Category Archives: Auto

29Jan./12

Mercedes-Kunden erhalten „Mädchen für alles“

 Stuttgart – Mercedes will seinen Kunden einen so genannten Concierge-Service anbieten. Per Knopfdruck im Auto oder per App auf dem Smartphone wird der Kontakt mit einem Call Center hergestellt, das Aufträge jeglicher Art annimmt – seien es Reisebuchungen, Einkäufe oder andere Dienstleistungen. In den USA gehört dieser Service bereits seit mehreren Jahren zum Funktionsumfang des Navigations- und Infotainmentsystems mbrace. „Wir wollen das System künftig weltweit auf den Markt bringen“, kündigte Peter Häußermann, der bei Mercedes für die Elektronik- und Telematikentwicklung verantwortlich ist, im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche an. Dabei sieht der Stuttgarter Autohersteller gute Chancen, dass der Concierge-Service einen zusätzlichen Gewinn abwirft.

Mercedes bietet die erste Generation des Telematiksystems mbrace in den USA bereits seit November 2009 flächendeckend in allen Fahrzeugen an. Das Basispaket ist in den ersten sechs Monaten im Kaufpreis enthalten. Dann kostet das Abo 280 Dollar jährlich. Zum Plus-Paket für 20 Dollar monatlich gehört ein so genannter Concierge-Service. Dabei wird man per Knopfdruck mit einem „persönlichen Assistenten“ verbunden, den man mit verschiedensten Dienstleistungen beauftragen kann. Mercedes zufolge nutzen viele Kunden den Service für die Planung und Buchung von Reiserouten und sogar zur Bestellung von Lebensmitteln. „Die Services von mbrace sind seit langem profitabel und wir erwarten, das sich die Rendite weiter verbessert, sagte Marketingmanager Sascha Simon von der US-Vertriebsorganisation MBUSA der Zeitung. Über 70 Prozent der Mercedes-Kunden in den USA erneuern ihr Abo für den Plus-Service, den man je nach Bedarf monatlich aktivieren oder zum Beispiel im Urlaubsfall deaktivieren kann. In den USA führt Mercedes derzeit die neueste Generation mbrace2 erstmals mit direktem Internetzugang ein.

29Jan./12

Bayerischer Zulieferer expandiert nach China und Mexiko

 Der bayerische Autozulieferer Dr. Schneider Gruppe investiert fünf Millionen Euro in jeweils ein neues Produktionswerk in China und in Mexiko. „Bis spätestens Anfang 2014 werden wir jeweils 2,5 Millionen Euro in diese beiden neuen Standorte investieren. Bis dahin werden wir jeweils 100 neue Mitarbeiter einstellen“, sagt Klaus Fricke, Vorsitzender der Geschäftsführung, im Gespräch mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Er fügte hinzu: „Unsere Kunden investieren zunehmend in China und im NAFTA-Raum – und wir folgen ihnen und sind damit eine der ganz wenigen Kunststoff-Automobillieferanten mit einem globalen Produktionsnetzwerk.“ Derzeit werden rund 3.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt, davon 1.200 in Deutschland.

„Mit dem Aufbau des Werkes im mexikanischen Zacatecas beginnen wir im Herbst 2012; im Frühjahr 2013 startet die Serienproduktion. Wir beliefern aus Mexiko unserer deutschen Kunden im Süden der USA mit Frischluftdüsen und -Systemen sowie Anbauteilen“, sagt Fricke. Zur Präsenz des Unternehmens im amerikanischen Markt gehört bereits ein Werk in Howell/USA, dem der neue Standort organisatorisch angegliedert wird.

In China wird die Produktion bereits dieses Frühjahr beginnen. Fricke: „Über unser bestehendes Vertriebs- und Sourcing-Büro hinaus werden wir im März nun in der Region Shenyang in Liaoyang die Produktion von Airvent-Systemen, Dekor- und Anbauteilen, wie dem Make-up-Spiegel für den BMW 3er und 5er, aufnehmen.“

Dr. Schneider ist ein international präsentes, mittelständisches Familienunternehmen mit einem Umsatz von 280 Millionen Euro und einem Gewinn (EBT) von zwölf Millionen Euro im Jahr 2010. Für 2011 werden ein Umsatz von rund 320 Millionen Euro sowie ein deutlich über dem Vorjahreswert liegendes Ergebnis erwartet. Der Spezialist für Automobil-Kunststoffprodukte wie Belüftungssysteme, Innenverkleidungen oder Module für Instrumententafeln und Mittelkonsolen wurde 1927 gegründet und verfügt über drei deutsche Werke (Kronach, Tschirn und Judenbach) sowie bislang fünf ausländische Produktionsstandorte – in Valencia/Spanien, Sao Paulo/Brasilien, Howell/USA, Radomierz/Polen und in Spisska Nova Ves / Slowakei. Das Markenversprechen des deutschen Zulieferers lautet „Excellence in Plastics“.

22Jan./12

Porsche bleibt „Made in Germany“ treu

 Stuttgart – Der schwäbische Sportwagenbauer Porsche verfolgt derzeit keine konkreten Pläne für den Aufbau eines Autowerks im Dollar-Raum. „Wir stehen zu unserer Authentizität, also auch den Gütesiegeln ‚Engineered by Porsche‘ und ‚Made in Germany‘“, sagte Marketing- und Vertriebsvorstand Bernhard Maier im Gespräch mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „Eine Verlagerung der Produktionskapazitäten ins Ausland steht nicht auf der Agenda.“ Zwar könnte Porsche mit einer eigenen Fabrik in Übersee das Währungsrisiko auf seinem wichtigsten Einzelmarkt vor China erheblich reduzieren. Dennoch beharrte Maier: „Auch mit Blick auf eine mögliche Erweiterung unserer Produktionskapazitäten denken wir heute nicht über das Ausland nach.“
Der Sportwagenbauer sieht unter anderem die Suche nach qualifiziertem Personal in ausreichender Anzahl als „weltweit eine unserer größten Herausforderungen.“ Maier unterstrich: „Der ‚War for Talents‘ ist global längst voll entbrannt.“

Im Handel will Maier weiterhin mit Partnern zusammen arbeiten und den Verkauf nicht verstärkt in Eigenregie übernehmen: „Wir setzen nachhaltig auf den freien Unternehmer, wie wir es seit über 60 Jahren tun. Wir gehen auch künftig – nur in Ballungsräumen – nur dann selbst in die Verantwortung, wenn Absatz oder Standort akut bedroht sind.“

22Jan./12

Mercedes will ab 2014 jährlich 1,5 Milliarden Euro einsparen

 Stuttgart – Mercedes will ab 2014 massiv von seiner Modulstrategie profitieren. „Wir rechnen mit einer Kostenentlastung von mehr als 1,5 Milliarden Euro jährlich. Es ist unser Ziel, dass dieser Einspareffekt spätestens 2015, besser schon 2014, voll wirkt“, sagte Mercedes-Forschungs- und Entwicklungschef Thomas Weber der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. „Anstatt wie früher jedes Auto von Grund auf neu zu entwickeln, setzen wir jetzt im Schwerpunkt auf drei Architekturen: eine für heckgetriebene Limousinen, eine für SUVs und eine für frontangetriebene Kompaktmodelle. Zusätzlich haben wir rund 90 Module standardisiert, die über alle Architekturen hinweg zum Einsatz kommen.“

Im Verhältnis zum Umsatz werde das Budget für Forschung und Entwicklung in den nächsten Jahren gedeckelt. Während 2010 die F&E-Ausgaben noch 4,9 Prozent des Umsatzes betrugen, will Weber die Quote geringer halten: „Mein Ziel ist, dass die F&E-Ausgaben im Konzern unterproportional zum Umsatzwachstum steigen. Bei einem Konzernumsatz von 100 Milliarden Euro strebe ich ein Verhältnis von vier Prozent an“.

22Jan./12

BMW fertigt ab 2014 in Santa Catarina/Brasilien

 München – Bei der Suche nach einem Standort in Südamerika favorisiert der Münchner Premiumhersteller BMW den brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina. Darauf deuten „alle Anzeichen hin“, sagte eine hochrangige Quelle der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. In dem geplanten Montagewerk sollen ab 2014 Fahrzeuge gefertigt werden. Insgesamt hatte BMW 26 Standorte geprüft. Zuletzt war neben Santa Catarina noch Sao Paulo im Rennen. Eine offizielle Entscheidung steht kurz bevor. Kürzlich hat BMW die Ausweitung des US-Werks in Spartanburg bekannt gegeben. Nach Informationen der Automobilwoche soll dort ab 2014 der neue Geländewagen X4 gefertigt werden.

Die Lohnkosten haben der Quelle zufolge eine entscheidende Rolle bei der Auswahl von Santa Catarina im Süden Brasiliens gespielt. Eigentlich hätte die offizielle Entscheidung im Herbst vergangenen Jahres fallen sollen.
Für Sao Paulo spricht die gute Infrastruktur, große Autohersteller wie Daimler und VW und Zulieferer wie Bosch, ZF und Continental haben sich dort bereits angesiedelt. Entsprechend höher sind die Arbeitskosten, während Santa Catarina mit niedrigeren Löhne und einer größeren Zahl an Fachkräften wirbt.