Der lang ersehnte Skiurlaub in den Alpen: Die Pisten sind perfekt, die Stimmung ist gut. Doch ein einziger Sturz kann alles verändern. Neben dem körperlichen Schmerz folgt oft auch noch finanzieller Ärger mit der Versicherung. Insbesondere die Frage, wann eine Reise offiziell als „abgebrochen“ gilt, sorgt immer wieder für Streit. Ein Urteil des Amtsgerichts München schafft nun wichtige Klarheit für Urlauber.
Demnach kann bereits der Eintritt eines versicherten Ereignisses, das zur Reiseunfähigkeit führt, einen Reiseabbruch darstellen – auch wenn die Rückreise erst später erfolgt. Der Zeitpunkt der tatsächlichen Abreise ist dabei nicht zwingend relevant. Eine Familie aus Schwaben hatte einen Skiurlaub in Österreich für den Zeitraum vom 10.02. bis 17.02.2024 gebucht. Während des Aufenthalts erlitt die Mutter am 12. Februar 2024 einen schweren Skiunfall mit Kreuzbandriss im linken Knie. Sie wurde noch am selben Tag stationär aufgenommen und am Folgetag operiert.
Nach der Operation war die Reisende nicht mehr reisefähig. Die behandelnden Ärzte ordneten für den Heimtransport eine Beinhochlagerung an. Da die Rückreise erst organisiert werden musste, stellte die Versicherung einen Rücktransport für den 16.02.2024 in Aussicht. Die Familie blieb bis dahin im Hotel und reiste an diesem Tag gemeinsam ab. Aber die Versicherung war bei der Erstattung der Kosten zurückhaltend.
Rechtsanwalt Swen Walentowski im Podcast von anwaltauskunft.de.
Podcast der Deutschen Anwaltauskunft
Podcast der Deutschen Anwaltauskunft – Urteil der Woche (706): Reiseabbruch nach Skiunfall - ab wann gilt der Urlaub als beendet?
Ein Selfie aus dem Fitnessstudio, eine Story vom Hotelpool – für viele Prominente und Influencer gehört die Dokumentation ihres Alltags in den sozialen Medien zum Beruf. Doch bedeutet das im Umkehrschluss, dass Boulevardmagazine über jeden Schritt im Urlaub berichten dürfen?
Aus einzelnen, selbst veröffentlichten Inhalten prominenter Personen in sozialen Netzwerken dürfen Medien nicht ohne Weiteres auf private Begleitumstände schließen oder über nicht offengelegte Details berichten. Eine sogenannte Selbstöffnung wirkt nur in engem Rahmen und ist nicht automatisch auf Partner oder Familienmitglieder übertragbar. So entschied das Landgericht Berlin II.
In dem Fall ging es um Lena Meyer-Landrut und Mark Forster, die gemeinsam Urlaub machten. Die Sängerin hatte im Rahmen einer Werbekooperation Bilder ihres Hotelaufenthalts auf Instagram geteilt. Die Presse machte daraus eine große Geschichte über den „Liebesurlaub“ mit ihrem Ehemann, illustriert mit Fotomontagen. Das Problem: Während die Sängerin sich bewusst im Rahmen eines Jobs zeigte, hatte ihr Ehemann kaum etwas über den Urlaub preisgegeben. Das Gericht musste nun abwägen: Darf die Presse die Instagram-Beiträge zu einer privaten Urlaubsgeschichte zusammenfügen? Die Antwort der Berliner Richter war deutlich: Nein.
Im Podcast von anwaltauskunft.de erläutert Rechtsanwalt Swen Walentowski die Hintergründe.
Podcast der Deutschen Anwaltauskunft
Podcast der Deutschen Anwaltauskunft – Urteil der Woche (706): Wenn Promis verreisen - wo endet die Pressefreiheit im Urlaub?
Stellen Sie sich vor, Sie sind professioneller Fotograf und entdecken, dass Ihre Bilder ohne Ihre Zustimmung Teil eines gigantischen Datensatzes geworden sind, mithilfe dessen eine KI lernt, die Welt zu sehen. Genau dieser Fall landete vor Gericht und wirft fundamentale Fragen auf: Dürfen KI-Entwickler das Internet einfach nach Trainingsmaterial durchsuchen? Wo endet die Freiheit der Forschung und wo beginnt der Schutz des geistigen Eigentums?
Mit seinem Urteil vom 10. Dezember 2025 hat das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg eine wegweisende Entscheidung zur urheberrechtlichen Zulässigkeit der Nutzung von geschützten Werken für die Erstellung von KI-Trainingsdatensätzen getroffen. Die Klage eines Fotografen gegen einen Verein, der einen umfangreichen Datensatz mit Bild-Text-Paaren zum Training generativer KI bereitstellt, blieb in zweiter Instanz erfolglos. Die Vervielfältigung des Bildes ist durch die gesetzlichen Schrankenregelungen des Urheberrechts gedeckt.
Rechtsanwalt Swen Walentowski im Podcast von anwaltauskunft.de dazu.
Podcast der Deutschen Anwaltauskunft
Podcast der Deutschen Anwaltauskunft – Urteil der Woche (705): KI-Training und Urheberrecht - wann Fotos genutzt werden dürfen
Permanent Make-up ist sehr beliebt, da es langanhaltende Schönheit und Zeitersparnis verspricht. Doch wie bei vielen kosmetischen Behandlungen sind auch hiermit gesundheitliche Risiken verbunden. Kundinnen und Kunden müssen daher vor der Buchung umfassend informiert werden.
Was aber, wenn die Aufklärung erst kurz vor dem Stechen erfolgt und Sie dann doch von der Behandlung absehen wollen? Ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts München gibt hierzu Aufschluss und stärkt die Verbraucherrechte. Das Gericht hat mit Urteil vom 3. Oktober 2025 entschieden, dass eine Kundin berechtigt war, sich von einem Behandlungsvertrag für Permanent Make-up zu lösen und die Rückzahlung der bereits geleisteten Vergütung zu verlangen. Die notwendige Risikoaufklärung erfolgte erst unmittelbar vor Behandlungsbeginn und nicht bereits vor Vertragsschluss.
Rechtsanwalt Swen Walentowski von der Deutschen Anwaltauskunft im Podcast dazu.
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Podcast der Deutschen Anwaltauskunft – Urteil der Woche (704): Risiko bei der Kosmetik – wer muss wann wie vor der Behandlung aufklären?
Ein dickes Bündel 100-Euro-Scheine für ein paar Euro im Internet bestellen – was als Partygag oder für Social-Media-Videos harmlos beginnt, kann vor dem Strafrichter enden. Sogenanntes „Movie Money“ oder „Prop Money“ sieht echtem Geld oft zum Verwechseln ähnlich. Wer damit zu bezahlen versucht, begeht jedoch keinen Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Ein aktuelles Urteil zeigt nun deutlich die Grenzen zwischen legalem Spielgeld und illegaler Geldfälschung auf.
Ein 25-jähriger Mann musste sich vor dem Amtsgericht München verantworten, nachdem er versucht hatte, seinen Alltag mit falschen 100-Euro-Noten zu finanzieren – und wurde dafür zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.
Swen Walentowski mit den Einzelheiten dazu im Podcast des Rechtsportals anwaltauskunft.de.
Podcast der Deutschen Anwaltauskunft
Podcast der Deutschen Anwaltauskunft – Urteil der Woche (703): „Movie Money“ an der Ladenkasse: Wenn Spielgeld zur Straftat wird