Mercedes-Benz steht in den USA vor einem Rekordjahr. „Für das erste Quartal haben wir 61.000 Zulassungen in den Büchern und den höchsten US-Marktanteil aller Zeiten. Deshalb sind wir guter Dinge, in diesem Jahr sogar unser Allzeit-Hoch von 2007 zu knacken“, sagte Steve Cannon, US-Chef von Mercedes-Benz, der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „Allein in den vergangenen sechs Monaten ist der Absatz um 24 Prozent gestiegen“. Die USA blieben nach Ansicht des Managers auch auf längere Sicht der wichtigste Markt vor China: „Wenn Mercedes global 2020 die Nummer eins sein will, dann wollen wir dieses Ziel hier in Amerika ein paar Jahre vorher erreichen.“
2011 verkaufte der Premiumhersteller aus Stuttgart insgesamt knapp eine Viertelmillion Autos in den Vereinigten Staaten. In das Werk in Tuscaloosa werden bis 2014 mehr als 2,4 Milliarden Dollar investiert, zugleich entsteht ein Motorenwerk in Decherd (Bundesstaat Tennessee).
Die Mercedes-Benz Bank will von der Daimler-Modelloffensive profitieren und muss dazu die bisherigen Einlagen in Höhe von elf Milliarden Euro deutlich ausbauen. „Wir werden zusätzliche Liquidität zur Refinanzierung unseres wachsenden Geschäfts brauchen“, sagte Franz Reiner, Vorstandschef der Mercedes-Bank, im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Mit Blick auf die kommenden neuen Modelle wie die A-Klasse fügte er hinzu: „Hier soll der Absatz bis 2015 auf mindestens 1,6 Millionen Autos weltweit steigen – von heute rund 1,2 Millionen“. Die Mercedes-Bank ist heute zum größten Teil über Spareinlagen auf Tagesgeld- und Festzinskonten sowie über Fonds finanziert. Auch künftig setzt Reiner auf den guten Ruf seines Instituts im Wettbewerb um neue Einlagen: „Die Bank genießt als Marke einen hohen Stellenwert bei den Kunden. Sie wissen, dass ihre Ersparnisse sicher sind.“
Die deutschen Opel-Händler werfen der Konzernführung nach Informationen der Automobilwoche eine Ungleichbehandlung bei der Subventionierung der Elektroautos von Opel und Chevrolet vor. Während beim Chevrolet Volt-Vorführwagen mit einem Listenpreis von 42.950 Euro eine Unterstützung von 7.500 Euro gezahlt werde, gebe es für das 950 Euro teurere Schwestermodell Opel Ampera nur die normale Marge. „Für uns ist das Thema Volt-Ampera sehr unglücklich gelöst“, kritisierte Händlersprecher Thomas Bieling in der Branchen- und Wirtschaftszeitung. „Zwei fast identische Fahrzeuge werden gleichzeitig mit völlig unterschiedlichen Strategien im Markt eingeführt – das kann nicht gut sein.“
Mercedes muss nach einem Bericht der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche in den nächsten fünf Jahren immense Kosteneinsparungen erreichen, um das in Aussicht gestellte Profitabilitätsniveau sichern zu können. „Wir wollen die erwarteten Materialkostensteigerungen von sechs Milliarden Euro bis 2017 komplett ausgleichen“, sagte Einkaufs- und Produktionschef Wolfgang Bernhard. Die höheren Kosten entstehen vor allem durch Technologien zur CO2- Einsparung, durch die Verteuerung des Rohmaterials sowie eine höherwertige Ausstattung der Fahrzeuge.
Im Ringen um eine Zukunft für Opel haben die Händler der Traditionsmarke eine offenere Kommunikation ihres Herstellers mit Partnern und Medien gefordert. „Für uns Händler ist die aktuelle Berichterstattung eine Katastrophe“, sagte Händlerverbandssprecher Thomas Bieling der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Er fügte hinzu: „Wir sagen Opel deshalb: Sprecht doch offen mit uns und auch mit den Medien. Das kann man gut finden oder schlecht, aber zumindest wird den Spekulationen der Wind aus den Segeln genommen.“