Category Archives: Auto

21Jan./11

Industrie will Subventionen für Batteriewerke

Der zweite Zwischenbericht der Nationalen Plattform für Elektromobilität soll im Frühjahr vorgelegt werden.

Ein Teil der Förderung könnte laut Kagermann auch aus dem Topf der vier Milliarden Euro stammen, die als notwendige Forschungs- und Entwicklungsausgaben bis 2013 identifiziert wurden. Wie viel davon der Staat übernehme und welchen Teil die Wirtschaft, sei noch nicht definiert. „Klar ist aber, dass wir zusätzliche Incentives über Forschung und Entwicklung hinaus brauchen“, so der ehemalige SAP-Vorstand und heutige Präsident der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften. Auch von den umstrittenen direkten Kaufanreizen für Elektrofahrzeuge will die branchenübergreifende Expertengruppe nicht Abstand nehmen. „Wir werden auf jeden Fall keine Förderungsmaßnahme grundsätzlich ausschließen“, betonte Kagermann. Deutschland fördert derzeit Hochrisikoinvestitionen mit bis zu 50 Prozent. Das Investment für eine Produktion von Lithium-Ionen-Zellen liegt im dreistelligen Millionen-Bereich.     

Die Empfehlungen der Expertengruppe an die Bundesregierung richtet sich an dem politischen Wunsch aus, bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland auf der Straße zu haben. „Will man mehr Elektroautos auf die Straße bringen, müssen eventuell auch die Anreize höher ausfallen“, unterstrich Kagermann. Grundsätzlich hält er das Ziel für realistisch: „Wenn die deutsche Industrie die Marktanteile in der Welt und in Deutschland hält, dann könnte sie im Jahr 2020 rund 600.000 Autos mit Batteriebetrieb, Plug-in-Hybrids oder Fahrzeuge mit Range Extender weltweit verkaufen – zwischen 200.000 und 250.000 davon in Deutschland.“
 

21Jan./11

Klaus Fricke wird neuer CEO bei Autozulieferer Dr. Schneider


Die Dr. Schneider Unternehmensgruppe ist Spezialist für Automobil-Kunststoffprodukte – wie Belüftungssysteme, Innenverkleidungen oder Module für Instrumententafeln und Mittelkonsolen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der 1927 gegründete Zulieferer laut Fricke 240 Millionen Euro mit weltweit 2200 Mitarbeitern. Das Familienunternehmen verfügt über drei deutsche Werke  (Kronach, Tschirn und Judenbach) sowie fünf ausländische Standorte – in Valencia/Spanien, Sao Paulo/Brasilien, Howell/USA, Radomierz/Polen sowie Schanghai/China. Zu den größten Kunden von Dr. Schneider zählen Audi, BMW und Mercedes.

Fricke hat zuletzt als Partner der Personal- und Unternehmensberatung Graf Lambsdorff & Cie gearbeitet und war zudem Mitte 2010 in den Beirat von Dr. Schneider berufen worden. Zuvor war der Betriebswirt mehr als 30 Jahre lang in leitenden Positionen bei Automobilherstellern, -zulieferern und –händlern beschäftigt, unter anderem als Marketingleiter bei BMW, Geschäftsführer bei KeiperRecaro sowie der Daimler-Tochter Smart, Vice President Fiat Auto weltweit und Vorstandsvorsitzender von Fiat, Lancia und Alfa Romeo in Deutschland sowie Geschäftsführer der größten deutschen Automobilhandelsgruppe Emil Frey.

15Jan./11

Smart: Entscheidung über elektrische Roller und Räder bis Sommer

Mit welchem Partner aus dem Zweirad-Bereich dafür eine Kooperation eingegangen werden könnte, ließ die Managerin offen.

In diesem Jahr will Smart mehr als 90.000 Fahrzeuge verkaufen, 2010 waren es 97.500 Autos, 2008 noch rund 134.000. Der Nachfolger des Zweisitzers fortwo kommt frühestens Ende 2013 in den Handel, ein Viersitzer soll 2014 folgen, um die Nachfrage anzukurbeln. Bis dahin wird die einzige Innovation der vollelektrische Fortwo ab 2012 sein. Von ihm sollen rund 10.000 Einheiten verkauft werden sollen. „Wir können uns vorstellen, das Fahrzeug mit anderen interessanten Angeboten zu kombinieren – etwa mit der Möglichkeit ein anderes Auto bei Bedarf kurzfristig zu mieten“, unterstrich Annette Winkler.

Zudem sollen stark individualisierte Fahrzeuge für neue Kunden sorgen: „Wichtig ist, dass wir die Sondereditionen in Abstimmung mit dem jeweiligen Händlerverband des Landes entwickeln, weil die Vorlieben der Märkte sehr verschieden sind und die Händler am besten wissen, was die Kunden wollen“, betonte Winkler.

15Jan./11

Volvo plant Verkaufsoffensive in den USA

Für 2011 werden neun Prozent Wachstum für den gesamten US-Markt erwartet, diese Zahl will Volvo für sich übertreffen, betonte der Manager, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Das vergangene Jahr hatte Volvo in den Staaten zwar mit einem Minus von zwölf Prozent und insgesamt 53.948 verkauften Einheiten abgeschlossen, ungeachtet dessen waren die USA der wichtigste Absatzmarkt. Die überarbeitete Limousine Volvo S60, die im vergangenen Jahr gestartet war, soll nun zu dem geplanten überdurchschnittlichen Wachstum in den USA beitragen.

Weltweit will Jacoby „2011 mindestens ein Auto mehr verkaufen als 2010“, sagte der Manager der Automotive News Europe. Im vergangenen Jahr verbuchte die schwedische Marke einen Absatz von 374.000 Fahrzeugen – ein Plus von elf Prozent zum Jahr zuvor. Bis 2020 will Volvo weltweit 800.000 Einheiten absetzen. Dieses Ziel stufen Experten als sehr ambitioniert ein, denn im bisherigen Rekordjahr 2007 hatte Volvo insgesamt 458.323 Autos verkauft.

Die Verkaufsziele sollen auch durch eine stärkere Präsenz in China erreicht werden. Nach Jacobys Worten habe Volvo – dank des neuen Eigentümers Zhejiang Geely Group – einen großen Vorteil: „Wir sind ein chinesisches Unternehmen. Also brauchen wir keine komplizierten Joint-Ventures, wir haben damit keinerlei Interessenskonflikte.“

14Jan./11

Automobilwoche-Leser wählen Ferdinand K. Piëch zur Persönlichkeit des Jahrzehnts

Reitzle erinnerte daran, dass Piëch bei seinem Abschied als VW-Vorstandschef sowohl von der Betriebsversammlung im Werk als auch bei der Hauptversammlung Standing Ovations erhalten habe: „Wer gleichzeitig von den Aktionären wie auch von den Mitarbeitern Applaus bekommt, muss einiges richtig gemacht haben.“

Ferdinand Piëch bedankte sich für den Preis und die Laudatio. Er habe sich über das Votum der Automobilwoche-Leser besonders gefreut. „Das ist ja auch ein Beispiel für gelebte Mitbestimmung“, sagte Piëch. Piech erhielt von den anwesenden Automobilmanagern zahlreicher Zulieferer, Händler und Autohersteller stehende Ovationen.

Der Auto-Star für die Marke des Jahrzehnts ging, ebenfalls durch Leserwahl, an Audi. Die Marke mit den vier Ringen bekam 29 Prozent der Stimmen und landete damit deutlich vor Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz. Vorstandschef Rupert Stadler nahm den Preis „im Namen aller Audi-Mitarbeiter“ entgegen und bedankte sich bei Piëch und dem ebenfalls anwesenden VW-Vorstandschef Martin Winterkorn für die Unterstützung. Ausdrücklich bezog Stadler auch seine Vorgänger ein.

Eine Fachjury der Automobilwoche kürte Bosch zum Zulieferer des Jahrzehnts. Nach Ansicht der Jury habe Bosch durch seine Innovationskraft, seine frühzeitige Globalisierung und sein ökologisches und soziales Engagement in den vergangenen zehn Jahren Herausragendes geleistet. „Bosch hat in den vergangenen zehn Jahren mehr als 30.000 Patente angemeldet. Ohne Bosch stünde die deutsche Automobilindustrie nicht dort, wo sie ist: technologisch an der Spitze“, sagte Automobilwoche-Chefredakteur Guido Reinking. Bosch-Geschäftsführer Franz Fehrenbach nahm den Preis „stellvertretend für die mehr als 160.000 Mitarbeiter der Kfz-Sparte des Konzerns“ entgegen: Für ihn sei die Auszeichnung umso wertvoller, da sie die Unternehmensleistung eines Jahrzehnts würdige, und keine Momentaufnahme sei.

Den Auto-Star für den Händler des Jahrzehnts bekam Albert Still, Aufsichtsratsvorsitzender der Augsburger AVAG-Gruppe. Der größte Neu- und Gebrauchtwagenhändler Deutschlands habe als mittelständisches Unternehmen bisher nicht nur alle Krisen überstanden, sondern durch eine vorsichtige Expansion und Internationalisierung des Geschäft erfolgreich ausgebaut. „Hätte Opel überall einen so hohen Marktanteil wie an den AVAG-Standorten, in Augsburg sind es 24,6 Prozent, die deutsche GM-Tochter wäre kerngesund“, sagte Automobilwoche-Herausgeber Helmut Kluger. Die AVAG ist der größte Opel-Händler der Welt. Albert Still bedankte sich für das Vertrauen der Jury – und bei allen, „die uns geholfen haben, ordentliche Kaufleute zu werden“.

Autoaktie des Jahrzehnts wurde das Papier des Autozulieferers und Dichtungsspezialisten ElringKlinger. Mit einem Wertzuwachs von 1346 Prozent ließ das mittelständische Unternehmen alle anderen Autoaktien auf dem Kurszettel der Automobilwoche weit hinter sich. „ElringKlinger ist für mich geradezu ein Synonym für den innovativen, selbstbewussten und erfolgreichen deutschen Mittelstand“, sagte Reinking bei der Übergabe des Preises an den Vorstandsvorsitzenden Stefan Wolf. „Der Dank gilt unseren rund 5000 Mitarbeitern im Konzern, die tagtäglich daran arbeiten, unsere Position als Technologieführer noch weiter auszubauen“, erwiderte Wolf.

Zum Auto des Jahrzehnts wählte die Jury der Auto-Stars den Mini. 2001 auf den Markt gebracht, löste der Erfolg des Kult-Kleinwagens eine Welle ähnlicher Produkte aus – vom Alfa Romeo Mito über den Fiat 500 und dem Citroen DS3 bis zum Audi A1, schrieb die Jury in ihrer Begründung. BMW-Vertriebs- und Marketingvorstand Ian Robertson und Mini-Chef Wolfgang Armbrecht bedankten sich für die Auszeichnung. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir mit Mini ein neues Segment erschlossen und die Herzen der Kunden gewonnen“, sagte Robertsen. Armbrecht erinnerte daran, dass seinerzeit bei BMW „wenige aber durchsetzungsstarke Manager“ für die Umsetzung des Mini gekämpft hätten, darunter der heutige Linde-Chef Reitzle.

Deutsche Ingenieurskunst habe die Automobilindustrie weltweit geprägt, sagte Dr. Kati Schütte, Globale Leiterin der Automotive Practice von Egon Zehnder International, in ihrer Dinner-Rede. Doch zukünftige Herausforderungen – beispielsweise alternative Mobilität und Antriebe – kündigten einen Paradigmenwechsel an. Dafür sei unternehmerische Weitsicht und Mut erforderlich sowie die Fähigkeit, bis dato ungewöhnliche Wege konsequent einzuschlagen.

Mitglieder der Jury waren:
Prof. H. Dieter Dahlhoff, Universität Kassel,
Prof. Willi Diez, Hochschule Nürtingen,
Prof. Bernd Gottschalk, Gottschalk Consult
Robert Rademacher, Präsident des ZDK
Helmut Kluger, Herausgeber Automobilwoche
Guido Reinking, Chefredakteur Automobilwoche

 

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Weitere Motive auf Anfrage.