Stuttgart – Mercedes will seinen Kunden einen so genannten Concierge-Service anbieten. Per Knopfdruck im Auto oder per App auf dem Smartphone wird der Kontakt mit einem Call Center hergestellt, das Aufträge jeglicher Art annimmt – seien es Reisebuchungen, Einkäufe oder andere Dienstleistungen. In den USA gehört dieser Service bereits seit mehreren Jahren zum Funktionsumfang des Navigations- und Infotainmentsystems mbrace. „Wir wollen das System künftig weltweit auf den Markt bringen“, kündigte Peter Häußermann, der bei Mercedes für die Elektronik- und Telematikentwicklung verantwortlich ist, im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche an. Dabei sieht der Stuttgarter Autohersteller gute Chancen, dass der Concierge-Service einen zusätzlichen Gewinn abwirft.
Mercedes bietet die erste Generation des Telematiksystems mbrace in den USA bereits seit November 2009 flächendeckend in allen Fahrzeugen an. Das Basispaket ist in den ersten sechs Monaten im Kaufpreis enthalten. Dann kostet das Abo 280 Dollar jährlich. Zum Plus-Paket für 20 Dollar monatlich gehört ein so genannter Concierge-Service. Dabei wird man per Knopfdruck mit einem „persönlichen Assistenten“ verbunden, den man mit verschiedensten Dienstleistungen beauftragen kann. Mercedes zufolge nutzen viele Kunden den Service für die Planung und Buchung von Reiserouten und sogar zur Bestellung von Lebensmitteln. „Die Services von mbrace sind seit langem profitabel und wir erwarten, das sich die Rendite weiter verbessert, sagte Marketingmanager Sascha Simon von der US-Vertriebsorganisation MBUSA der Zeitung. Über 70 Prozent der Mercedes-Kunden in den USA erneuern ihr Abo für den Plus-Service, den man je nach Bedarf monatlich aktivieren oder zum Beispiel im Urlaubsfall deaktivieren kann. In den USA führt Mercedes derzeit die neueste Generation mbrace2 erstmals mit direktem Internetzugang ein.
Der bayerische Autozulieferer Dr. Schneider Gruppe investiert fünf Millionen Euro in jeweils ein neues Produktionswerk in China und in Mexiko. „Bis spätestens Anfang 2014 werden wir jeweils 2,5 Millionen Euro in diese beiden neuen Standorte investieren. Bis dahin werden wir jeweils 100 neue Mitarbeiter einstellen“, sagt Klaus Fricke, Vorsitzender der Geschäftsführung, im Gespräch mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Er fügte hinzu: „Unsere Kunden investieren zunehmend in China und im NAFTA-Raum – und wir folgen ihnen und sind damit eine der ganz wenigen Kunststoff-Automobillieferanten mit einem globalen Produktionsnetzwerk.“ Derzeit werden rund 3.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt, davon 1.200 in Deutschland.
Stuttgart – Der schwäbische Sportwagenbauer Porsche verfolgt derzeit keine konkreten Pläne für den Aufbau eines Autowerks im Dollar-Raum. „Wir stehen zu unserer Authentizität, also auch den Gütesiegeln ‚Engineered by Porsche‘ und ‚Made in Germany‘“, sagte Marketing- und Vertriebsvorstand Bernhard Maier im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „Eine Verlagerung der Produktionskapazitäten ins Ausland steht nicht auf der Agenda.“ Zwar könnte Porsche mit einer eigenen Fabrik in Übersee das Währungsrisiko auf seinem wichtigsten Einzelmarkt vor China erheblich reduzieren. Dennoch beharrte Maier: „Auch mit Blick auf eine mögliche Erweiterung unserer Produktionskapazitäten denken wir heute nicht über das Ausland nach.“
Stuttgart – Mercedes will ab 2014 massiv von seiner Modulstrategie profitieren. „Wir rechnen mit einer Kostenentlastung von mehr als 1,5 Milliarden Euro jährlich. Es ist unser Ziel, dass dieser Einspareffekt spätestens 2015, besser schon 2014, voll wirkt“, sagte Mercedes-Forschungs- und Entwicklungschef Thomas Weber der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. „Anstatt wie früher jedes Auto von Grund auf neu zu entwickeln, setzen wir jetzt im Schwerpunkt auf drei Architekturen: eine für heckgetriebene Limousinen, eine für SUVs und eine für frontangetriebene Kompaktmodelle. Zusätzlich haben wir rund 90 Module standardisiert, die über alle Architekturen hinweg zum Einsatz kommen.“
München – Bei der Suche nach einem Standort in Südamerika favorisiert der Münchner Premiumhersteller BMW den brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina. Darauf deuten „alle Anzeichen hin“, sagte eine hochrangige Quelle der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. In dem geplanten Montagewerk sollen ab 2014 Fahrzeuge gefertigt werden. Insgesamt hatte BMW 26 Standorte geprüft. Zuletzt war neben Santa Catarina noch Sao Paulo im Rennen. Eine offizielle Entscheidung steht kurz bevor. Kürzlich hat BMW die Ausweitung des US-Werks in Spartanburg bekannt gegeben. Nach Informationen der Automobilwoche soll dort ab 2014 der neue Geländewagen X4 gefertigt werden.