Hintergrund für die Frage war die schwierige wirtschaftliche Lage des Unternehmens und der Streit um die Verlagerung der C-Klasse-Produktion nach Bremen und in die USA. Der rigide Sparkurs, das Fehlen von Unternehmenszielen und der Vorwurf, die Entwicklung sparsamer Autos verschlafen zu haben, hatten zu einer Debatte um die Ablösung Zetsches geführt.
Zwar habe Wiedeking Interesse an dem Job signalisiert. Doch das Thema habe sich erledigt, nachdem Zetsche den Beschäftigten im Mercedes-Werk Sindelfingen eine Arbeitsplatzgarantie gegeben hatte, hieß es. Dem Vernehmen nach werde nun Zetsches Vertrag als Konzernchef im Februar verlängert, allerdings mit einer verkürzten Laufzeit von drei Jahren, schreibt die Zeitung.
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VW stützt Handel im Leasinggeschäft
In dem der Zeitung vorliegenden Schreiben heißt es, VW werde seinen Vertriebspartnern in diesem und im nächsten Jahr bei Leasingrückläufern der Typen Touran und Passat vier Prozent der ursprünglichen Netto-Preisempfehlung zahlen. Beim großen SUV Touareg beträgt die Unterstützung sogar acht Prozent. Zudem werde eine „attraktive Gebrauchtwagenfinanzierung“ aufgelegt. Die Händlerbeteiligung wird im laufenden Jahr entfallen. „Darüber hinaus verbessern wir zum 1. Januar 2010 die Konditionen des Agenturgeschäfts“, etwa mit Großkunden, schrieb Eichhorn weiter.
Allerdings stößt die Initiative auf ein geteiltes Echo: „Es ist ohne Zweifel ein richtiger Schritt, dass uns der Hersteller in schwierigen Zeiten zur Seite stehen will“, sagte ein hessischer VW-Händler der Automobilwoche. „Doch ob Art und Umfang der neuen Hilfen wirklich wie erhofft wirken, da bin ich mir nicht sicher.“ Ein VW-Verkäufer aus Schleswig-Holstein, der ebenfalls nicht genannt werden wollte, räumte ein: „Wir müssen nach dem Ende der Abwrackprämie mit einem düsteren Jahr rechnen. Ich fürchte, die aktuellen Angebote aus Wolfsburg werden sich allenfalls als Tropfen auf den heißen Stein erweisen.“ Ein Hamburger VW-Händler ergänzte: „Wenn sich die Krise weiter verschärft, wird VW noch nachlegen müssen.“
Händler sehen Verkauf von Volvo als Chance
„Volvo wird weiter in Schweden gebaut und weiter dort erdacht. Das zählt.“
Ford und Geely hatten sich vor Weihnachten grundsätzlich verständigt. Im zweiten Quartal 2010 soll der Verkauf von Volvo endgültig vollzogen werden. In Verhandlungskreisen war zuletzt von einem Preis von zwei Milliarden Dollar die Rede.
Der Verkauf an die Chinesen könne zwar kurzfristig zu einem kleinen Imageschaden führen, dies sei aber nach einem Jahr kein Thema mehr, zeigte sich der Verbandschef optimistisch. Noch günstiger sieht Preiß die langfristigen Auswirkungen: „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in fünf Jahren einige gute Volvos aus chinesischer Produktion in Deutschland zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten werden.“ Auch Heinz Hilgers, Geschäftsführer des Volvo-Händlerverbands, erwartet keine negativen Auswirkungen. „Das haben wir so in ähnlicher Form schon beim Verkauf von Jaguar und Land Rover an Tata erlebt.“
GM Europe: Kein Umzug nach Rüsselsheim
Auch der neue Opel-Chef Nick Reilly räumte ein: „Wir werden nicht zur ehemaligen GM- Europa-Organisation zurückkehren.“ GM wolle den einzelnen Marken mehr Spielraum lassen.
Noch Mitte November hatte GM erklärt, man wolle mit dem Umzug die Marke Opel und den Standort Rüsselsheim stärken. Allerdings wechselten nur Reilly und sein engstes Team aus der Schweiz nach Deutschland. Die meisten der 150 Mitarbeiter von GM Europe seien in ihre Länderorganisationen zurückgekehrt, wo sie neue Aufgaben übernommen hätten, erklärte der Sprecher.
Chevrolet bläst zum Angriff – auch auf Opel
Chevrolet werde bis Anfang 2013 die Zahl seiner in Europa angebotenen Modelle verdoppeln und unter anderem 2011 den US-Sportwagen Camaro nach Europa bringen, kündigte Brannon an: „Wir rechnen damit, in Europa in fünf Jahren eine Million Autos zu verkaufen.“ In diesem Jahr sind es gut 500.000 Stück. Zudem will Chevrolet ein eigenständigeres Händlernetz aufbauen und die bisherige Abhängigkeit schrittweise lockern. Derzeit ist das Unternehmen bei vielen Opel-Händlern Zweitmarke.
Bis Februar will Chevrolet Deutschland auch die Opel-Zentrale in Rüsselsheim verlassen und eigene Räume beziehen, kündigte Deutschlandchef Markus Leithe an: „Wir haben ehrgeizige Wachstumspläne und wollen mit unserer Marke selbstbewusster als in der Vergangenheit auftreten.“ Chevrolet sei die einzige GM-Marke mit steigenden Absatzzahlen.
Während die Europazentrale von GM Europe in Zürich aufgelöst wird, bleibt die Europazentrale von Chevrolet mit rund 85 Mitarbeitern ebenso wie die Vertriebsorganisationen von Opel und Chevrolet weiter in der Schweiz.