Category Archives: Auto

09Juli/11

Bosch baut Einkauf um

 Zentrale Beschaffung in Kfz-Technik soll Wettbewerb intensivieren

Stuttgart – Bosch hat den bislang zersplitterten Einkauf der Kfz-Technik-Sparte zentralisiert. Dies berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. „Ein wesentlicher Ansatz ist die weltweite Bündelung des Einkaufsvolumens nach Materialfeldern“, zitiert das Blatt Albin Ettle, Chef Automotive-Einkauf. Diese Abteilung mit rund 2.600 Mitarbeitern weltweit wurde zum Monatsbeginn neu geschaffen und vergibt jährlich Aufträge im Wert von etwa acht Milliarden Euro. Bislang hatten alle Geschäftsbereiche innerhalb der Sparte eigene Einkaufsabteilungen, nun will Bosch außerdem Doppelarbeit vermeiden.

Zudem soll der Wettbewerb intensiviert werden: „Wir werden zu allen Vergabeentscheidungen mindestens zwei geeignete Lieferanten heranziehen. Aber natürlich wollen wir weiter mit unseren bevorzugten Partnern zusammenarbeiten.“
Vom neuen Zentraleinkauf, der in Stuttgart angesiedelt ist, werden weltweit 3.900 Lieferanten betreut und die Beschaffung von sieben verschiedenen Materialfeldern in 22 Ländern gesteuert.

2010 lag der Umsatz der Kfz-Technik-Sparte der Bosch Gruppe bei 28,1 Milliarden Euro, der Gewinn vor Steuern betrug 2,3 Milliarden Euro.

09Juli/11

Ford-Europachef attackiert Europäische Kommission

 Freihandelsabkommen mit Südkorea benachteiligt Europa

Köln – Nach dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen Europa und Südkorea hat Ford-Europachef Stephen Odell der EU-Kommission eine Benachteiligung der hiesigen Industrie vorgeworfen. „Selbst wenn der Automobilhandel zwischen Europa und Südkorea ohne tarifäre oder versteckte Handelshemmnisse ablaufen sollte, ist er beim Volumen absolut nicht ausgeglichen“, sagte Odell im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „Schließlich ist der südkoreanische Markt nur 1,5 Millionen Fahrzeuge groß, der Europäische aber zwischen 15 und 17 Millionen.“ Der Manager warnte davor, entsprechende Verträge mit Indien und Japan zu schließen, “ so lange wir nicht gegenseitig womöglich bestehende nicht-tarifäre Handelshemmnisse identifiziert haben und klar vereinbaren, sie zu beseitigen.“

Zugleich warf Odell Teilen der EU-Kommission eine „wachsende Industrie-skeptische Haltung“ vor. „Das wird zum Beispiel im jüngsten White-Paper zur Mobilität deutlich, aus dem eine regelrechte Anti-Auto-Haltung spricht. Mir wurde gesagt, dass es sich dabei um ein bewusst ‚provokatives‘ Papier handle. Aber wir brauchen keine provokativen Papiere, sondern eine Politik, die der Bedeutung der Automobilwirtschaft in Europa gerecht wird.“ Die Branche beschäftige direkt 2,3 Millionen Menschen und weitere 10,4 Millionen indirekt.

09Juli/11

ZDK will Bürokratie im Autohandel abbauen

 Präsident Rademacher: „Wir wollen in Brüssel Einfluss nehmen“

Köln – Angesichts ständig wachsender Informationspflichten des Autohandels für Verbraucher plädiert der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) für einen radikalen Bürokratieabbau. „Inzwischen muss – bildlich gesprochen – für jeden Kaufvorgang ein ganzer Baum gefällt werden, um das nötige Papier zu produzieren“, sagte ZDK-Präsident Robert Rademacher im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Mit Blick auf gesetzlich vorgeschriebene Informationen zu Krediten, Versicherungen und demnächst zur Reifenkennzeichnung fügte er hinzu: „Das Mehr an Informationen ist für den Verbraucher nicht mehr überschaubar und daher kontraproduktiv.“

Da eine Vielzahl der Vorgaben auf europäischem Recht beruhten, will der ZDK hier aktiv werden: „Wir werden in Brüssel unseren Einfluss geltend machen, um die Flut an Informationen rund um den Autokauf einzudämmen.“ Rademacher nannte als Beispiel die nun vorgeschriebenen Werte zu den Energieträgerkosten. Sie basieren auf einem Kraftstoffpreis, der jährlich zum 30. Juni vom Bundeswirtschaftsministerium festgesetzt wird: „Wie volatil der tatsächliche Wert ist, erleben wir Woche für Woche an den Zapfsäulen.“

30Juni/11

Bundesrat: Standfläche und Sitzplätze sollen CO2-Label bestimmen

 Berlin – Vor der entscheidenden Sitzung des Bundesrates zum geplanten CO2-Label hat die Länderkammer weit reichende Veränderungen vorgeschlagen. Nach bisherigen Entwürfen sollte die Fahrzeugmasse ausschlaggebend bei der Einstufung der Fahrzeuge sein. Nach Informationen der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche soll diese Regelung bereits in drei Jahren von Kriterien wie der Standfläche oder den Sitzplätzen abgelöst werden. Stuft man die Autos aufgrund ihrer Masse ein, könne es „zu verzerrten Darstellungen kommen, die Verwirrungen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern hervorrufen können“, schreibt der federführende Wirtschaftsausschuss gemeinsam mit den Ausschüssen für Verbraucherschutz, Umwelt und Verkehr dem Blatt zufolge.

Wenn die Masse des Fahrzeugs ausschlaggebend für die Einstufung auf der CO2-Skala ist, könnte ein relativ schweres Fahrzeug mit einem Verbrauch von sechs bis sieben Litern auf 100 Kilometer unter Umständen besser abschneiden als ein leichteres Auto mit vier bis fünf Litern Verbrauch. Umweltverbände waren gegen diese Pläne Sturm gelaufen.

Autos mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 130 Gramm je Kilometer sollen außerdem bestenfalls mit einem „C“ auf der Skala abschneiden. Das empfehlen die vier entscheidenden Ausschüsse des Bundesrats, der am Freitag kommender Woche das Thema beraten will. Zudem soll eine Aufstockung der Skala um die Klassen A++ oder A+++ nun nicht bereits dann erfolgen, wenn ein Prozent der Fahrzeuge in Deutschland diese Klasse erreichen würde, sondern erst beim Überschreiten einer Fünf-Prozent-Hürde. Nach den aktuellen Zahlen der Neuzulassungen von Pkw in Deutschland wäre die Ein-Prozent-Grenze schon bei 29.000 Autos erreicht.

Bei den geplanten CO2-Labels, der novellierten Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV), soll ähnlich wie bei Kühlschränken künftig auch die Effizienz von Autos ausgewiesen werden.

25Juni/11

PSA will 2011 neuen Verkaufsrekord aufstellen

 Der französische PSA Peugeot Citroen-Konzern will seine globale Präsenz verstärken und nach 3,6 Millionen weltweit verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr den Absatz weiter steigern. „Dieses Jahr werden es sicher mehr, womit wir das nächste Alltime-High feiern können. Und der neue Rekord wird signifikant über dem des Vorjahres liegen“, sagt Markenchef Jean-Marc Gales im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe.

2010 lag PSA laut Gales auf Platz 7 der Weltrangliste und damit einen Platz höher als noch im Jahr zuvor. Dabei rangierte Peugeot als Einzelmarke auf Platz 9 und Citroen auf Nummer 13. „Allein mit Peugeot wollen wir bis 2015 auf Platz 7 landen. Für Citroen haben wir ebenfalls vor, die Marke in den Top 10 zu platzieren“, sagt Gales.

Weltweit verfügt PSA laut Gales über 16 Produktionswerke. Ausbaupläne gibt es in Emerging Markets: „In Russland bauen wir ein Werk in Kaluga mit einer Kapazität von 125.000 Einheiten im Jahr. Wir suchen in Indien einen Standort für ein neues Werk, das wir auch zur Exportbasis ausbauen könnten. In China haben wir unsere Pläne mit Chang’An für ein zweites Joint-Venture mit Exportplänen ja schon erläutert. Und mit Dongfeng könnten wir den Output in den nächsten fünf Jahren auf 800.000 Einheiten erhöhen und dann dort das größte PSA-Werk der Welt betreiben.“

Entgegen anderslautender Spekulationen will PSA seine Werke in Europa behalten: „Wir brauchen all unsere Werke in Europa und werden die Auslastung dort noch strecken. Unsere Auslastung lag 2008 bei nur 81 Prozent, 2012 planen wir eine Verbesserung auf 105 Prozent.“ 2006 hatte PSA zuletzt in England ein Werk geschlossen.

Weltweit beschäftigte PSA 2010 rund 198.000 Menschen, davon 162.000 in Europa. „Allein durch unsere neuen Aktivitäten in China kommen dort dieses Jahr bis zu 15.000 neue Stellen hinzu, die wir zusammen mit unseren Joint-Venture-Partnern aufbauen. Wir werden unsere Belegschaft außerhalb Europas deutlich steigern, um unsere Entwicklung in den neuen Märkten zu unterstützen. In Europa stellen wir auch ein, mit zum Beispiel 4.000 neuen Stellen in Frankreich für dieses Jahr.“

Wachstum erwartet Gales nicht nur durch die Globalisierung des Unternehmens, sondern auch durch ein erweitertes Modellportfolio: „2012 bringen wir einen neuen Geländewagen auf Basis des Mitsubishi ASX. Positioniert ist das neue Modell direkt gegen den Toyota RAV4. Für den neuen Peugeot Geländewagen und sein Citroen-Pendant planen wir zusammen 50.000 Verkäufe im Jahr.“

Auch will PSA sein grünes Image verbessern. Gales: „Für 2012 nehmen wir uns vor, mehr als eine Million Fahrzeuge zu verkaufen, die weniger als 120 Gramm C02 pro Kilometer verbrauchen. Im vergangenen Jahr lag diese Zahl bei 720.000 Peugeot und Citroen.“