Category Archives: Auto

18Feb./11

Porsche-Chef Müller: Position als profitabelster Hersteller der Welt ausbauen

Stuttgart – Ungeachtet seiner kostenintensiven Expansionspläne will der Zuffenhausener Sportwagenhersteller Porsche „der profitabelste Autohersteller der Welt bleiben – und diese Position weiter ausbauen“, sagte Porsche-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller im Interview mit der am Dienstag (22. Februar 2011) erscheinenden Fachzeitschrift Automotive News Europe. Zuletzt lag der Sportwagenhersteller bei einer operativen Umsatzrendite von 16 Prozent.

Denkbar sei dabei eine Porsche-Produktion in Auslandsmärkten wie China oder den USA, wobei Porsche von der Zugehörigkeit zum VW-Konzern profitieren will. Müller: „Der VW-Konzern beabsichtigt langfristig zehn bis elf Millionen Autos im Jahr zu verkaufen. Die Produktions-Kapazitäten liegen heute bei sieben bis acht Millionen. Um den Kapazitätsbedarf im VW-Konzern zu decken, müssen sicherlich fünf, sechs neue Werke weltweit errichtet werden“, unterstrich Müller und fügte hinzu: „Da sollten wir natürlich rechtzeitig auch unseren Bedarf signalisieren, sonst sind wir nicht dabei.“

Ein Kernprodukt in der Zukunftsstrategie wird die nächste Generation des Sportwagens 911, der zum Jahresende in den Handel kommt. Müller: „Der neue 911er wird der erfolgreichste aller Zeiten. Das prophezeie ich Ihnen schon heute. Wir wollen im Schnitt des Lebenszyklus 30.000 Einheiten pro Jahr verkaufen. Zum Vergleich: 2010 waren es 20.000 – natürlich am Ende des Lebenszyklus.“

Der ab 2013 geplante Porsche 918 Spyder sei beim Investitionsvolumen vergleichbar mit dem des früheren Supersportwagens der Zuffenhausener. Müller: „Beim Carrera GT lag es bei 120 Millionen Euro, und beim 918 Spyder kommt die Entwicklung eines neuen Hybrid-Antriebsstrangs noch dazu.“ Für einen Coupé-Ableger des 918 Spyders gibt es laut Müller „noch keinen Beschluss. Es ist aber sicher für unsere Ingenieure möglich, aus einer offenen Version eine Coupé-Variante abzuleiten. Wir haben uns erst einmal zum Ziel gesetzt, die limitierte Serie von 918 Einheiten des Spyder in den Markt zu bringen“, womit Müller erstmals die Produktionszahl preisgibt.

Im vergangenen Jahr waren die USA der größte Porsche-Einzelmarkt – gefolgt von Deutschland und China. Müller: „Ich gehe davon aus, dass sich unser Ranking verändern wird. China wird kurzfristig voraussichtlich unser weltweit größter Markt werden und damit die USA ablösen.“

Auf die Frage, wann es einen rein-elektrisch betriebenen Porsche geben wird, antwortete Müller: „Sollte sich herauskristallisieren, dass bis 2020 schon 20 Prozent aller Neuwagen rein elektrisch fahren, dann können Sie davon ausgehen, dass auch Porsche mindestens 20 Prozent seines Absatzes mit Electric Vehicles bestreiten wird. Ich rechne aber eher mit einem Gesamt-Electric-Vehicle-Anteil von drei bis fünf Prozent bis 2020.  Der erste Hype ist ja schon fast vorbei, bevor das Geschäft richtig gestartet ist.“

18Feb./11

Audi will auch nach 2015 weiter wachsen

Ingolstadt – Die zum VW-Konzern gehörende Audi AG will nach Erreichen der derzeitigen Absatzziele weiter wachsen. „Wir haben die 1,5 Millionen Fahrzeuge für 2015 angekündigt. Und natürlich wollen wir da nicht stoppen“, sagte Audi-Vorstandschef Rupert Stadler im Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe (EVT 22. Februar 2011). Zugleich halte der Konzern an seinem Anspruch fest, bis 2015 die erfolgreichste Premium-Marke zu werden: „Und das heißt, dass alle diese Ziele „premium“ sein müssen.“ Neben der Profitabilität gehörten auch Kundenzufriedenheit und Qualität dazu, betonte Stadler.

Gegenwärtig würden die Produktionsmöglichkeiten für die zusätzlichen Fahrzeuge erweitert: „In Ungarn werden wir eine zusätzliche Kapazität von 125.000 Einheiten bis 2013 aufbauen. Im spanischen Martorell wird dieses Jahr unser Audi Q3 anlaufen – mit einer maximalen Kapazität von 100.000 Einheiten. Und die Entscheidung über eine US-Produktion werden wir bis 2015 treffen“, erläutert der Audi-Chef.

China werde Deutschland bald als bisherigen größten Audi-Einzelmarkt ablösen, erwartet Stadler: „China wird ohne Zweifel die Nummer 1 sein, Deutschland die Nummer 2. Ich glaube, dass unser Volumen im US-Markt in den kommenden fünf Jahren um 50 Prozent wachsen kann und dass wir dort 200.000 Einheiten pro Jahr nach 2015 erreichen können. Die Nummer 4 und 5 unserer Top5 Märkte sind Großbritannien und Italien.“

18Feb./11

Smart will US-Absatz ohne Penske steigern

Stuttgart – Trotz desaströser Verkaufszahlen in den USA und der bevorstehenden Trennung vom Importeur Penske will Smart beim Absatz in den Vereinigten Staaten wieder zulegen. „Unser Ziel ist es, unseren US-Absatz wenigstens leicht zu steigern“, sagt Smart-Chefin Annette Winkler in einem Interview mit der Fachzeitschrift Automotive News Europe (EVT 22. Februar 2011). „Weltweit werden wir 90.000 Einheiten plus X verkaufen – und damit stabil im Lebenszyklus liegen“, betonte Winkler. 2010 hatte die Mercedes Benz Cars-Marke lediglich 5.930 Autos in den USA verkauft, 97.500 Fahrzeuge weltweit. In den USA wird Mercedes die Smart-Distribution zur Jahresmitte wieder selbst übernehmen, damit sinkt die Händlerzahl von derzeit 75 auf knapp über 50.

Unterdessen prüft Smart auch die Einführung des Zweisitzers in Russland: „Wir sehen ein großes Potenzial in großen Städten wie Moskau und St. Petersburg. Eine finale Entscheidung ist hier aber noch nicht gefallen“, unterstrich die Managerin.

Bei der Suche nach neuen Kunden will der Konzern zudem den geringen Verbrauch und individualisierte Autos in den Vordergrund stellen. „Smart ist die grüne Sperrspitze des Mercedes-Benz-Cars Portfolios. Wir werden Smart noch stärker als grüne Premium-Lifestyle-Marke positionieren“, hob Winkler hervor und fügte hinzu: „Voll individualisierte Autos sind ein Mega-Trend, den wir besser bedienen wollen.“ So sollen „nahezu unlimitierte“ Exterior- und Interieur-Konfigurationen und –Kombinationen möglich sein.

18Feb./11

VW-Vorstand Macht: Leipzig hat „sehr gute Chance“ bei Porsche Cajun

Dort soll ab 2013 der neue Geländewagen mit dem Projektnamen „Cajun“ gefertigt werden. Die fünfte Modellreihe von Porsche soll wichtige Bauteile des Audi Q5 nutzen. Doch in den Audi-Fabriken und an den anderen Standorten des VW-Konzerns ist für den Cajun kein Platz. Offiziell soll die Entscheidung über den Cajun-Standort noch im laufenden Quartal fallen. Der Porsche-Aufsichtsrat, dem von VW-Seite unter anderem Konzernchef Martin Winterkorn angehört, kommt am 15. März zusammen. Laut Macht sollte sich die Entscheidung bei Porsche „passgenau in die weltweite Werkbelegung“ von VW einfügen.

Die Investitionen in das Werk, das einen eigenen Karosseriebau und eine Lackieranlage erhält, werden sich nach Informationen aus VW-Kreisen auf rund eine halbe Milliarde Euro belaufen. Mit einer kompletten Autofabrik in Leipzig eröffnen sich für Porsche neue Wachstumsperspektiven. Porsche-Chef Matthias Müller peilt für die Zukunft 200.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr an. 2010 hatte Porsche rund 97.000 Neuwagen abgesetzt.

12Feb./11

Porsche stockt Belegschaft um mehr als 1.000 Mitarbeiter auf

500 Jobs werden allein in der Produktion der nächsten Baureihe, des kompakten SUV mit dem Projektnamen Cajun, entstehen. Der „Baby Cayenne“ soll 2013 in den Handel kommen und wird dem Vernehmen nach in Leipzig gebaut werden. Mindestens 500 weitere Mitarbeiter, vorrangig Ingenieure, sollen nach Informationen von Automotive News Europe im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach eingestellt werden. Von 2015 bis 2018 sollen diese durch weitere 500 aufgestockt werden, verlautete aus Vorstandskreisen.

Die endgültige Entscheidung über den Fertigungsort des Cajun soll Mitte März auf einer Aufsichtsratssitzung fallen und verkündet werden. Nach Informationen aus Vorstandskreisen „läuft die Entscheidung auf Leipzig hinaus“. Dort sollen zwischen 500 und 750 Millionen Euro für einen neuen Rohbau und eine neue Lackiererei investiert werden. Damit sticht der ostdeutsche Porsche-Standort das Audi-Werk Ingolstadt aus, wo bereits das Schwestermodell Audi Q5 produziert wird. Zur Begründung hieß es, die Einmalkosten wären in Ingolstadt zu hoch gewesen wären.

Insgesamt wird Porsche zwischen 2011 und 2015 mindestens weitere 500 Millionen Euro in die Entwicklung seiner künftigen Produkte investieren, erfuhr Automotive News Europe aus Vorstandskreisen.

Ein Porsche-Sprecher wollte die Zahlen und Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.

Porsche benötigt das neue Personal unter anderem auch, da der Sportwagenbauer die Zahl seiner Modellreihen von vier auf sieben aufstockt und zudem neue Entwicklungsverantwortungen für den gesamten VW-Konzern übernehmen wird. Der Absatz des Sportwagenherstellers soll sich durch diese Modelloffensive von zuletzt 97.000 auf rund 200.000 Einheiten mittelfristig mehr als verdoppeln.