Stuttgart – Der Essener Energiekonzern RWE will nichts mehr von der vor knapp zwei Jahren groß angekündigten Kooperation mit dem chinesischen Batterie- und Elektroauto-Hersteller „Build Your Dreams“ (BYD) wissen. „Wir haben keine Kooperation mit BYD“, sagte eine Unternehmensprecherin auf Nachfrage der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Weiteren Auskünfte zu dem Thema wollte sie nicht geben. Ohne den Kooperationspartner muss RWE einen Rückschlag bei seiner E-Auto-Strategie verkraften.
Erst im September 2010 haben RWE und BYD eine weitreichende Zusammenarbeit angekündigt und auch entsprechende Verträge unterschrieben. Die Partner wollten ab 2012 in Europa gemeinsam Elektrofahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Ökostrom mit Pauschalangeboten vermarkten.
Dagegen hält Daimler an der Kooperation mit BYD fest. Daran ändert auch folgenschwerer Unfall eines BYD-Fahrzeugs in China mit drei Toten nichts. „Wir bedauern den Unfall. Er hat aber keinen Einfluss auf unsere Zusammenarbeit mit BYD“, sagte ein Daimler-Sprecher der Automobilwoche.
Köln – Ford will dem sinkenden Autoabsatz mit Kurzarbeit im Kölner Fiesta-Werk und dem deutlichen Abbau von Zeitarbeitern in den Werken Köln und Saarlouis begegnen. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Zu weiteren Sparmaßnahmen wollte sich Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes im Gespräch mit der Zeitung noch nicht äußern und betonte: „Derzeit sind keinerlei zusätzliche Maßnahmen geplant.“ Er fügte mit Blick auf den jüngsten Tarifabschluss hinzu: „Wichtig für uns als Hersteller in einem Hochlohnland ist es, die gewonnene Flexibilisierung der vergangenen Jahre nicht zurückzuschrauben.“
Ingolstadt – Trotz der Eurokrise will die Volkswagen-Tochter Audi ihre ambitionierten Absatzziele nicht zurücknehmen und weltweit die Verkäufe weiter steigern. „Ja, wir sind sehr zufrieden – und das trotz der schlechten Verfassung einzelner Märkte aufgrund der Schuldenkrise. Ich denke da besonders an Italien und Spanien. Aber wir werden das Vorjahresniveau mindestens halten, weltweit wollen wir in diesem Jahr sogar rund 100.000 Einheiten drauflegen“, sagte Audi-Chef Rupert Stadler der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. 2020 will der Konzern weltweit nach wie vor zwei Millionen Autos verkaufen, bekräftigte der Manager.
Stuttgart – Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im Kfz-Gewerbe am kommenden Mittwoch scheint bislang kein Kompromiss in Sicht. Mit Blick auf den Abschluss von 4,3 Prozent Lohnplus in der Metall- und Elektroindustrie warnte der Hauptgeschäftsführer des Kfz-Gewerbes in Baden-Württemberg, Carsten Beuß, im Gespräch mit der Automobilwoche, dies sei „nicht machbar“. „Da muss man sich nur die Umsatzrenditen ansehen.“ In der Industrie lägen diese teilweise im zweistelligen Bereich, im Kfz-Gewerbe um die zwei Prozent. Andere Handwerksbranchen seien eher vergleichbar, dort habe es niedrigere Abschlüsse gegeben, betonte Beuß.
Rüsselsheim/Assen – Die Opel-Händler in Europa drängen den angeschlagenen Autobauer zu mehr Offenheit. „Opel muss Farbe bekennen“, forderte der Vorsitzende des europäischen Opel-Händlerverbands EURODA und Opel-Aufsichtsratmitglied, Jaap Timmer, in der Automobilwoche. Nur so könne verlorenes Vertrauen wieder hergestellt werden, sagte Timmer der Branchen- und Wirtschaftszeitung. Es gebe Kunden, die sich bereits um ihre Garantierechte und Ersatzteilversorgung sorgten. Eine klare Sprache gegenüber Kunden und Mitarbeitern sei nötig. „Ich bin zu 100 Prozent dafür, dass Opel eine PR-Offensive startet und deutliche Zeichen setzt, dass die Marke eine gute Zukunft hat.“