Category Archives: Auto

22Okt./11

Opel: Offensive bei Elektroautos

 Rüsselsheim – Opel will das Thema Elektromobilität stärker besetzen. „Mit der Marke Opel wollen wir Marktführer beim Thema Elektromobilität werden“, sagt Marketing- und Vertriebsvorstand Alain Visser im Interview mit Automotive News Europe. Das erste Modell der neuen Strategie sei der Opel/Vauxhall Ampera, der diesen November in den Markt kommt. „Damit haben wir uns einen Vorsprung von drei Jahren zum Wettbewerb verschafft“, sagt Visser. Für Opels erstes voll alltagstaugliches Elektroauto mit Range-Extender liegen laut Visser derzeit europaweit 6.000 Vorbestellungen vor. „Im kommenden Jahr wollen wir mehr als 10.000 Einheiten dieser Image-Kampagne auf Rädern verkaufen“, so Visser. Daneben sind laut Visser zwei weitere E-Autos denkbar – eine Serienversion der auf der IAA präsentierten, futuristischen Studie RAKe und ein Elektro-Kleinwagen.

„Wir werden bis Ende des Jahres entscheiden, ob wir den RAKe in Serie fertigen werden“, so Visser. Sollte die Entscheidung positiv ausfallen, könne der RAKe „schon 2013“ auf den Markt kommen. Der Preis soll bei 10.000 bis 12.000 Euro liegen. „Durch die besondere Führerscheineinstufung dieser Fahrzeugkategorie könnten wir mit dem RAK e schon 16-jährige Kunden an die Marke heranführen“, freut sich Visser. Laut Informationen von Automotive News Europe steht Opel dazu in den finalen Verhandlungen mit der KTM-Tochter Kiska, Salzburg, die schon an der Entwicklung des RAKe beteiligt war und auch die Produktion übernehmen könnte.

Opel plant zudem weiterhin, ein kleines Elektrofahrzeug auf den Markt zu bringen. Nach Informationen des Blattes soll dies ab 2013 auf die Plattform der Elektroversion des Chevrolet Spark geschehen. Laut Visser soll die Entscheidung darüber „in naher Zukunft“ fallen. Wie Automotive News Europe bereits im September gemeldet hat, ist die Option, eine E-Version des künftigen Einstiegsmodell Junior zu bringen und in Eisenach zu produzieren, zuvor aus Kostengründen verworfen worden.

Vissers Ankündigung kann als Vorstoß gegen Renault-Nissan gewertet werden. Die französisch-japanische Allianz will vier Milliarden Euro in Elektromobilität investieren und im Jahr 2016 rund 1,5 Millionen Elektroautos verkaufen. Dazu bringt allein Renault in den kommenden zwölf Monaten vier Elektroautos auf den Markt: den Kangoo ZE, Fluence ZE, Twizy und Zoe. Renault COO Carlos Tavares sagte dazu im Interview mit Automotive News Europe: „Einige Leute denken, unsere Elektrostrategie ist eine Wette. Für uns ist sie eine Versicherung (für den Fall, dass der Öl-Preis steigen sollte).“

17Okt./11

Kia will weltweit „meist geliebte Auto-Marke“ werden

 Kia will nach eigener Darstellung der beliebteste Autobauer der Welt werden und nimmt sich in Sachen Produktqualität Volkswagen zum Vorbild. „Wir wollen „the world’s best-loved brand“ werden“, sagte Kia Motors Corp Vice Chairman Hyoung-Keun („Hank“) Lee der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Er fügte hinzu, der wachsende Beliebtheitsgrad werde sich auch automatisch in Verkaufszahlen und Marktanteilen niederschlagen. Laut Lee werde es noch einige Zeit dauern, bis die Wahrnehmung der Marke auf VW-Niveau verbessert werde. „Bei den Produkten sind wir schon sehr eng beieinander“, ergänzte Lee selbstbewusst. Für den Nachfolger des Kompaktwagens Kia Cee’s sei „unser Vorbild der VW Golf“, für den Kleinwagen Rio sei es der VW Polo.

In diesem Jahr will der koreanische Konzern 2,4 Millionen Fahrzeuge verkaufen und 2,5 Millionen Fahrzeuge produzieren – inklusive rund 100.000 Einheiten für die Schwestermarke Hyundai. „2014 wollen wir mit der Marke Kia auf 2,8 Millionen Verkäufe wachsen“, kündigte Lee an.

Dazu gehöre auch eine Expansion auf dem US-Markt. 2012 liege die Kapazitätsgrenze in den Vereinigten Staaten bei 360.000 Fahrzeugen nach 280.000 in diesem Jahr. Der Absatz in den USA soll dieses Jahr von 360.000 auf 470.000 Einheiten wachsen und 2012 erstmals in der Kia-Geschichte die Marke einer halben Million überschreiten.

Der Manager warnte aber vor zu schnellem Wachstum: „Wenn wir die Kapazitäten zu schnell hochfahren, besteht das Risiko einer Reihe von Fehlern – ähnlich wie bei Toyota.“ Beim Weg zur Nummer 1 sei der japanische Konkurrent zu schnell gewachsen, Beschäftigte und Zulieferer konnten dem nicht folgen, analysierte Lee. Zusammen mit dem Mutterkonzern Hyundai will Kia dieses Jahr 6,6 Millionen Fahrzeuge verkaufen. Lee: „Kia wird 2,5 Millionen Fahrzeuge produzieren, Hyundai vier Millionen.“

17Okt./11

Rolls Royce will vom wachsenden Vermögen weltweit profitieren

 Ungeachtet des Trends zu weniger Verbrauch und umweltfreundlicheren Fahrzeugen blickt Luxusautohersteller Rolls Royce optimistisch in die Zukunft. „Wir haben es mit Menschen zu tun, die ungewöhnlich wohlhabend sind und sich nie die Frage stellen: Kann ich mir das noch leisten oder nicht?“, sagte Firmenchef Torsten Müller-Ötvös im Gespräch mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe. Er fügte hinzu, dass die Zahl der Superreichen weltweit wachse: „Derzeit gibt es rund 90.000 Ultra High Net Worth Individuals, in zehn Jahren rechnen wir mit 125.000 Menschen dieser Vermögensklasse.
Das macht mich auch optimistisch für unser Geschäft.“

Müller-Ötvös betonte, dass die Auftragsbücher von Rolls Royce gut gefüllt seien, derzeit werde im Dreischicht-Betrieb produziert: „Zudem ist die Marke Rolls-Royce sehr wertbeständig. Gerade in Zeiten unsicherer Investitionsmöglichkeiten stehen wir für ein sehr langfristiges Investment: 70 Prozent aller jemals gebauten Rolls-Royce fahren heute noch auf der Straße“, unterstrich der Manager.

Rolls-Royce will sein Portfolio erweitern – eventuell um en Ghost Coupé. Müller-Ötvös: „Wir haben viele Ideen – und keine Eile. Generell haben wir keine Pläne, Autos zu verkaufen, die unterhalb des aktuellen Ghost-Preises von 250.000 Euro positioniert sind. Auch Fahrzeuge über einer Million Euro kommen für mich nicht in Frage.“

Der Absatz der BMW Group-Marke lag 2010 bei 2.700 Fahrzeugen verkauft. Für 2011 erwartet Müller-Ötvös „ein weiteres Rekordjahr“, setzt sich aber auch klare Grenzen: „Auch wenn wir stetig wachsen, werden wir niemals in einen fünfstelligen Bereich vordringen.“

15Okt./11

Reifenlager deutlich besser gefüllt als 2010

 Bonn/Hanau – Nach den Engpässen im vergangenen Winter haben die deutschen Reifenhändler nun um 19 Prozent höhere Bestände an Winterreifen angelegt als im Vorjahreszeitraum. „Damit ist der Handel dieses Jahr bestandsseitig gut gerüstet für das laufende Winterreifengeschäft“, sagte Peter Hülzer, Vorsitzender des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV), der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche.
Die Wintersaison habe sehr gut begonnen, ergänzte Hülzers Verbandskollege Hans-Jürgen Drechsler. Dies zeigen auch die Verkaufszahlen des Handels – im September lagen sie 15 Prozent über Vorjahr. Bei Auto-Teile-Unger (ATU), einem der größten Reifenhändler Deutschlands, lag der Umsatz mit Winterreifen im September einem Sprecher zufolge im zweistelligen Prozentbereich über Vorjahr.

„Das Jahr 2011 wird voraussichtlich ein weiteres gutes Jahr für den Reifenhandel in Deutschland“, betonte Goodyear-Dunlop-Deutschlandchef Rainer Landwehr in der Automobilwoche und fügte hinzu: „Unsere Kapazitäten sind derzeitig vollständig ausgelastet“. Es gebe zwar „Flexibilitätsreserven“, sollte sich der Markt aber besser entwickeln als erwartet, könne es zu Engpässen kommen. Er gehe davon aus, dass sich der Gesamtmarkt in etwa auf dem Niveau des Jahres 2010 behaupten wird.

Mit 52,3 Millionen verkauften Pkw-Reifen war 2010 ein sehr gutes Jahr für die Reifenbranche, die 27,4 Millionen verkauften Winterreifen stellten einen Rekord dar. Dieser Spitzenwert könne in der laufenden Saison nur erreicht werden, wenn in Deutschland flächendeckend winterliche Verhältnisse eintreten und der Bundesrat sich noch dazu entschließen sollte, die Mindestprofiltiefe für Winterreifen von derzeit 1,6 auf dann vier Millimeter anzuheben, erklärte Hülzer.

15Okt./11

Daimler favorisiert Magna als MBtech-Partner

 Sindelfingen – Bei der Suche nach einem Investor für die Engineering-Tochter MBtech setzt Daimler auf den kanadisch-österreichischen Zulieferkonzern Magna. „Der Trend geht zu Magna, aber Daimler muss die Braut noch schmücken“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Die Geschäftsführung von MBtech favorisiere allerdings den französischen Personaldienstleister Akka, bestätigte ein weiterer Insider.

Nach Informationen der Automobilwoche pokert Magna in den Verhandlungen mit Daimler um die Garantie möglichst vieler Entwicklungsaufträge zur Auslastung der Kapazitäten. Als Stolperstein könnte sich auch das Testgelände in Papenburg erweisen, das nach Einschätzung mehrerer Experten kaum wirtschaftlich zu betreiben ist. Dazu komme ein hoher Investitionsbedarf, um MBtech, das organisatorisch und infrastrukturell eng mit Daimler verwoben ist, auf eigene Füße zu stellen. „Mit der heutigen Ausrichtung ist das Unternehmen nicht wettbewerbsfähig“, betonen Experten. Schätzungen zufolge könnte der Preis für den Mehrheitsanteil an der renditeschwachen MBtech zwischen 150 bis 200 Millionen Euro liegen. Deshalb gilt der Akka-Konzern mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro bei Daimler als zu schwach und damit zweite Wahl.

Mit der Übernahme von MBtech würde Magna mindestens zur Nummer zwei im Engineering-Markt. Je nach Geschäftsverlauf könnte der Zulieferkonzern sogar am Marktführer AVL vorbeiziehen. Daimler hingegen will die kommerziell bislang enttäuschende Engineering-Tochter neu ausrichten. MBtech ist mit weltweit 2.900 Mitarbeitern und einem Umsatz von 300 Millionen Euro fast ausschließlich für den Mutterkonzern tätig. Deshalb soll ein strategische Partner die Mehrheit und unternehmerische Führung übernehmen. Daimler will langfristig einen Minderheitsanteil behalten.