Berlin – Vor der entscheidenden Sitzung des Bundesrates zum geplanten CO2-Label hat die Länderkammer weit reichende Veränderungen vorgeschlagen. Nach bisherigen Entwürfen sollte die Fahrzeugmasse ausschlaggebend bei der Einstufung der Fahrzeuge sein. Nach Informationen der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche soll diese Regelung bereits in drei Jahren von Kriterien wie der Standfläche oder den Sitzplätzen abgelöst werden. Stuft man die Autos aufgrund ihrer Masse ein, könne es „zu verzerrten Darstellungen kommen, die Verwirrungen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern hervorrufen können“, schreibt der federführende Wirtschaftsausschuss gemeinsam mit den Ausschüssen für Verbraucherschutz, Umwelt und Verkehr dem Blatt zufolge.
Wenn die Masse des Fahrzeugs ausschlaggebend für die Einstufung auf der CO2-Skala ist, könnte ein relativ schweres Fahrzeug mit einem Verbrauch von sechs bis sieben Litern auf 100 Kilometer unter Umständen besser abschneiden als ein leichteres Auto mit vier bis fünf Litern Verbrauch. Umweltverbände waren gegen diese Pläne Sturm gelaufen.
Autos mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 130 Gramm je Kilometer sollen außerdem bestenfalls mit einem „C“ auf der Skala abschneiden. Das empfehlen die vier entscheidenden Ausschüsse des Bundesrats, der am Freitag kommender Woche das Thema beraten will. Zudem soll eine Aufstockung der Skala um die Klassen A++ oder A+++ nun nicht bereits dann erfolgen, wenn ein Prozent der Fahrzeuge in Deutschland diese Klasse erreichen würde, sondern erst beim Überschreiten einer Fünf-Prozent-Hürde. Nach den aktuellen Zahlen der Neuzulassungen von Pkw in Deutschland wäre die Ein-Prozent-Grenze schon bei 29.000 Autos erreicht.
Bei den geplanten CO2-Labels, der novellierten Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV), soll ähnlich wie bei Kühlschränken künftig auch die Effizienz von Autos ausgewiesen werden.
Der französische PSA Peugeot Citroen-Konzern will seine globale Präsenz verstärken und nach 3,6 Millionen weltweit verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr den Absatz weiter steigern. „Dieses Jahr werden es sicher mehr, womit wir das nächste Alltime-High feiern können. Und der neue Rekord wird signifikant über dem des Vorjahres liegen“, sagt Markenchef Jean-Marc Gales im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe.
Renault-Nissan wird im Wettbewerbsvergleich bald die meisten Fahrzeuge auf nur einer globalen Fahrzeugarchitektur fertigen. Im vergangenen Jahr produzierte die Volkswagen Gruppe auf der bislang größten Plattform mit der PQ35/46-Architektur insgesamt 3,13 Millionen Fahrzeuge, darunter die Verkaufsschlager Golf, Audi A3 und Skoda Octavia. Der Nachfolger namens Modularer Querbaukasten (MQB) soll 2015 die Herstellung von rund 3,6 Millionen Autos ermöglichen. Demgegenüber wird ab 2015 die X85 Architektur von Renault Nissan bis zu 3,8 Millionen Fahrzeuge ermöglichen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern darauf rund 2,6 Millionen Renault Clio, Nissan Note und Dacia Logan gebaut, ermittelte PricewaterhouseCoopers im Auftrag der Fachzeitung.
Der bayerische Zulieferer Dr. Schneider Gruppe will seine Belegschaft von zuletzt 2.700 Mitarbeitern in den nächsten Monaten um mehr als zehn Prozent vergrößern. „Im nächsten Jahr werden wir sicherlich über 3.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigen. Und wir planen ein jährliches, organisches (Umsatz-)Wachstum von fünf bis 10 Prozent“, sagt Vorstandsvorsitzender Klaus Fricke im Gespräch mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Dr. Schneider ist ein international präsentes, mittelständisches Familienunternehmen mit einem Umsatz von 280 Millionen Euro und einem Gewinn (EBT) von zwölf Millionen Euro im Jahr 2010.
Hyundai will in Deutschland weiter expandieren und zu einer der stärksten Import-Marken werden: „Mein Ziel ist es, kontinuierlich zu wachsen und bis 2015 rund 100.000 Einheiten zu erreichen. Bei einem Gesamtmarkt von 3,1 bis 3,2 Millionen Neuzulassungen entspräche das einem Marktanteil von etwa 3,2 Prozent. 2008 waren wir noch bei 1,7 Prozent“, sagte Hyundai-Deutschland Chef Werner Frey der Fachzeitschrift Automotive News Europe.