arndt zu mehr als 110 Prozent ausgelastet, berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Um den hohen Bestelleingang abzubauen, verkürzt BMW die Werksferien in München, Regensburg, Oxford und Spartanburg auf eine Woche. Andere Werke werden aufgrund anstehender Wartungsarbeiten dagegen etwas länger geschlossen.